Schulpflichtgegner: Wir sind keine religiösen Fanatiker
Das Schulverweigerer-Ehepaar Romeike aus Baden-Württemberg hat seine Auswanderung in die USA verteidigt. Die christliche Familie könne in Deutschland nicht länger leben, wenn sie am Hausunterricht der Kinder festhalten wolle, sagten die Eheleute Uwe und Hannelore Romeike am Mittwochabend in der RTL-Sendung «Stern TV». Das Ehepaar war zu der Sendung mit Günther Jauch aus den USA zugeschaltet.
Die Romeikes waren im Sommer 2008 mit ihren fünf Kindern in die USA gezogen, weil sie ihre Kinder selbst unterrichten wollten. Dort hatte Familie Ende Januar politisches Asyl erhalten. Nach Ansicht der Eheleute entsprechen die Schulbücher in Deutschland nicht ihren christlichen Werten.
«Ich liebe Deutschland, aber wir können dort nicht bleiben», sagte Hannelore Romeike in der Sendung. Sie seien keine religiösen Fanatiker, sondern «normale» Christen, die wollten, dass ihre Kinder in einer vertrauten Umgebung und in dem Tempo lernen können, das sie brauchen.
Der Musiklehrer Romeike hatte die drei ältesten seiner fünf Kinder im September 2006 aus der Grundschule genommen und damit gegen die deutsche Schulpflicht verstoßen. Als die Kinder mit Polizeigewalt zur Schule gebracht und den Eltern der Sorgerechtsentzug ihrer Kinder angedroht wurde, beschloss die Familie aus Bissingen bei Stuttgart, in die USA zu ziehen.
Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, setzte sich in der Sendung für die Schulpflicht ein. Ohne sie wäre zu befürchten, dass es vor allem bei Familien mit Migrationshintergrund durch das «Homeschooling» noch weniger solide Schulbildung gebe. Der Weg in Parallelgesellschaften wäre damit geebnet, so Kraus.

Werde jetzt kostenlos Mitglied bei Jesus.de!
lade...

unserer Nutzer. Sieben gute Gründe, mitzumachen -
Jedes Abo einer Zeitschrift aus dem Bundes-Verlag unterstützt Jesus.de
Kommentare zu diesem Eintrag: (29 insgesamt)
Die Kommentare spiegeln nicht automatisch die Meinung der Redaktion wider.
concramer hat vor 32 Tagen (um 23:07 Uhr) geschrieben:
Homeschooling - wirklich christlich?
Drei Fragen und eine Befürchtung zum Thema Christen und Homeschooling
1. Wo ist das Gottvertrauen der christlichen Homeschooler? Irgendwann muss mein Kind in die Welt hinaus, sollte ich da nicht darauf vertrauen, daß Gott es behütet und beschützt - besonders wenn ich täglich dafür bete?
2. Wo ist die Demut der christlichen Homeschooler? Ist es nicht anmaßend zu glauben, daß mein Kind nur von mir das richtige lernen kann?
3. Kann mein Kind ein Segen sein? Manches Kind / Jugendlicher hat durch seine Freunde aus einer christluichen Familie zu Gott gefunden. Darf ich mir anmaßen diesen Kanal für Gottes Wirken zu verschließen?
Wenn alle Familien die über die Bildung, das Einkommen und die intakte Familienstruktur verfügen, um ihre Kinder zu Hause zu unterrichten, dies tun würden, hätten wir in den öffentlichen Schulen nur noch die Kinder aus kaputten, armen und/oder bildungsfernen Familien.
Liebe Grüße
Conrad
Kommunikation hat vor 35 Tagen (um 08:06 Uhr) geschrieben:
Deutschland treibt die Klugen hinaus
Wenn Eltern ihre Kinder selbst unterrichten wollen
Ist Deutschland noch Anwalt für Menschenrechte? Wohl kaum! Bekennende Christen werden in Deutschland zunehmend unter Druck gesetzt und als evangelikale Fundamentalisten abgestempelt. Diese Leute passen einfach nicht in die deutsche Demokratie. So auch eine Familie aus Schwaben. Nur weil sich die Eltern Uwe und Hannelore Romeike dafür entscheiden, ihre fünf Kinder zu Hause zu unterrichten, bleibt ihnen 2008 nur noch die Auswanderung. Denn Hausschulunterricht ist in Deutschland verboten.
Hausschulverbot ist pure Dummheit
Nun hat diese Christenfamilie am 26.Januar in den USA Asyl bekommen. Das schmerzt besonders all die Deutschen, die von einer Amerikaphobie geplagt sind. Aber nicht nur, dass mit dem deutschen Hausschulverbot ein grundlegendes Menschenrecht missachtet wird, wie es die US-Organisation HSLDA (Vereinigung zur Verteidigung von Hausunterricht) anmahnt. Deutschland treibt mit diesem „rechtsstaatlichen“ Verbot intelligente Menschen außer Landes. Es ist pure Dummheit, der nachwachsenden Generation eine Schulbildung vorzuenthalten, die für eine optimale und positive Lebensentwicklung der Kinder sorgt. Eltern, die diese Last auf sich nehmen, machen das nicht aus lauter Dummdudelei, sondern in Verantwortung vor Gott und ihren Kindern.
Deutschland das Stammland für Recht und Ordnung?
Im Vergleich dazu, dass Eltern vieler Kinder in Deutschland weder Herz noch Verstand dafür haben, sich der schulischen Fragen und Alltagssorgen ihrer Kinder anzunehmen, ist das Hausschulverbot schizophren. Dass nicht alle Eltern dazu in der Lage sind, ihre Kinder zu Hause zu unterrichten, bleibt unumstritten. Aber es muss klugen und umsorgenden Eltern möglich sein, die Option Hausschulunterricht für die ihnen anvertrauten Kinder in Betracht zu ziehen. Deutschland agiert wieder mal so, als wäre es das Stammland für Recht und Ordnung auf der ganzen Erde. Bleibt zu hoffen, dass sich die Verantwortlichen rechtzeitig besinnen.
www.schneider-breitenbrunn.de
Alle Kommentare ansehen »