Ultraorthodoxe in Israel: Wie Frauen aus der Öffentlichkeit verbannt werden
Welt.de schreibt: "In Israel fordern Ultraorthodoxe eine strikte Geschlechtertrennung, selbst im Kindergarten. Frauen auf Werbeplakaten sieht man längst nicht mehr. Die Regierung gibt klein bei."
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(Quelle:Welt.de)
Kommentare zu diesem Eintrag: (44 insgesamt)
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Streitet euch nicht.
Hallo alle,
oben ging schon wieder die Diskussion los, die in ähnlicher Form bei ähnlichen Themen immer wieder stattfindet: Da streiten sich Angehörige verschiedener Religionen (und zwar, so weit ich das beurteilen kann, aufgeklärte VertreterInnen) wie und wann Juden Steinigungen und Christen Verbrennungen vorgenommen haben und natürlich wird dabei auch der Islam thematisiert, den hier nur kaum noch einer in Schutz nimmt, da Jesus.de mittlerweile ja gleichsam "moslemfrei" ist. Ich frage mich, was das bringen soll und ob das nicht komplett am eigentlichen Problem vorbei diskutiert ist.
Denn das eigentliche Problem im Zusammenhang mit solchen Phänomenen ist nicht das Judentum, das Christentum oder der Islam - nicht mal der Monotheismus insgesamt, sondern es handelt sich dabei unisono um fundamentalistische Religionsverständnisse, ganz gleich, welche kulturell determinierten Selbstbezeichnungen, ob "ultraorthodox", "evangelikal", "bibeltreu" oder "salafistisch", sich die Akteure geben.
In einer als immer komplexer wahrgenommenen Welt lässt sich weltweit beobachten, dass einfache "Antworten" auf schwierige Fragen Hochkonjunktur haben. Das zeigt sich im Religiösen im Erstarken von Fundamentalisten und im politischen im Erstarken rechtsradikaler Parteien, was nicht verwundert, beachtet man die Ähnlichkeit der jeweils vorliegenden Deutungsmuster.
Wenn man das Problem also schon unbedingt anhand von Religionsgrenzen diskutieren möchte (was mE eine Diskussion am eigentlichen Thema vorbei ist), dann macht das doch nur Sinn, wenn die aufgeklärten und vernünftigen Angehörigen der unterschiedlichen Religionsgemeinschaften in ihren Reihen jeglichem Fundamentalismus eine klare Absage erteilen. Denn die tatsächlichen Grenzen verlaufen nicht zwischen den Religionen, sondern zwischen unterschiedlichen Religionsauslegungen über alle Religionsgrenzen hinweg.
Solange das nicht geschieht, ist jeder doch irgendwie darauf erpicht, seine Religion mitsamt den Fundamentalisten und Extremisten in Schutz zu nehmen, da er sich, was leicht nachvollziehbar ist, selbst angegriffen fühlt. Was nützt das?
Gerade Christen (schreibe das, da ich gerne mal einer werden möchte und mich dem Christentum auch kulturell verbunden fühle) haben hier mit Jesus Christus ein Vorbild und mit den Geschichten über Sein Leben und Sterben einen Hinweis darauf, was geschieht, wenn Fundamentalisten Macht besitzen; sie töten Gott und Menschen.
Also, weniger drüber streiten, welche Religionen was an schlimmen Dingen alles auf dem Kerbholz hat - eine solche Diskussion passt doch eher zu den Fundis - und dafür beginnen, vor der eigenen Türe zu kehren, in der eigenen Gemeinschaft deutlich gegen solche Unmenschlichkeiten (die bei weitem nicht erst beginnen, wenn Menschen Steine oder Fackeln in der Hand haben) Stellung zu beziehen
Liebe Grüße
Plotin
Toleranz ist Kapitulation
Diese Zustände sollten eigentlich jedem Land eine Warnung sein, das "Toleranz" per se für ein hohes Kulturgut hält.
In Wahrheit wird grade die in der westlichen Welt so hochgelobte Toleranz von vielen Gruppierungen als Schwäche wahrgenommen, um massiv die eigenen Wertvorstellungen durchzusetzen.
Leider denken viele Menschen nur in Extremen - entweder "Absolute Toleranz" oder "Nulltoleranz".
Die beste Lösung liegt irgendwo dazwischen... aber das bedeutet immer wieder darüber nachzudenken, was man in einem freien Land noch hinnehmen kann und was nicht. Und diese Mühe scheuen viele Menschen... was wieder den Radikalen dient.
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