Gott und die Welt: "Droht Israel ein Kulturkampf zwischen Religiösen und Säkularen?"
Welt.de schreibt: "Der Konflikt um die jüdische Identität Israels ist so alt wie der Zionismus. Mehr als 60 Jahre nach der Staatsgründung spitzt sich der Konflikt zwischen orthodoxen und säkularen Israelis zu."
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(Quelle:Welt.de)
Kommentare zu diesem Eintrag: (19 insgesamt)
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Mögliche Gründe??
Kennt sich eigentlich hier jemand aus mit dem "ultraorthodoxen Judentum" - wie auch immer man das definieren mag?
Ich habe mal gehört, dass ultraorthodoxe Juden davon überzeugt sind, dass der Messias erst dann kommen kann, wenn alle Juden in Israel einen Tag lang alle zehn Gebote einhalten. Dabei legen sie die zehn Gebote natürlich nach ihren Regeln aus...
Ich weiß jetzt aber nicht, ob dem wirklich so ist. Weiß da jemand mehr drüber?
Um er klar zu sagen: Ich teile diese Denkweise nicht, und will die Taten nicht verteidigen! Ich versuche nur, zu verstehen, wieso sich die Täter zu so etwas berechtigt fühlen könnten.
Wenn man von obigen Prämisse ausgeht, dann dient das Ganze ja dem höchsten vorstellbaren Zweck: Die Ankunft des Messias ermöglichen.
"Kollateralschäden" bei bespuckten Kindern und angegriffenen Businsassen werden dann eben in Kauf genommen.
Eine zynische Denkweise, klar. Und nicht hinnehmbar, ebenso klar.
Aber in den Köpfen der Täter leider recht logisch.
wirklich? Mir fällt was anderes auf
Hallo,
die Empörung ist natürlich berechtigt und wunderbar medienwirksam.
Im Spiegel ist diese Woche auch ein Artikel Da werden Busse ohne Geschlechtertrennung mit steinen beworfen Frauen in möglichst unpraktische, der Witterung nicht angemessene und obendrein hässliche Klamotten gezwungen, kleine Mädchen bespuckt, weil sie angeblich zu freizügig gekleidet sind und auch der Vollidiot, der einem Rollstuhlfahrer mit Tätlichkeiten verbieten wollte sein Gefährt am Sabbat zu benutzten, hat sich inzwischen auch auftreiben lassen. Dann wird passend zur weihnachtlichen Saure-Gurken-Zeit für das Recht andere Leute zu diskriminieren demonstriert - natürlich in stars and stripes, damit auch wirklich jedes Provinzblättchen der Welt berichtet. Eine Meldung wird erst daraus, wenn Rabbiner die Missachtung demorkatischer Selbstverständlichkeiten auch noch mit möglichst blödsinnigen Äußerungen garnieren. (Wie oft ist der Herr, der lieber vor einem Erschießungskommando stehen wollte als einer singenden Frau zuzuhören eigentlich inzwishen genannt worden?)
Natürlich ist das indiskutabel und natürlich gibt es solche Denkweisen in allen Religionen.
Nur: Das wird in unseren Medien - auch in den jüdischen deutschsprachigen Zeitungen - unwidersprochen als Konflikt zwischen "Säkularen" und "Religiösen" inszeniert.
Wenn man das ernst nimmt, bestünde das israelische religiöse Judentum mittlerweile aus Leuten, die von Sozialleistungen eines Staats leben, den sie zu einem beträchtlichen Teil ablehnen, die ihren Kindern auf Kosten eben dieses Staates eine Bildung zukommen lassen, mit der man offenbar nur arbeitslos und ultraorthodox werden kann. Die zu reichliche Freizeit wird dann mit dem sabbatlichen Steinewerfen auf Krankenwagen (wieso ist das eigentlich erlaubt?) gefüllt.
Das kann eigentlich nicht so sein. Solche Leute waren schon immer eine Minderheit und sie sind es auch heute in Israel. Leute, die ihr Verständnis von Glauben jedem anderen aufzwingen wollen, gibt es natürlich auch nicht nur im Judentum.
Aber alle anderen sind nach unseren Medien - auch anch den jüdsichen Zeitungen und sites - "säkulär". Der Begriff bedeutet einfach weltlich und ist unsinnig. Auch die wildesten Fundis leben nicht in Klöstern, dass alle Israelis, die sich nicht in schwarz uniformieren gar nicht religiös sind, ist nicht eben wahrscheinlich. (Zum Vergleich: In den USA sind zwischen 80 und 90 % aller Juden Reformjuden - was keineswegs religionslos bedeutet..)
Birgit
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