Pilgerfahrt zum "Rock": Ist der "Teufelsspuk" vorbei?
Welt.de schreibt: "So ändern sich die Zeiten. Martin Luther spottete über die "Bescheißerei von Trier". Wallfahrten wie die zum "Heiligen Rock" in Deutschlands älteste Stadt waren für ihn reiner "Teufelsspuk". 500 Jahre später haben Luthers geistige Nachfahren dieses Urteil revidiert, ihre Vorbehalte schrumpfen auf ein Minimum. Die Evangelische Kirche im Rheinland, zweitgrößte protestantische Landeskirche, ermuntert ihre Mitglieder zur Teilnahme an der Pilgerfahrt vom 13. April bis 5. Mai. Sie folgt einer Einladung des Trierer katholischen Bischofs Stephan Ackermann."
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(Quelle:Welt.de)
Kommentare zu diesem Eintrag: (2 insgesamt)
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Re: Pilgerfahrt zum "Rock": Ist der "Teufelsspuk" vorbei?
Mir scheint, der Mensch ist darauf angelegt, dass er be-greifen will, auch was den Glauben angeht. Das Christentum ist zudem ausdrücklich ausgelegt, dass es auf historischen Tatsachen basiert, da kann es natürlich sein, dass durch die besondere Aufmerksamkeit der Christen einige Einnerungsstücke von damals erhalten geblieben sind, nicht nur die Heilige Schrift.
Begreifen kann man nur Dinge und konkrete Orte. Die Reliquien, die umittelbar zu Christus gehören - wie etwa der "Heilige Rock" - sind dafür bevorzugte Dinge zum Begreifen.
Dass manche Protestanten ihre Probleme mit den Reliquien haben, mag an einer übersteigerten Heilsrelevanz liegen, die man solchen Dingen früher zugesprochen hat. Da dies längst nicht mehr der Fall ist, könnte man auf evangelischer Seite sehr viel entspannter mit der Thematik umgehen. Zum Beispiel könnte Herr Präses Koch anerkennen ("denn das Neue Testament nenne Menschen heilig"), dass es auch ein Altes Testament gibt, das sehr wohl Dinge heilig nennt. Wenn man also die Heilige Schrift nicht auseinanderdividiert, wird man die Heiligkeit von Dingen durchaus als biblisch bezeichnen können.
Also einfach ein bißchen lockerer damit umgehen, be-greifen und sich freuen, dass die Christenheit einige sehr kostbare Erinnerungsstücke an ihren Herrn über eine so lange Zeit aufbewahrt hat.
Pilgerfahrt zum "Rock": Ist der "Teufelsspuk" vorbei?
Sich von der allzu dinglichen Magie sog. Reliquien und Heiliger Orte zu lösen, wird noch ein weiter Weg sein...!
Aber nicht erst seit Hape Kerkeling erlebt das Pilgern eine unerwartete Renaissance! Dem brauchen wir uns als evangelische Christen nicht zu verschließen - im Gegenteil: Es passt offensichtlich mehr in unsere Zeit und zu unserem Glauben, als wir bisher wahrhaben wollten!
Michael
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