Hochzeit im Weinberg: Als Event-Pastor positive Signale für die Kirche setzen

Von: Rebekka Buchholz und Dennis Lieske

Wer sich für die Hochzeit ungewöhnliche Orte außerhalb der Kirche aussucht, hat häufig Mühe, einen Pfarrer für die Trauung zu finden. Viele suchen sich daher freie Redner wie Mickey Wiese. Jesus.de hat mit ihm über seine Arbeit gesprochen.

Sie arbeiten als Pastor und freier Redner und bieten dabei auch Menschen eine christliche Hochzeit an, die nicht Mitglied der Kirche sind. Welche Motivation steht dahinter?

Ich arbeite als Event-Pastor, das heißt ich bin dem Leib Christi und nicht einer bestimmten institutionell verfassten Kirche verpflichtet. Ich begleite Menschen pastoral in Übergangssituationen ihres Lebens. Das können neben Hochzeitszeremonien eben auch Beerdigungen, Segnungen oder Gesprächsbegleitung in herausfordernden Lebenssituationen sein. Auch meine Arbeit als systemischer Berater für störende Schüler an einer Schule verstehe ich unter diesem Aspekt der Begleitung. Bei dieser Begleitung bewege ich mich innerhalb des Verstehenshorizonts meiner Klienten und weise durch meine Person und mein Leben auf die Existenz einer unsichtbaren spirituellen Dimension hin. Ich biete also keine kirchliche Trauung für Ausgetretene an, sondern ich biete als Christ zwei Menschen, die sich lieben, eine würdige und fröhliche Begleitung ihres Treueversprechens an. Mein Wunsch ist, dass Menschen auf diese Weise eine positive Begegnung mit Gott und einem seiner Freunde haben und sich auf eine eigene Suche nach ihm machen. Und ich vertraue auf Gottes Versprechen, dass er sich von denen finden lässt, die ihn suchen.

Bereiten Sie sich anders auf Veranstaltungen vor, wenn Sie wissen, dass Ihre „Kunden“ nicht Mitglied der Kirche sind?

Nein, jedenfalls nicht von der Intensität und Leidenschaft her. Allerdings lote ich immer mit meinen Klienten aus wieviel Tradition geht oder gewünscht ist. Hochzeitszeremonien, die ich mache, sollen das Brautpaar widerspiegeln mit dem ich es zu tun habe und von der Art und Weise erzählen, wie die Liebe ihren Weg in die Herzen dieser beiden Menschen gefunden hat. Gäste sollen sagen können: Ja, das sind genau die beiden. Wir erkennen sie in der Zeremonie wieder und wir sind darüber hinaus von einem Hauch liebevoller Ewigkeit gestreift worden. Das gelingt nicht immer, aber immer öfter.

Es gibt auch Kritik an dem Konzept. Der Kirchenrat Dr. Volker Lehnert von der Evangelischen Kirche im Rheinland hält vor allem das Signal für negativ, dass man die Vorteile der Kirche genießen kann, ohne Mitglied zu sein. Wie sehen Sie das?

Wer mit mir zu tun hat, weiß immer, dass ich ein Mann Gottes bin und seine Kirche liebe. Ich habe in dem vertrauensvollen Verhältnis, das ich zu meinen Klienten und ihren Gästen aufbaue, mehr positive Signale für die Kirche setzen können, als diese im Vorfeld von der Kirche empfunden haben, warum sie sich ja dann an einen freien Theologen gewendet haben. Außerdem genießen sie bei mir, wie ich eben schon gesagt habe, ja nicht die Vorteile der Kirche, sondern die Vorteile eines mit Gott verbundenen Menschen.

Was war die ungewöhnlichste Hochzeit, auf der Sie bisher gesprochen haben?

Da fallen mir spontan drei ein. Ich habe in Frankfurt eine Hochzeit im Goethehaus gemacht. Das war die erste, nachdem zuletzt seinerzeit Goethes Schwester dort geheiratet hatte. Dann habe ich eine profanierte Klosterkirche mit einer Hochzeitszeremonie sozusagen wieder in Betrieb genommen. Und ich habe ein Winzerspaar in ihrem Weinberg verheiratet, was sonst niemand machen wollte.

Vielen Dank für das Gespräch!

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Eine Auflistung freier Pastoren für besondere Veranstaltungen finden Sie auf der Seite www.rent-a-pastor.com.