Ernährungsexpertin: Bei Schulverpflegung auf Religion achten
Ernährungswissenschaftler und Theologen aus Osnabrück wollen mit einem bundesweiten Projekt dafür sorgen, dass bei der Verpflegung in Ganztagsschulen mehr Rücksicht auf religiöse Speisevorschriften genommen wird. Die Hochschule Osnabrück beschäftige sich als erste in Deutschland mit den Essensregeln von Christen, Muslimen, Juden, Buddhisten und Hindus.
Sie wird dabei von einem Beirat aus Theologen und Vertretern von Religionsverbänden beraten. Ein Buch mit konkreten Anleitungen und Speiseplänen für Schulküchen ist für Mitte Februar zur Bildungsmesse «didacta» in Köln angekündigt. Die Hochschule werde unter dem Titel «Inklusion durch Schulverpflegung» ab Mitte des Jahres auch praktische Schulungen anbieten.
Bedarf bestehe in ersten Linie bei den islamischen Speisevorschriften, sagte Giesenkamp. Schulen mit einem hohen Anteil muslimischer Schüler böten häufig vegetarisches Essen an oder verzichteten auf Schweinefleisch, um den Regeln gerecht zu werden. Bei den Eltern von Grundschulkindern sei das Schulessen jedoch nicht sehr beliebt. Fleisch, das unter islamischen Geboten erlaubt ist, müsse von Rindern und Schafen stammen, die ohne Betäubung geschlachtet werden.
Noch differenzierter seien die jüdischen Speisegebote. Sie verlangen etwa auch getrenntes Essgeschirr für Milch- und Fleischspeisen, wie Claudia Sturm vom katholischen Bistum Osnabrück erläuterte. Der evangelische Theologe Reinhold Mokrosch regte an, religiöse Speisevorschriften auch intensiver im Unterricht zu behandeln. So könnten neben den Mensa-Mitarbeitern auch Schüler, Lehrer und Eltern sensibler für das Thema werden.

Kommentare zu diesem Eintrag: (378 insgesamt)
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Information ist wichtig, nicht in erster Linie Schulessen
Hallo,
ich glaube es wäre wichtiger die Kinder über religiös motivierte Speisetabus zu informieren.
Mein Erstklässler braucht seit Wochen zwei Brote, eines davon unbedingt mit Schinken. Per Zufall stellt sich jetzt heraus, dass er das Schinkenbrot seit Monaten seiner muslimischen Freundin gegeben hat. Das müsste eigentlich auch der Lehrerin mal aufgefallen sein.
Wenn relativ kleine Kinder offensichtlich ohne böse Absicht so etwas anstellen, wäre es schon wichtig, dass die Lehrer wissen, wie damit umzugehen ist - und dass die Kinder zumindest wissen, was sie da machen.
Ich habe meinem Sohn das übrigens auch danach nicht verboten - aber die Lehrerin hat die Eltern des Mädchen informiert - und das ist schon auch wichtig.
Freundschaftliche Kontakte finde ich sogar sehr wichtig - aber dann müssen die Kinder eben auch vor so etwas geschützt sein.
Esther.
Ernährungsexpertin: Bei Schulverpflegung auf Religion achten
Man kanns auch übertreiben....
Ich bin durchaus dafür vegetarisches Essen anzubieten und ich finds völlig ok, bei Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen und Kitas kein Schweinefleisch zu verwenden. Das spart den Mitarbeitern eine Menge Arbeit.
Und der Großteil der muslimischen Eltern dürfte damit auch zufrieden sein. Wer unbedingt will, dass sein Kind halel isst, soll ihm eben eintrichtern, dass es in der Schule/Kita kein Fleisch essen soll.
Was jüdische Kinder angeht: ich weiss nicht, ob sie irgendwo - ausser auf jüdischen Schulen - eine höhere Anzahl der Schüler stellt. Das ist einfach auch eine Frage des Aufwandes. Wem es nicht genug ist, dass sein Kind kein Schwein isst und wem die Vorschriften mit dem Geschirr etc. wichtig sind, sollte ihm was von zu Hause mitgeben.
Bei jüdischen Schulen würde ich sowieso davon ausgehen, dass sie sich an die jüdischen Speisevorschriften halten.
gruß, Farbrausch
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