Leben mit Baby und HIV : "Ich hörte zum ersten Mal liebevolle Worte"

 

Neues vom "Kaginga Kinderzentrum" in Uganda, unserem aktuellen Spendenprojekt: Es kümmert sich nicht ausschließlich um Kinder, sondern auch um bedürftige Mütter. Eine von ihnen ist die HIV-positive Beatrice (30), die Mutter der kleinen Purity. Für Jesus.de erzählt Beatrice ihre Geschichte:

 "Ich kam im November 2011 ins Compassion-Projekt [das "Kaginga Kinderzentrum" – Anm. der Red.]. Die Projektmitarbeiter haben mich ausgewählt, weil sie bei ihren regelmäßigen Hausbesuchen zu meinen Nachbarn gekommen waren. Dort erfuhren sie, dass ich mein drei Monate altes Baby stillen musste, während mein Mann bettlägrig war. Unser Leben war schwierig und hoffnungslos."

"Es tat weh, sie hungern zu sehen"

 "Als mein Mann krank geworden war bestand er darauf, traditionelle Heiler aufzusuchen, die ihm jedoch nicht halfen. Schließlich entschieden wir uns, zur ärztlichen Behandlung ins Krankenhaus zu gehen. Die Diagnose lautete Leberkrebs im Endstadium und Aids. Auch seine Lungen waren schwer geschädigt, weil er Kettenraucher war. Er konnte nichts mehr selbst tun. Ich musste ihn hochheben, weil seine Beine schwach und geschwollen waren. Auch sein Bauch war aufgebläht. Ich war völlig hilflos und litt sehr. Um die Arztrechnungen bezahlen zu können, verkaufte ich alle Nahrungsmittel, die ich für meine Familie gelagert hatte. Wir hungerten, um das Leben meines Mannes zu retten."

 "Ich stillte damals mein jüngstes Kind, Purity, die drei Monate alt war. Doch schließlich konnte ich ihr keine Muttermilch mehr geben. Sie begann, ständig krank zu werden. Ich sah, wie sie schwächer und schwächer wurde und war sicher, dass sie bald sterben würde. Meine anderen Kinder weinten ständig vor Hunger. Es tat so weh, sie leiden zu sehen und nichts zu haben, was ich ihnen geben konnte. Meine Schwiegereltern weigerten sich, mir zu helfen. Sie behaupteten, mein Mann sei kein ehelicher Sohn seines verstorbenen Vaters gewesen. Sie drohten sogar damit, mich nach dem Tode meines Mannes von unserem kleinen Stück Land zu vertreiben, von dem ich abhängig war. Sie erwarteten, dass er sterben würde. Sie lehnten ihn ab, weil er verantwortungslos gehandelt hatte: Er verschwand für ein Jahr, ohne uns wissen zu lassen, wo er war. Wenn er zuhause war, trank er bis zur Besinnungslosigkeit und schlug mich halb tot. Dennoch liebte ich ihn und hoffte, dass er sich eines Tages ändern und ein besserer Mensch würde."

"Ich fühlte mich sehr geliebt"

 "Genau in dieser schlimmen Zeit nahm mich das Compassion-Projekt auf. Sie gaben mir Hoffnung, die ich nie gehabt hatte. Die Mitarbeiter machten mir liebevoll Mut, einen Bluttest durchführen zu lassen, um meinen HIV-Status zu erfahren. Tatsächlich wurde ich HIV-positiv diagnostiziert. Das war ein Schock, ich war am Boden zerstört. Doch die Mitarbeiter nahmen mich mit zur Beratung und beteten auch für mich. Ich fühlte mich sehr geliebt, weil ich zum ersten Mal liebevolle und ermutigende Worte hörte. Das gab mir die Kraft, mein Leben anzunehmen und hart für meine Kinder zu arbeiten. Mein Leben wurde viel leichter, als ich mir jemals erträumt hätte. Auch mein Baby wurde getestet. Ich warte noch darauf, ihren Status zu erfahren."

 "Teil des Compassion-Projekts zu sein hat sich in vielerlei Hinsicht positiv auf das Leben meiner Familie ausgewirkt. Mein Baby ist nun ein registriertes Kind im Projekt. Sie bekommt medizinische Hilfe, wann immer es ihr nicht gut geht. Das Projekt übernimmt alle Kosten dafür, einschließlich der Fahrt zur Gesundheitsstation und zurück. Auch ich werde behandelt, wenn ich krank bin. Außerdem bekomme ich regelmäßig ARVs [Antiretrovirale Medikamente gegen die HI-Viren, die diese auf kaum messbare Mengen im Blut reduzieren und das Leben von HIV-Kranken enorm verlängern und verbessern – die Red.]. Dank des Kinderzentrums besitzen wir nun Dinge, die wir vorher nie hatten: eine Matratze, Bettwäsche, Seife, Salz und eine Lampe. Wir bekommen auch Nahrungsmittel, zum Beispiel nahrhaftes Sojamehl."

Hilfe zur Selbsthilfe statt Almosen

"Im Projekt erlerne ich auch handwerkliche Tätigkeiten, um mir ein Einkommen sichern zu können. Zum Beispiel Schneidern, Häkeln und Backen, was mir helfen wird, für mich selbst zu sorgen. Ich habe auch viel über die Bedeutung gesunder Ernährung für mich und meine Kinder gelernt. Ich bereite für sie jetzt ein ausgewogenes Essen zu. Inzwischen fühle ich mich auch kräftig genug, um in den Garten zu gehen und Pflanzen anzubauen. Ich spare etwas Geld, um für den Fall, dass ich von diesem Grundstück verwiesen werde, in der Lage zu sein, für mich und meine Familie ein Zimmer zu mieten, wo wir wohnen können."

 "Ich danke den Mitarbeitern und Unterstützern des Compassion Projekts für ihre Großzügigkeit. Sie haben mein Leben und das meiner Kinder gerettet. Das Kaginga Kinderzentrum ist ein Segen, nicht allein für mich, sondern für den ganzen Ort. Möge der Herr alle segnen - wer immer daran Anteil hat, unser Leben zu verbessern."

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Von jedem an Jesus.de gespendeten Euro geben wir 10 Cent an das "Kaginga Kinderzentrum", um Menschen wie Beatrice zu unterstützen. Machst du auch mit?

Ausführliche Informationen über unser Jesus.de-Spendenprojekt 2012 findest du
hier.