Zwischen Frust und Lust: Ehrenamtliche Gemeinde-Mitarbeiter gesucht!
Das Kirchenmagazin 3E sucht Statements und kurze Geschichten von motivierten, frustrierten, ermutigten und müden Mitarbeitern aus der Kirche.
Warum machst mit? Warum nicht mehr? Welche Herausforderungen siehst du im Umgang mit Mitarbeitern? Was motiviert dich, in der Gemeinde mitzuarbeiten?
Stimmen (gerne mit Bild) an info@Magazin3E.net.
Info zu 3E: www.magazin3E.net



Kommentare zu diesem Eintrag: (12 insgesamt)
Die Kommentare spiegeln nicht automatisch die Meinung der Redaktion wider.
Alle 12 Kommentare anzeigen »
Re: Meinungen zu:Zwischen Frust und Lust: Ehrenamtliche Gemeinde-Mitarbeiter ges
Hallo
Ich sehe das ehrenamtliche Engagement als eine vieler tragenden Säulen einer Ortsgemeinde an. Nachdem ich im Jahr 1996 die Spaltung einer Gemeinde miterlebt hatte (und auch nicht verhindern konnte), ergab sich die Situation, dass die Hälfte der Gemeinde zurückblieb und die andere Hälfte neue Gemeinderäumlichkeiten brauchte, neu anhand des Wortes Gottes prüfte, welche Haltungen und Handlungen aufgrund von Traditionen und welche anhand des Wortes nachvollziehbar und für uns auch richtig waren. Weder die alte, noch die nun abgespaltene Gemeinde hatte festangestellte Pastoren, Priester, Diakone oder ähnliches.
Ich hatte während der ersten Jahre die Tontechnik übernommen und als wir später dann aufgrund eines am Versammlungsort geplanten Neubaus neue Räumlichkeiten benötigt hatten, die Raumsuche mit einem Bruder gemeinsam vorangebracht, schliesslich die Gesamtkoordination für den Umbau übernommen - ohne entsprechende jahrelange Erfahrung in einem Bauprojekt. Es war eine Freude, Geschwister zu mobilisieren und anzuleiten, ihre Fertigkeiten einzubringen und während der aktiven Bauphasen entstand viel Freude unter den teilnehmenden Geschwistern. Es gab wie in jedem Projekt Herausforderungen und manches Thema wurde zum Gebetsanliegen für die ganze Gemeinde, der Fortschritt war erlebbar, da wir bereits früh im selben Gebäude auf einem anderen Stockwerk unsere Gottesdienste abhielten.
Ich durfte damals lernen, wie sehr wir tatsächlich von Gottes Gnade abhängig sind, dass wir zwar sehr vieles aus eigener Kraft und eigener Überlegung bewältigen können, jedoch immer wieder an eigenen Grenzen ankommen können.
Desweiteren ist es für mich schwer gewesen, meine Prioritäten richtig zu leben -
1) Beziehung zu Gott
2) Beziehung zu meiner Frau
3) Beziehung zu unseren Kindern
4) Arbeit und Einkommen (Beruf)
5) Gemeindearbeit
6) alles aussen herum
Es war ein ganzes Stück Weg, bis ich erkennen konnte dass bei mir einiges in Schieflage geraten war, denn ich tendierte dazu zunächst fremde Weinberge zu bearbeiten, bevor ich meinem eigenen (Familie) gerecht wurde. Zudem stellte ich die Beziehung zu meiner Frau über meine persönliche Beziehung zu Gott und während der Umbauphase engagierte ich mich jeden Tag für die Gemeinde...
Mein Fazit: Es ist wertvoll und gut, sich im Reich Gottes zu engagieren - ein jeder in seinen individuellen Gaben und Stärken, mit Freude und im richtigen Prioritätenmix.
Es ist falsch, davon auszugehen, dass EIN vollbezahlter Pastor über alle Gaben verfügen kann, um die Bedürfnisse aller Geschwister in einer Gemeinde abdecken zu können. Mit Materiellem lässt sich Wertschätzung nicht hinreichend kaufen und deutlich mehr Geschwister könnten in ihre Aufgabe und ihren Platz finden, wenn wir mehr Hirten in unseren Gemeinden hätten, die darauf bedacht sind, Wegweiser zu sein, unterstützend und integrierend tätig würden... Entgegen des Zeitgeistes, in permanenter Zeitnot unterwegs sein zu müssen.
Meine Ehe ist gescheitert, nach 22 Jahren trennte ich mich nun auch von der damaligen Gemeinde und nun beginne ich in einer neuen Gemeinde, suche meinen Platz und beübe mich darin, nicht dieselben Fehler wieder zu begehen. Drei eigene Kinder, 17,15,11.
Beste Grüsse und viel Mut und Kraft, Stärke, Land in Besitz zu nehmen
Tobias
Re: Meinungen zu:Zwischen Frust und Lust: Ehrenamtliche Gemeinde-Mitarbeiter ges
Ich habe auch meine Probleme damit, einem fremden Magazin meine Geschichte zu erzählen. Dies tue ich lieber auf jesus.de, da kenne ich alles. Ich bin auch von meiner ehrenamtlichen Arbeit gefrustet. Unsere landeskirchl. Gemeinschaft muss mit einer anderen fusionieren, da unser Gemeindeleiter und Kassierer ein Burn-out hatte und alle Ämter niederlegte. Ich habe die kommissarische Gemeindeleitung übernommen und wir hatten einen Arbeitskreis gebildet, der die Fusion mit der anderen LKG verhandelte. Jedes Mitglied konnte dort freiwillig mitmachen. Nur 4 waren bereit. Nach den Verhandlungen wurde das Ergebnis dann vorgestellt und debattiert. Dabei wurden Stimmen aus den Ecken laut, die nicht gewillt waren am Fusions-Arbeitskreis teilzunehmen. Und diese Stimmen haben dann trotz meiner Bedenken Änderungen verabschiedet ohne sie mit der anderen LKG zu besprechen. Diese ist natürlich verärgert und die Fusion steht auf der Kippe.
Somit werde ich mein Amt zum Ende des Monats niederlegen, damit ich nicht auch ein Burn-out erleide, da alle Aufgaben beim Scheitern der Fusion an mir hängen bleiben würden, da keiner bereit ist, mit anzupacken. So bleibt mir nur ein Gemeindewechsel übrig.
Alle 12 Kommentare anzeigen »