Ein absolut lesenswertes Buch über zwei auf ihre Art geniale, unglaublich sympathische junge Männer und ihre Familie, aber auch ein Buch mit Einblicken in eine ganz persönliche Beziehung zu Gott, von der man viel lernen kann. Ich hoffe, dass es noch einen zweiten, dritten und vierten Band geben wird!
Fünf Worte ziehen Sabine Zinkernagel im Mai 1997 den Boden unter den Füßen weg. Lapidar dahergesagt von ihrem Frauenarzt. „Das gibt wieder einen Hydrozephalus“. Noch ein Kind mit Behinderung obwohl doch schon der erste Sohn behindert ist und die Autorin selbst an multipler Sklerose erkrankt ist?
Eine Abtreibung steht für sie dennoch nicht zur Debatte, obwohl sie sich absolut nicht vorstellen kann, wie das alles gehen soll. Aber sie hofft, dass Gott ihr einen Weg zeigt.
Ihre Zweifel, Ängste und Sorgen schreibt sie in Briefen an Gott nieder. Fünf davon sind im Buch nachzulesen und sie zeigen, dass man auch als Pfarrfrau und stark im Glauben stehende Christin in die Situation kommen kann, dass man an seine Grenzen stößt und Gott anzweifelt und anklagt. Mich haben diese Briefe zutiefst berührt, denn sie zeigen schonungslos ehrlich viele Gedanken auf, die ich mir selbst auch schon gemacht habe und die man sich oft kaum traut, laut auszusprechen oder zu Ende zu denken.
Neben den Briefen an Gott ist das Buch voll von Geschichten über Jacob und Cornelius. Ihre Mutter beschreibt den Alltag mit den beiden so, dass man immer wieder schmunzeln oder sogar laut lachen muss, aber ohne dass jemals einer der beiden bloßgestellt wird oder Dinge preis gegeben werden, die nicht in die Öffentlichkeit gehören. Die Autorin hat einen wundervollen Humor, mit dem sie nicht nur im Nachhinein die Geschichten erzählt, sondern auch in den verschiedensten, teilweise wirklich haarsträubenden, Situationen mit allem umgeht und dadurch manche Situation entschärft.
Besonders beeindruckt hat mich, dass die Autorin nicht beschönigt und verharmlost, dass sie das Leben mit zwei behinderten Kindern nicht als problemlos und total einfach darstellt. Dass sie aber dennoch nicht verbittert ist, trotz allem den Blick für das Gute in ihrem Leben und ihrer Situation nicht verschließt und dass sie genau die richtige Balance gefunden hat, einerseits authentisch und ehrlich von ihren Söhnen zu erzählen und andererseits nicht ihre Intimsphäre zu verletzen. Fazit: Ein absolut lesenswertes Buch über zwei auf ihre Art geniale, unglaublich sympathische junge Männer und ihre Familie, aber auch ein Buch mit Einblicken in eine ganz persönliche Beziehung zu Gott, von der man viel lernen kann. Ich hoffe, dass es noch einen zweiten, dritten und vierten Band geben wird!
Kommentare zu diesem Eintrag: (17 insgesamt)
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Re: Sabine Zinkernagel: Wer nur auf die Löcher starrt, verpasst den Käse
Endlich bin ich heute nach Darmstadt gefahren um in der christlichen Buchhandlung Jemimas Buch und noch ein anderes Buch zu kaufen...
und wie ich es geahnt haben:
ich ging mit 3 prallen Tüten wieder raus!
Aber Jemimas Buch les ich jetzt als erstes!
Re: Sabine Zinkernagel: Wer nur auf die Löcher starrt, verpasst den Käse
Ich hab das spontan meiner Mutter bestellt und als Geschenk geschickt - ich bin gespannt was sie sagt (und borg mir das Buch danach auch mal aus
) !
LG
Amouum
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