Die Lektüre ist eine Bereicherung für jedes Kinderzimmer, in dem Mädchen und Jungen leben, die wild und frech und wunderbar sind.
Kuddel und Muddel sind zwei aufgeweckte Kinder, die in der Leopoldstraße 11 wohnen. Das Haus könnte an jedem x-beliebigen Ort stehen. Die Geschichten von Kai und Milli, so werden sie von den Eltern genannt, können sich heute genauso wie vor 50 Jahren zugetragen haben. Der durchschnittliche Leser dürfte zwischen acht und elf Jahren sein. Und falls Mama oder Papa dieses hübsche Buch in die Hände bekommt, ist ein ebenso vergnüglicher Leseabend garantiert.
Autor Sven Gerhardt ist ein besonderer Clou gelungen. Einer der Mitbewohner in der Leopoldstraße 11 ist pensionierter Pfarrer. Zwei Merkmale charakterisieren ihn: Er ist nie schlecht gelaunt und trägt die Streiche der beiden Kinder nicht nach. Er hilft sogar, wenn in einer frei stehenden Wohnung die unfreundlichen Nachmieter nicht einziehen, weil eine der zehn Plagen des Pharao vorher großen Schrecken einjagen. 19 Frösche sind es, die quer durch die Zimmer hüpfen. Kai und Milli haben sie im Stadtpark eingefangen und heimlich aus dem Karton gelassen. Der Pfarrer versteht sich auf die Geschichten des Alten Testaments. Die Arche, kurzerhand an einem verregneten Tag als eine Kiste auf dem Weg zum Supermarkt gebraucht, rettet Schnecken und Regenwürmer. Ben, der auf dem Schulhof eine Schlägerei androht, wird gleich David gegen Goliath mit einer Schokoladenschleuder milde gestimmt. Und die Trompete, mit der Josua die Stadtmauern um Jericho zum Einsturz brachte, könnte auf jedem gut sortierten Flohmarkt zu finden sein…
Die Zeichnungen für „Kuddel und Muddel“ fertigte Nina Dulleck an. Sie lebt in Rheinhessen inmitten von Kirschbaumplantagen und Weinbergen. Am vielleicht besten Ort, um Inspiration für diese gelungene Illustration zu finden.
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