Wer Biografien von ungewöhnlichen Menschen sammelt, sollte das Buch lesen und zu den anderen stellen. Wer Kraft sucht für ein Leben mit Feuer, sollte sich den Vers von Martin Dreyers Berufung zu Herzen nehmen: Lukasevangelium, Kapitel 12, Vers 49.
Ein Jahr ist es schon her, dass „Jesus Freak – Leben zwischen Kiez, Koks und Kirche“ erschienen ist. Recht viel Neues war im vergangenen Jahr vom Bestseller-Autor der „Volxbibel“ nicht zu hören. Die Bibelübertragung in außergewöhnlicher Sprache dürfte das bislang erfolgreichste Werk des extravaganten Mannes gewesen sein. Die Biografie erklärt letztendlich den langen Weg, die Umwege, Tiefschläge und Höhenflüge des Autors. Martin Dreyer schreibt einfach, für das Volk eben.
Schaut er heute Clips mit Predigten seiner Anfangszeit an, so kommt er sich selbst mitunter oberflächlich vor. Beim Lesen des Buches ist es ähnlich. Zwar mag der Rebell mit den radikalen Ansichten anfangs beeindrucken, wirklich überzeugen können die Jahre bis zur Gründung der Jesus Freaks aber nicht. Und so kam es, wie es vielleicht kommen musste: Martin Dreyer rutschte ab. Er verliert sich in der Versuchung des Drogendschungels, wird abhängig von einer berauschenden Liebesbeziehung und verliert mitten in der Depression fast das Leben.
Doch dann kämpft er sich zurück - und findet seine Frau Rahel. Im Mai 2011 kommt Tochter Zoé Marie auf die Welt. Mit der Verantwortung als Familienvater wird auch die Sprache des studierten Theologen und Sozialpädagogen fester. Aus dem Spruch „Es gibt nichts heftigeres, als den Macher des Universums zum Freund zu haben“ in den frühen 90er Jahren ist 2011 der reife Satz geworden: „Im Rückblick glaube ich in meinem Leben einen ständigen Kampf zwischen Gut und Böse zu erkennen. Dieser Kampf fand nicht nur um mich herum, sondern auch in mir statt. Der letzte zuverlässige Faktor, der mir am Ende immer geholfen hat, war auch hier mein Glaube an Jesus.“ Viel Jesus ist in dem Buch zu entdecken. Und viel von einem Freak. Der Freak glaubt daran, dass Gott ihn gebraucht, um den Leuten das Evangelium in ihrer Sprache zu bringen. Der Tochter wünscht er, im Nachwort, dass sie von seinen Niederlagen lernt und sich von seinen Siegen motivieren lässt. Dass Martin Dreyer nicht nur ein Vorbild ist, sondern auch viel Hilfe erfahren durfte, wird spätestens in der Dankesliste deutlich: Sie umfasst ganze drei Seiten.
Kommentare zu diesem Eintrag: (144 insgesamt)
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Re: Martin Dreyer: Jesus-Freak - Leben zwischen Kiez, Koks und Kirche
Mir persönlich dreht sich beim Lesen der Volx-Bibel der Magen rum.
Habe auf dem letzten Kirchentag darin geblättert....uhhhh...grauenhaft.
Ich bin aber auch sehr sprachverliebt und mag es,wenn sich jemand gut oder sogar poetisch ausdrücken kann.
Und ich hab auch so meine Bedenken,wenn man sich zu sehr und zu schnell an "Jugendsprache" anpassen will.
Klar, verändert sich Sprache, aber wir müßen sie nicht auch noch in einen Expresszug setzen und das vorantreiben...
Zurück zur Volxbibel.
Gott wirkt auf sehr unterschiedliche und ungewöhnliche Weise.
Er wirkt vielleicht auch dadurch...
Deshalb kann ich die Volxbibel nicht komplett ablehnen,so sehr ich das auch gern täte...
schauder
Re: Martin Dreyer: Jesus-Freak - Leben zwischen Kiez, Koks und Kirche
Die einen empfinden derlei Veränderung von Gottes Wort als lästerlich und wenden sich ab... andere können damit umgehen, sehen sogar Fortschritt.
Beide Parteiungen unterliegen dereinst Gottes gerechtem Gericht.
Doch möchte ich aus einem spontanen Gedankengang heraus an zwei Bibelstellen aufzeigen über wen derlei geschrieben wird:
Johannes 1,1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. 2 Dieses (ER) war im Anfang bei Gott. 3 Alles ward durch dasselbe (IHN), und ohne dasselbe (IHN) ward auch nicht eines, das geworden ist.
Römer 11, 36. Denn von ihm und durch ihn und für ihn sind alle Dinge; ihm sei die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen.
Wenn ich das lese...
will und muss ich mich vor dem Allmächtigen beugen, und ich will und muss die Finger von derlei lassen.
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