Eines vorweg:
Ich kenne dieses Journal überhaupt nicht, von daher kann ich mit dem Verweis darauf auch nichts anfangen.
Aber nun zum Eigentlichen:
Wenn ich dich also richtig verstehe, dann sagst du, dass jeder den Begriff sexy füllen kann und soll, wie er lustig ist. Der Begriff verliert damit zwar seine Bedeutung, aber ok. Folglich verstehe ich auch, dass du die Forderung "sexy raus" vehement ablehnst, weil das je nach Gesichtspunkt jeden von uns trifft.
Ich teile diese radikal-subjektivistische (und in letzter Konsequenz dekonstruktivistische) Sicht nicht. Ich denke, dass man das Wort sexy mit einer Art Mehrheitsvotum abdecken kann, welches man dann als Spektrum darstellt. Nur so ist sichergestellt, dass das Wort tatsächlich noch eine Bedeutung hat. Sexy ist folglich ein Begriff, der kultur- und zeitabhängig gefüllt werden muss. In unserer Gesellschaft zählen diverse Dinge als sexy (z.B. hohe Schuhe, sehr enge Kleidung, auffällige Schminke, kurze Röcke etc.) und diverse Dinge als nicht-sexy (z.B. Birkenstock-Sandalen, ausgebeulte Hosen, Militärhaarschnitte bei Frauen, Kleidung, die dem Träger ein paar Nummern zu groß ist etc.). Und an einer solchen für den normalen Menschen unserer Zeit und Kultur verständlichen Liste entscheidet sich dann auch, was sexy ist, und was nicht.
Damit ist übrigens nicht ausgeschlossen, dass jeder Einzelne indivduelle Vorlieben und Abneigungen hat. Aber wir haben so einen bei uns gültigen Dresscode festgelegt, an dem sich jeder orientieren kann: Wenn ich in die Disco gehe, werde ich mich eher sexy anziehen und weiß nun, was ich tragen sollte. Wenn ich zu einem Kundentermin gehe, will ich eher seriös aussehen und weiß dank eines ähnlichen Verfahrens, was ich anziehen sollte. Waren meine Ausführungen soweit verständlich?

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