Warum betonen diejenigen dann oft so ausdrücklich, dass Gott hier klar und deutlich ein Wunder getan hat?
Mich beunruhigt nicht der Gedanke, dass es Wunder gewesen sein könnten, sondern eher der Umstand, dass diese Begebenheiten als definitive Wunder dargestellt werden.
Aus mehreren Gründen:
1. Es werden sich daraus nicht selten gefährliche Automatismen abgeleitet (wer richtig glaubt, bekommt auch sein Wunder, und wer keine Wunder erlebt, der glaubt nicht richtig.
2. Solche Begebenheiten, wie sie geschildert werden, passieren Nichtchristen genauso häufig. Ich finde es ein wenig hoffährtig, dann so zu tun, als sei es bei einem selbst ein Wunder, weil man ja schließlich Christ ist, und bei den anderen keines.
3. Es macht ein beschränktes, verzerrtes und infantiles Gottesbild.
4. Es zementiert die Theodizee-Frage und gibt ihr noch eine sehr ungesunde Komponente (nämlich, dass Gott die kleinen Probleme der Christen offenbar wichtiger sind, als die großen Probleme der Nichtchristen).
5. Es stellt Gott so dar, als sei er offenbar imstande, kleine Probleme zu lösen, aber scheitere offenbar an den großen.
6. Ich finde eine solche Darstellung zu egozentrisch, und Egozentrik widerspricht m.E. dem biblischen Glauben.

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