Hallo,
Menschen, die wegen einer Psychose behandelt werden, gehören durchaus in die Gemeinden. Das allein ist unproblematisch - ich weiß auch von einem Fall in einer Pfingstgemeinde. (Der Mann wird allerdings seit langem behandelt.) Probleme gab es einmal mit einer Frau, die in manischen Phasen solange redete, bis man sie hinderte - und sich dann in der Depression in Grund und Boden schämte.
Nur: Auch zum Schutz dieser Menschen werden Eindrücke, Zeugnisse und ähnliches vorher (mit allen Gemeindemitgliedern und -gästen) abgesprochen. Faktisch wird dann eben nur berichtet, was nach allgemeinen Vernunftbegriffen möglich ist. Ein Zeugnis über die Wirkung eines neuen Medikaments ist überzeugend und anrührend. Ein Zeugnis einer manischen Frau über den Gott, der sie so völlig geheilt hat, wird unterdrückt, weil es die nächste depressive Phase noch schwerer machen würde. (Letztlich fühlte sich die Frau dann aber doch zu sehr kontrolliert und die Gemeinde war mit den Monologe überfordert. Nach einigen Jahren verließ sie die Gemeinde.) Aber kein Mensch käme auf die Idee einen kranken Menschen Zeugnisse über fliegende Elefanten, die Existenz des Beamens und dergleichen ablegen zu lassen.
Ich fürchte man bringt Mensen sogar in Gefahr, wenn man offensichtlich Unsinniges dieser Art einfach als möglich und plausibel deklariert.
Ähnliches gilt für die Stimme Gottes. Innere Stimmen melden sie wohl auch bei den überzeugtesten Atheisten. Eine Diskussion darüber, ob sie von außen kommen können oder nicht, lohnt sich nicht. Das kann man ohnehin weder beweisen noch widerlegen. Pfingstler glauben recht häufig, die Gott oder den Heiligen Geist zu vernehmen. Aber sie gehen davon aus, dass auch der "Widersacher" Auditionen, Visionen, Eindrücke und dergleichen bewirken kann. Kriterium ist dann doch wieder die Vernunft. Außerdem ist auch innerhalb dieses Denksystems nicht ausgeschlossen, dass solche "Stimmen" aus dem Menschen heraus kommen.
Abgesehen von Bush junior ist mir allerdings auch kein Politiker bekannt, der von sich behauptet mit irgendwelchen Stimmen zu kommunizieren. Bush hat wiederum mit größten Eifer gezeigt, wie christliche Politik nun wirklich nicht aussehen sollte.
Birgit

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