Nein. "Äonisch" ist ein deutsches Kunstwort, das heißt gar nichts.
Du solltest nicht alles glauben, was auf AV-Seiten steht, denn wir *wissen* zB, dass die ersten lateinischen Übersetzungen aus dem 3. Jahrhundert (zB auch in Mat 25) mit aeternum übersetzen. Und das heißt auf jeden Fall ewig.
Und das habe ich schon einmal in einem früheren Beitrag erwähnt, wenn man englisch kann, sehr zu empfehlen, es zeigt, wie kompliziert das ganze Thema ist:
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http://books.google.at/books?id=l-SmshbeyUsC&lpg=PA250&ots=5s2MyY60X0&dq=ai%C3%B4n%20from%20eternity%20to%20eternity&hl=de&pg=PA1#v=onepage&q&f=false
"Life Time Eternity - A Study of AION in Greek Literature and Philosophy, the Septuagint and Philo"
Zugegebenermaßen habe ich nur die Zusammenfassung gelesen, aber die ist schon sehr erleuchtend. Erst mit den Gnostikern (2.Jhdt aufwärts) bekommt "Aion" die Bedeutung "Zeitalter" (allerdings auch nicht abgeschlossen oder mit bekannten Grenzen, sondern eher im Sinn von Menschheitsentwicklung), für die griechischen Philosophen bedeutet es eher "volles Leben", bzw alle Zeit, während das AT darunter das von Gott Geschaffene verstanden, bzw. die Gesamtheit (der Zeit) dessen.
Und daher sprechen die Rabbiner zur Zeit Jesu tatsächlich von der jetzigen Welt und von der Welt, die (nach der Zerstörung der jetzigen) kommen wird, wenn sie vom "nächsten olam" sprechen.
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Nur, dass die äonische Strafe kein Ende finden wird. Sonst wär's ja nicht die äonische Strafe.
Wenn man das ausdrücken hätte wollen, dann hätte man es problemlos können.
Aber der Vers sagt klar: Die einen haben das ewige Leben und die anderen werden es nicht sehen.
Es steht da definitiv nicht "Sie sehen es im Moment nicht", sondern sie werden (Zukunft!) es nicht sehen.
Wo war da das Argument, vor allem sprachlich? Meinst Du, die ersten Leser (und vor allem Jesu Zuhörer) haben sich bei Mat 25:46 gedacht:
Aha - das Leben ist was gutes, gehört zu Gott, also lese ich hier "ewig" rein, die Strafe ist was böses, vor allem wird Paulus irgendwas über den Tod in 20 Jahren schreiben, also versteh ich hier "endlich"?
Wie, bitte, soll das gehen?
Gute Frage. Nur zwei Dinge:
Erstens: Dann ist 3:31 ja auch nur ein Gebet, ein brennender Wunsch eines Gläubigen, oder?
Zweitens: Ist es nicht unlogisch, dass jemand zuerst betet, dass Gott quasi niemanden auf ewig verdammt, aber es dann quasi von Gott verlangt?
Also selbst wenn wir es nur als Gebet sehen, gibt's die gleichen Fragen und die gleiche Lösung: Gott verwirft nicht für immer die, die zu ihm umkehren.
Und noch ein kleines logisches Problem für Dich:
"Für ewig verwerfen" ist etwas Schlechtes, also müsste man - nach Deinen Regeln - hier übersetzen "Für eine Zeitlang verwerfen". Nun steht in unserem Vers aber, dass Gott das nicht tut. Wie erklärst Du Dir das?
Zuerst einmal: Kann man als Verstorbener überhaupt glauben? Meinst Du, dass ein Mensch, der vor dem Richterstuhl Gottes stand, noch an Gott *zweifeln* kann? Meinst Du, dass es ein Mensch schafft, tatsächlich vor Gott zu stehen und nicht das Knie zu beugen? Wie soll das gehen?
Und schlußendlich ist es genau die Frage, ja: Aber in der Schrift steht genau nichts davon, also würde ich es auch nicht annehmen ...

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