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anonyma 895ac668f

frustriert

30.01.2012 21:11 Uhr     zu diesem Beitrag scrollen Beiträge von anonyma 895ac668f im Baum nicht mehr markieren

Eigentlich will ich gar nichts mehr als meinen Frust hier aufschreiben und ich entschuldige mich gleich mal. Ich weiß, eigentlich gehts uns gut im Vergeich zu vielen anderen aber gerade bin ich eben frustriert - morgen werde ich wieder funktionieren.

Ich lebe seit vielen Jahren am Limit, allerdings mit positiver Tendenz. Ich habe viel Arbeit, wenig Geld und bin alleinerziehend. Jedes Mal wenn eine Erleichterung im Leben kommt, frage ich mich, wie ich es bisher nur ausgehalten habe - der Erholungswert ist gering.

Der Nervenkrig mit dem Jobcenter ist zermürbend. Man kann sich dort zwar beschweren, aber erreicht einfach nichts dadurch. In diesem Jahr habe ich von dort noch gar kein Geld bekommen, obwohl die Bearbeitungsfrist längst abgelaufen ist und eine Beschwerde beim Teamleiter liegt.

Statt dessen bekomme ich neue Änderungsbescheide zurückliegender Monate, die mir wieder falsch zu sein scheinen und immer neue Formulare und Aufforderungen. (Hat nichts mit dem aktuellen Alg II zu tun) Die kriegen irgendwann einen Rappel und überprüfen etwas, wofür ich dann wieder einen Haufen Nachweise bringen muss, aber die aktuellen Zahlungen sind ja nicht wichtig. Mir wurden sogar Nachzahlungen aus diesen Neuberechnungen zugesagt, aber auf dem Konto sehe ich nichts.

Heute habe ich herausgefunden, dass mein Kind heimlich Einzelfahrscheine für die Fahrt zur Schule von seinem Taschengeld kauft, weil wir ohne Bewilligungsbescheid keinen Berechtigungsschein für das Sozialticket bekommen. Das Sozialticket ist gekauft und ich habe eine Absprache mit der Busgesellschaft, aber meinem Kind ist das dauernde erwischt-werden und sich erklären müssen so peinlich, dass es lieber auf das Taschengeld verzichtet. Scheiß Staat, können die nicht wenigstens die Kinder aus dieser Sippenhaft entlassen?

Leider zahlt nun auch mein Hauptarbeitgeber nicht - einfach so - und am 1. ist die Miete fällig. Auf Anfrage entschuldigten sie sich, sie haben eben Umstrukturierungen. Die Miete wird trotzdem abgebucht und meine Bank freut sich. Warum bin ich eigentlich immer diejenige, die die Zeche zahlt?

Trotzdem habe ich mich riesig auf die Winterferien gefreut. Nachdem mein Kind wieder mehrmals von seinem Vater ausgeladen wurde, durfte es heute zu ihm fahren. Da habe ich mir endlich erlaubt zu glauben, dass ich etwas Entspannung haben werde. Die Fahrtkosten tun mir ganz schön weh, aber ich spare ja das Essen - dachte ich. Gerade kam der Anruf: Mein Kind kommt morgen schon zurück. Dabei hatte es einen ganz tollen anderen Urlaub dafür sausen lassen.

Und ich bin am Ende meiner Kräfte. Ich kann normalerweise immer weiterarbeiten, aber wenn ich mich auf ein paar (fast) freie Tage freue, kann ich irgendwie nicht mehr zurück und fühle mich nur noch überfordert und frustriert. Wann hat das alles mal ein Ende? Wann sind wir nicht mehr die verachteten, blöden Hartzis mit denen man´s ja machen kann? Wann darf ich wieder selbst über mein Leben bestimmen und nicht irgendwelche Ämter und der Exmann?

Falls jemand so lange gelesen hat - vielen Dank.
Anonyma

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