Da es in diesem Unterforum auch um spezifische Fragen zu den einzelnen Konfessionen geht, hoffe ich, hier an der richtigen Stelle zu sein.
Meine Großmutter war sehr gläubig römisch katholisch, bevor sie die Demenz und der Tod dahinrafften. In ihrem Nachlass habe ich nun ein kleines Faltblättchen gefunden, aus dem ich nicht ganz schlau werde. Es ist ein etwa DIN A5 großer, in der Mitte gefalteter Zettel des Johannesbundes zu Leutesdorf am Rhein. Diesen e.V., von dem meine Mutter sagt, meine Großmutter sei mit ihm regelmäßig nach Lourdes sowie einmal nach Rom gepilgert, habe ich zwar im Internet gefunden, zu diesem Zettelchen selbst jedoch nichts. Was hat es mit diesem Zettel auf sich?
Auf der Vorderseite ist eine Statue der Gottesmutter abgebildet. Faltet man ihn auf, findet sich auf der linken Seite oben ein Kreuz mit einem Kreis, in der geometrischen Form einem keltischen Kreuz ähnlich, mit der Schrift in dem Kreis "CHRISTO CRUCI * CONFI- XUS SUM". Daneben der Satz "Mit Christus bin ich ans Kreuz geheftet!" Darunter befinden sich Name und Adresse meiner Großmutter, gefolgt von
"ist bereit, sich dem Krankenapostolat zu weihen. Die Aufnahme wird hiermit angenommen und bescheinigt. Leutesdorf (Rhein), den 6. Februar 1978"
Es folgt die Unterschrift des Direktors. Auf der rechten Seite des aufgefalteten Zettels findet sich folgender Text:
"Das Krankenapostolat des Johannesbundes zu Leutesdorf am Rhein
ist eine fromme Vereinigung Kranker und Leidender, die bereit sind, ihre Schmerzen geduldig, ja mit Liebe aus der Hand Gottes anzunehmen und sie in Vereinigung mit dem Kreuzesopfer Christi für die Kirche, für die Bekehrung der Sünder und für die Heiligung der Priester aufzuopfern.
Zu Gewinnung der mit dem Krankenapostolat des Johannesbundes verbundenen geistigen Vorteile ist es erforderlich, dass die Namen mit genauer Anschrift an die Leitung des Krankenapostolates in Leutesdorf am Rhein eingesandt werden.
Kranke, die wenigstens einmal in der Woche die heilige Kommunion empfangen und jeden Morgen ihr Tagewerk durch die Hände der Gottesmutter mit den Opferzwecken der heiligen Messe vereinen, können zugleich Mitglieder des Eucharistischen Kreuzzuges werden. Sie erlangen dann reiche Ablässe. Denjenigen, die den aufrichtigen Wunsch haben, wenigstens jede Woche zu kommunizieren, aber wegen ihrer Krankheit daran ver-" [Wechsel auf die Rück- und letzte Seite]
"hindert sind, kann der Beichtvater die heilige Kommunion (sowie den Kirchenbesuch zur Gewinnung des vollkommenen Ablasses) in ein anderes Werk der Frömmigkeit umwandeln. Ein Geldbetrag wird nicht gefordert. Die Kranken oder ihre Angehörigen tragen nach Möglichkeit zur Deckung der Unkosten bei.
O guter Jesus,
mache mit mir, was Du willst,
und gib mir die Kraft,
alles zu leiden aus Liebe zu Dir.
300 Tage Ablass. Monatlich vollkommener Ablass unter den gewöhnlichen Bedingungen.
Mit kirchlicher Druckerlaubnis
Bild: Michelangelo, Pietá, St. Peter, Rom
Druckerei des Johannesbundes, Leutesdorf am Rhein"
Dies wirft eine ganze Reihe von Fragen auf, unteranderem
1) Ist das eine Art Ablassbrief? Scheinbar wurde eine Spende gewünscht..
2) Warum nur 300 Tage Ablass?
3) Worum geht es? Ich nehme an, dass meine Großmutter selbst erkrankt war, was meine Mutter nicht bestätigen kann. Was sollte also meine Großmutter in ihrer Krankheit tun? Oder sollte sie für Erkrankte beten?
4) Ich verstehe den theologischen/kirchendogmatischen Hintergrund nicht im Ansatz...
etc...
Vielen Dank für eure Hilfe.
Greets
Birkarl

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