Meine Freundin, 40 Jahre alt, ist nun, nach einem Jahr Psychiatrieaufenthalt, wieder zu Hause. Diagnose war Schizophrenie.
In der Zeit, als sie im Krankenhaus war, hab ich sie nicht erlebt, weil sie keinen Besuch haben wollte; nur ihre Mutter und ihr damaliger Freund durften zu ihr.
Jetzt haben wir uns wiedergesehen und ich bin wirklich geschockt, sie so zu erleben. Sie ist überhaupt nicht mehr die Frau, die ich einmal kannte, ihr ganzes Wesen hat sich verändert. Sie wirkt phlegmatisch, ja fast erstarrt. Andererseits leicht reizbar, sodass ich nicht recht angstfrei bin im Beisammensein mit ihr, zumal sie mir jetzt auch noch erzählte, dass sie damals in der Psychose ihren Freund und später auch die alarmierten Polizisten und Rettungssanitäter zusammenschlagen wollte, enorme Kräfte entwickelt hatte. Sie steht auch jetzt noch unter Neuroleptika; auf dem Tisch türmt sich ein enormer Berg an Medikamenten, die sie täglich schlucken muss. Ein Gespräch ist mit ihr fast gar nicht mehr möglich, weil sie kaum was sagt, allerhöchstens mal "ich weiss nicht", wenn man sie nach ihrem Befinden befragt. Ich fühle mich total hilflos in dieser Situation und weiss nicht, wie ich mit ihr umgehen soll. Sie isst sehr viel und hat während ihrer Erkrankung mehr als 60 kg zugenommen. Das Übergewicht ist auch ein gesundheitliches Problem; sie kommt kaum mehr die Treppen hoch, hat auch oft Wassereinlagerungen in den Beinen, sodass sie ihre Stiefeletten im Winter nur noch mit offenem Reissverschluss unter der Hose tragen kann. Ich bin entsetzt und überaus betroffen, sie so zu erleben. Noch viel schlimmer aber ist die Persönlichkeitsveränderung. Was kommt durch die Medikamente, was kommt von der Psychose?
Nun teilte sie mir mit, dass sie 7 Nächte nicht mehr hat schlafen können. Was ist das nun? Der Beginn eines neues Psychose-Schubes? Oder kann das aufgrund der Medikation entstehen?
Kann mir jemand sagen, wie ich mit ihr am Besten umgehe, was ich tun, was ich nicht tun sollte? Das Beisammensein mit ihr ist für mich jetzt immer sehr anstrengend, weil ich mich so verunsichert fühle.
Danke.

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