Ich war diese Woche auf dem Willow-Leitungskongress in Stuttgart. Es war für mich das zweite Mal, und ich fand die Atmosphäre und die Vorträge großartig. Sicher waren einige von Euch auch dabei.
Zu Beginn sagte Bill Hybels, dass er etwas enttäuscht über die Entwicklung der Gemeinden hier in Deutschland sei. Auch ich empfinde diesen Kontrast zwischen der Hochstimmung der Konferenz und der Realität in unserem Land als sehr schmerzhaft.
Meine Frau und ich sind in 2010 nach Stuttgart gezogen und haben so ziemlich alle infrage kommenden Gemeinden hier abgeklappert. Die Suche war frustrierend, denn die Gemeinden hier sind entweder an den äußeren Flügeln des Frömmigkeitsspektrums angesiedelt oder in Traditionen erstarrt. Es gibt zwar gut laufende Gemeinden, mit vielen Talenten und guten Ansätzen. Aber nur ganz wenige fahren eine wirklich konsequente Evangelisationsstrategie.
Warum ist das so? Warum lassen sich 7000 Menschen beim Willow-Kongress "betanken" und verschwenden ihren Treibstoff nur für die Ausstattung ihres eh schon luxuriösen Gemeindenests? Warum nehmen so wenig Leute den Evangelisationsauftrag ernst?
Wie macht Ihr das? Wie könnt Ihr Bill Hybels in zwei Jahren in die Augen schauen und ihm sagen: Außer Spesen nichts gewesen?
Nachtrag vom 29.01.2012 08:55:59
P.S.: Ich schließe mich selbst natürlich in diese Anfrage ein. Ich würde mich freuen, wenn hier eine reife, selbstkritische Diskussion in Gang käme.
Nachtrag vom 29.01.2012 14:18:49
P.P.S.: Zum letzten Satz: Natürlich geht es mir nicht darum, wie man Bill Hybels in die Augen schauen kann, sondern sich selbst und Gott. War vielleicht etwas provokant formuliert...

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