Mutter Nacht
Den Ängstlichen die samtene Decke der Nacht,
den Verletzten ihren dunklen Balsam
Wer sich in ihren Schutz gebracht,
dem sei sie lind und heilsam
Den Verzweifelten ihr fester Wille,
den Einsamen ihr leises Regen
Wer sich erfrischt in ihrer klaren Stille,
der sei um nichts verlegen
Den Träumern ihren milden Frieden,
den Hoffenden ihre Sterne
Wer die Nacht bisher gemieden
der verweile nun; und lerne
—
Des Nachts
Wann nur kommt ein Engel
und gießt Schlaf in meine Augen?
Faltet meine Hände
und ihr Zittern fährt in seine Flügel?
Alles kann zum Sterben taugen
Dämonen rasen ohne Zügel
durch die Glut der Kerzen
Des Nachts
in meinem Herzen

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