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Bildung gegen Fakenews: Medienbischof fordert mehr Internet-Kompetenz

 

Der katholische Medienbischof Gebhard Fürst fordert eine breite Bildungs- und Aufklärungsbewegung gegen Fake News in den Sozialen Netzwerken.

"Es ist in unserer Gesellschaft offensichtlich einiges ins Rutschen geraten, wenn viele Menschen der Propaganda anderer Staaten und dubioser Internetquellen mehr vertrauen als den eigenen politischen Akteuren und den freien Medien in Deutschland", erklärte der Bischof von Rottenburg-Stuttgart am Dienstag. Man werde die Herausforderungen nicht alleine mit rechtlichen Mitteln bewältigen können.

"Je intransparenter das digitale Netz ist, desto kompetenter müssen die Bürger im Umgang damit werden", fügte der Vorsitzende der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz hinzu. Dies gelte sowohl mit Blick auf Falschmeldungen, als auch angesichts von Desinformation im Internet von außen. Fürst: "Es wäre eine tragische Entwicklung, wenn die demokratischen Entscheidungen unserer freien Gesellschaft am Ende durch die Lügen undemokratischer Kräfte manipuliert würden."

Soziale Netzwerke müssen Medienrecht unterworfen werden

Die Sozialen Netzwerke dürfen sich Fürst zufolge nicht hinter den Nutzern verstecken, sondern müssten als "Medienmaschinen" auch den Regeln des Medienrechts unterworfen werden. Bei Fake News gehe es aber noch um mehr. Mit den gewachsenen Möglichkeiten des digitalen Zeitalters stehe die "grundsätzliche Bedeutung der Medien in einer demokratischen Gesellschaft ganz oben auf der Tagesordnung". Freie und verantwortlich agierende Medien seien eine "unverzichtbare Grundlage jeder Demokratie". Die Medien müssten sich allerdings auch die Frage stellen lassen müssen, ob sie stets ihrer Verantwortung gerecht werden und das Vertrauen der Bürger verdienen.

(Quelle:epd)