Im Jahr 1887 gründete der Wittener FeG-Prediger Friedrich Fries mit einem Startkapital von 6,80 Mark eine Handelsgesellschaft, aus der später der SCM Bundes-Verlag hervorging. „Damals wie heute stehen die Mitarbeiter vor der großen Aufgabe, frohmachende Botschafter Gottes zu sein“, sagte der Unternehmer Friedhelm Loh, Vorsitzender der Stiftung Christliche Medien (SCM), in seinem Grußwort während der Festveranstaltung.

Drei Jahre nach der Verlagsgründung hatte Fries im Jahr 1890 die erste Zeitschrift produziert. „Der Märkische Evangelist“ kostete pro Ausgabe einen Pfennig. Heute gibt der SCM Bundes-Verlag 14 Zeitschriften heraus, darunter Titel wie „family“, „AUFATMEN“, „teensmag“, „Joyce“ und „lebenslust“, betreibt unser Internetportal Jesus.de und ist Teil der im Jahr 2000 gegründeten Stiftung Christliche Medien (SCM).

Loh, der auch Vizepräsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie ist, gab in seiner Ansprache einen Ausblick auf die Zukunft. Er betonte die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung: „Noch nie war es so einfach Menschen zu erreichen. Gleichzeitig war es aber auch noch nie so schwer sie zu gewinnen.“ Die neue Technik bringe für Christen eine große Verantwortung mit sich. „Denn unser erstes Ziel in der Stiftung bleibt es, gemeinsam Menschen zum Glauben an Christus zu bringen.“ Als Unternehmer rechne er aufgrund der Digitalisierung auch mit „stürmischen Zeiten“, für die es „starke Wurzeln“ in Christus bräuchte.

Der SCM Bundes-Verlag ist bereits jetzt mit zahlreichen Seiten und auf vielfältige Weise im Internet vertreten, setzt aber weiter auf seine Kernkompetenz, das „analoge“ Zeitschriftengeschäft. „Menschen werden zu Lesern, wenn das Produkt gut ist. Wer den Ton und die Nöte der Menschen trifft, der kann wachsen“, erklärte Verlagsleiter Ulrich Eggers. „Es ist noch völlig unklar, ob und wieviel Geld in unserer Branche online zu verdienen sein wird. Hoffentlich wird es bezahlte Inhalte geben.“

Die Festveranstaltung anlässlich der Jubiläumsfeier war ein Stelldichein der evangelischen christlichen Medienszene. Außerdem waren Vertreter zahlreicher Werke und Verbände nach Witten gekommen. Für die Evangelische Allianz dankte deren Vorsitzender Dr. Michael Diener, gleichzeitig Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbands, für „Transparenz, Kompetenz und Glaubwürdigkeit, die ich persönlich erfahren habe“, und würdigte das Zeitschriftsprojekt 3E als „tollen Brückenschlag“ hinein in die landeskirchliche Welt.

„Gott sei gedankt“

Eine passendere Tageslosung für einen solchen Festtag könne es kaum geben, unterstrich SCM-Geschäftsführer Frieder Trommer: „Gott sei gedankt, der uns allezeit Sieg gibt in Christus – so steht es im zweiten Korintherbrief.“ Und in dieser Beziehung zu Gott liege das Geheimnis des Verlags: „Gott ist der Ursprung, unser Gaben- und Chancengeber“, erklärte Trommer. „Christus hat uns begleitet, wir haben viel Grund zur Dankbarkeit.“

Dr. Michael Brinkmann, der Leiter des Referats Publizistik der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), bezeichnete die Arbeit des SCM Bundes-Verlags als Umsetzung dessen, was der Reformator Martin Luther mit den Worten „dem Volk aufs Maul schauen“ umschrieben hatte. Das Wort Gottes müsse für jeden verständlich verkündet werden. Dafür übernehme der Verlag mit seinen Zeitschriften Verantwortung. Diese publizistische Arbeit sei ein vorbildliches Beispiel für „gelebten Glauben“ und das Ernstnehmen des „allgemeinen Priestertums“.

„Empfängerorientiert kommunizieren, das habt ihr uns Predigern manchmal voraus“, lobte FeG-Präses Ansgar Hörsting die Arbeit des Verlags und der gesamten Stiftung in seiner Festtagspredigt. „Was hilft die beste Botschaft, wenn sie nicht gehört, verstanden und geglaubt wird?“ Dies sei die Aufgabe, der sich Stiftung und Verlag täglich stellten. „Wir Christen dürfen die frohe Botschaft in 1000 Nuancen weitergeben, voller Gnade, aber auch voller Wahrheit.“ Die Substanz müsse stimmen, und die, so Hörsting, komme von Christus allein.
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