„Gut zu (er)tragen?“ : Micha-Initiative setzt sich für menschenwürdige Mode ein

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Die Micha-Initiative will sich mit der Fortführung der Kampagne „gut zu (er)tragen?“ im Oktober 2015 für bessere Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie einsetzen. Die Aktionswoche findet vom 12. bis 18. Oktober 2015 deutschlandweit statt und endet mit besonderen Gottesdiensten zum „Micha-Sonntag.
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Die Micha-Kampagne „gut zu (er)tragen?“ will Aufmerksamkeit auf die Aspekte von Menschenwürde, Gerechtigkeit und Arbeit lenken und durch Vertiefungsartikel eine Begründung für das Engagement herleiten.

Neben niedrigen Löhnen, die etwa für die meisten Näherinnen und Näher in Asien nur knapp zum Überleben reichen, herrschen bei Textilien an vielen Stellen der Produktionskette problematische Arbeitsbedingungen vor. So sind die gesundheitlichen und ökologischen Folgen des Baumwollanbaus gravierend. Bei keinem anderen landwirtschaftlichen Produkt werden so viele Chemikalien eingesetzt wie bei Baumwolle. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation sterben jährlich infolge des Baumwollanbaus mehr als 20.000 Menschen an Pestizidvergiftungen. Viele Näherinnen und Näher in Bangladesch arbeiten immer wieder in 90-Stunden-Wochen.

Auch viele Fabrikgebäude sind baulich nur mangelhaft gesichert. Das wurde dramatisch deutlich, als am 24. April 2013 das Fabrikgebäude „Rana Plaza“ in Bangladesch einstürzte und 1.130 Menschen starben. Politische und zivilgesellschaftliche Entwicklungen und Druck führen zu punktuellen Verbesserungen, machen aber auch deutlich, dass es noch viel zu tun gibt bis die Bedingungen der Produktionsarbeiten im Bekleidungssektor nachhaltig zum Besseren verändert sind.

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Damit Veränderung seitens der Politik, Wirtschaft und bei den Verbrauchern auch weiter Früchte tragen, hat das Entwicklungsministerium (BMZ) unter der Federführung des Entwicklungsministers Gerd Müller (CSU) im Oktober 2015 das Textilbündnis Ins Leben gerufen. In diesem wird eine Verbesserung der sozialen, ökologischen und ökonomischen Nachhaltigkeit in der Produktionskette der Textilherstellung angestrebt.

Die Micha-Initiative ist eine globale Bewegung, die sich als christliche Antwort auf die Nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen versteht. In Deutschland wird die Micha-Initiative von der Deutschen Evangelischen Allianz getragen und von mehr als 40 christlichen Hilfs- und Missionswerken unterstützt.