30 Jahre verschollen: Nagasaki-Kreuz kehrt endlich zurück

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Eine Frau übergibt ein Kreuz an zwei Herren.
Zum 74. Jahrestag des Bombardements übergab Tanya Maus das wiedergefundene Kreuz an den japanischen Prälaten Joseph Mitsuaki Takami (m.) Foto: picture alliance / AP Images / Kosuke Mutaguchi

Der Atombombenabwurf über Nagasaki am 9. August 1945 hat die Urakami-Kathedrale in Schutt und Asche gelegt. Eins der wenigen Objekte, das den Angriff überstanden hat, ist das Kreuz der Kirche. Doch jahrelang war es verschwunden. Ein Zufall hat es jetzt wieder ans Tageslicht gebracht.

Durch einen US-Soldaten war das Kreuz vor 74 Jahren nach Amerika gekommen. Der damalige Bischof von Nagasaki hatte ihm das erlaubt. 1982 übergab der Soldat den Kirchenschatz dem Peace Resource Center, kurz PRC, in Wilmington (USA). Dort blieb es jahrelang.

Wunderfund

Kürzlich besuchte der Anthropologe und Nagasaki-Friedenskorrespondent Hirokazu Miyazaki das PRC und entdeckte dabei auch das Kreuz. Er schrieb dem heutigen Erzbischof von seiner Entdeckung – und hatte einen wahren Wunderfund gemacht. Seit 30 Jahren hatte die Nagasaki Peace Association nach dem verschwundenen Gegenstand gesucht, berichtet das PRC.

Zum 74. Jahrestag des Bombenabwurfs konnte das PRC das Kreuz nun an die Kirche zurückgeben. Die Kathedrale wurde nahezu baugleich neben dem Ursprungsstandort neu errichtet. „Als Artefakt verkörpert das Kreuz das Leiden der Urakami-Gemeinde, die bei dem Atombombenangriff ums Leben kam. Es wird von der Gemeinde der Urakamie-Kathedrale heilig gehalten – und sollte zurückgebracht werden“, sagte Tanya Maus, die Direktorin des PRC. Nun soll das Kreuz wieder die Kirche zieren.

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