Warum sollte sich eine Gemeinde eigentlich digitalisieren? Pfarrer Jonas Goebel benennt in seinem Blog fünf Gründe. Einer davon: die Erhöhung der Reichweite. Zu einem normalen Gottesdienst in seiner Gemeinde kommen 20 bis 70 Personen. Online wird seine Predigt dagegen rund 500 bis 1.500 Mal angehört. Und er sagt: „Meine Erfahrung ist, dass das Digitale ins Analoge führt.“

Weiterlesen im Blog Juhopma

Werbung

2 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Bitte Krise der Kirche nicht kleinreden

    Natürlich sind wir alle – ich einschließlich – digital und im Netz. Dazu gehört auch, dort Gottesdienste mit zu erleben. Leider betrachte ich aber den Umstand, daß in meiner neuen Heimatkirchengemeinde in Kaiserslautern an vielen ganz normalen Sonntagen im Jahr nur etwa 20 bis 30 Leute im Gottesdienst sitzen. Außer einer gut aufgestellten Citykirchenarbeit sowie einer (noch stark) frequentierten Chorarbeit mit 120 Kindern und Jugendlichen gibt es aber überhaupt keine Kerngemeinde. Es existieren außer überörtlicher Angebote der Jugendarbeit daher kirchengemeindlich keine Gemeindegruppen. Die meisten Gemeindemitglieder kennen sich nicht wirklich persönlich. Es gibt kaum Gelegenheit, Gemeinschaft zu haben. Zwar verfügt die Gemeinde über 5000 Kirchensteuerzahler/innen, aber über nur ein klägliches Häuflein Ehrenamtlicher, die die Durchführung von größeren Gemeindeveranstaltungen logistisch zur Quadratur des Kreises machen. Aus allem folgt, daß die fast nur älteren Menschen im Sonntagsgottesdienst – wenn ihnen dies nicht völlig schnuppe ist – eigentlich nicht mehr glauben, daß in der nächsten Generation überhaupt niemand mehr kommt. Wie eine Beziehung auch eine körperliche Anwesenheit voraussetzt, so ist der Leib Christi auch nur dann ein solcher, wenn sich Menschen persönlich begegnen. Meiner Meinung nach gibt es häufig kaum noch so etwas wie Gemeindeaufbau, stattdessen versucht man die Pfunde zu wahren. Dabei pöckelt es überall und ich befürchte, daß mancher dies so hinnimmt wie die Launen des Klimas. Der Traditionsabbruch wütet leider auch da, wo derzeit noch viele Kinder und Jugendliche und bei der Citykirchenarbeit noch zahlreiche Erwachsene mitmachen. Ich befürchte, daß zuviel Digitalisierung im geistlichen Bereich zu den gleichen Erscheinungen führt wie zuviel Antibiotika in der Medizin: Es wirkt irgendwann nicht mehr. Ich war fast 38 Jahre in einem Kirchenvorstand in einer Kleinstadt in der EKHN und weiß durchaus was ich schreibe. Gewiss bin ich kein Gegner, neues auszuprobieren, nicht gegen den Fortschritt und die Segnungen der Technik. Aber ich befürchte, daß – wenn wir nicht wirklich umkehren und unser Christsein wieder ernster nehmen – und bei uns selbst anfangen – daß es dann in Bälde Kirche nicht mehr gibt wie wir sie kennen. Ob dann daß, was dann Realität abbildet, uns noch begeistert, erscheint mir fragwürdiig. Wer geht schon auf eine langweilige, schlecht besuchte und nichts Neues bietende Veranstaltung. Übertragt die meisten Gottesdienste im Internet, dann habt ihr Millionen Zuschauer und die schönen Kirchen, die in der Unterhaltung Unsummen kosten, kann man dann einer anderen Nutzung zuführen. Ich halte nichts von Weltflucht, man könnte aber auch ein noch besseres Alternativprogramm anbieten. Im übrigen kann mich niemand überzeugen, daß der Geist wirklich auch im Netz wirkt. Man kann ihm nicht befehlen, aber durchaus Knüppel zwischen die Beine werfen.

  2. Man verlässt sich heutzutage zu sehr auf die Rechner. Was ist wenn dass gesamte Servernetz in Deutschland kollabiert? Natürlich, ist es bequem eine Kirche online zu haben, echte Gemeinde ist schöner. Wenn der Computer 💻versagt ist der Mensch einsam und es macht krank.
    Ein Computer ist nützlich, aber et sollte nicht dass reale echte Leben ersetzen.

Comments are closed.