Von Julia Teschke und Christiane Henrich

Tipp 1: Wenn du mit Kindern über die Bibel und ihre Inhalte redest, dann sei für sie Gesprächspartner/in, kein/e Lehrer/in! Befrei dich von der Last, ihnen etwas beibringen zu müssen – du darfst es Gott überlassen, in ihnen Interesse und Glauben zu wecken. Es kann für Kinder aber sehr hilfreich sein, wenn du kulturelle, religiöse und theologische Zusammenhänge eines Bibeltextes kennst. So kannst du für die Kinder zum „Experten“, zur „Expertin“ werden. Und wenn du über deine eigene Einstellung zum Bibeltext nachdenkst, ist es leichter, Kinder an deinen Erfahrungen teilhaben zu lassen. Übrigens: Ein gutes Tool, um gemeinsam mit Kindern mehr über die Bibel zu erfahren, ist „Mein Bibel-Entdeckerbuch – Die Bibel und ihre Bücher“ von Michael Jahnke und Rebecca Schleupner.

Tipp 2: Kinder nehmen Aussagen über Gott und den Glauben ganz unterschiedlich auf. Sie sind keine „leere Box“, sondern haben Vorerfahrungen und natürlich ihren ganz eigenen Charakter. Dementsprechend sortieren sie selbst so simple Sätze wie „Gott hat dich lieb!“ auf ganz unterschiedliche Weise in ihr Vorstellungssystem ein. Es ist daher sinnvoll, solche pauschalen Aussagen zu vermeiden. Du musst (und kannst) nicht auf alles eine Antwort haben. Sei authentisch, erzähl den Kindern von deinen eigenen Erfahrungen und auch Zweifeln und vermittle ihnen, dass sie ihre eigenen Erfahrungen mit Gott machen dürfen.

Kinderglaube

Tipp 3: Lerne, Stille auszuhalten! Wenn Kinder nicht direkt auf einen Gesprächseinstieg reagieren, tendiert man schnell dazu, direkt die nächste Frage hinterherzuschicken. Die Ursache kann aber sein, dass ein Kind einfach einen Moment braucht, um sich ins Thema einzudenken. Gib nicht auf, wenn Kinder sich anfangs schwertun, eigene Sichtweisen und Fragen zu formulieren. Viele Kinder müssen erst mal entdecken, dass ihre Eindrücke, Erfahrungen und Meinungen tatsächlich gefragt sind – das ist in einer von Erwachsenen dominierten Welt nicht selbstverständlich.

Tipp 4: Werte die Fragen und Äußerungen der Kinder nicht! Es geht nicht um „richtige“ und „falsche“ Antworten, sondern darum, dass Kinder sich auf ihre eigene Weise mit Gott auseinandersetzen. Du solltest auch nicht davon ausgehen, dass du immer sofort verstanden hast, was ein Kind meint! (Das wird natürlich leichter, je besser man ein Kind kennt.) Sagt ein Kind zum Beispiel: „Ich finde, Gott ist wie ein Polizist!“ – dann kann das bedeuten: „Gott beschützt mich wie die Polizei!“ Oder: „Ich hab Angst vor ihm, genauso wie ich Angst vor der Polizei habe!“ Oder etwas ganz anderes. Frag nach: „Wie meinst du das?“

Tipp 5: Kreative Ideen können Kindern helfen, ihre Gedanken zu Bibeltexten auszudrücken. Du kannst zum Beispiel Smileys mit unterschiedlichen Gesichtsausdrücken verwenden, mit denen Kinder ihre Gefühle zum Bibeltext zeigen können. Unter /freebibleimages.org gibt’s kostenlose Illustrationen und Fotos zu sehr vielen Bibelgeschichten zum Download – eine gute Diskussionsgrundlage: „Wenn du die Geschichte malen oder fotografieren würdest – was wäre auf deinen Bildern zu sehen? Warum?“. Fragen, über die du mit den Kindern sprechen möchtest, kannst du in Luftballons verstecken, die die Kinder platzen lassen dürfen… Werde erfinderisch und orientiere dich mit deinen kreativen Ideen an den Interessen der Kinder.


Dieser Artikel ist zuerst im Magazin SevenEleven erschienen, das wie Jesus.de zum SCM Bundes-Verlag gehört.