Als die Astronauten der Apollo-11-Mission vor 50 Jahren auf dem Mond landeten, feierte Edwin „Buzz“ Aldrin erst einmal Abendmahl. Doch er sollte nicht der einzige Christ auf dem Erdtrabanten bleiben.

Von Nathanael Ullmann

Am 21. Juli 1969 gelang den Menschen das scheinbar Unmögliche: Mit Neil Armstrong und Edwin „Buzz“ Aldrin liefen zum ersten Mal in der Geschichte Menschen über den Mond. Zwölf Astronauten haben den Himmelskörper zwischen 1969 und 1972 betreten. Drei von ihnen sind überzeugte Christen – oder wurden es durch die Reise. Und einer ist dem Schöpfer zumindest ein ganzes Stück näher gekommen.

Edwin „Buzz“ Aldrin Foto: Nasa

Schon Buzz Aldrin, der zweite Mann auf dem Mond, nutzte den historischen Moment für ein christliches Ritual. Bevor Neil Armstrong seinen historischen ersten Schritt machte, feierte Aldrin in der Mondlandefähre Abendmahl. Er war damals Mitglied einer evangelischen Freikirche in Texas und hatte zuvor mit dem Pastor Dean Woodruff überlegt, wie er bei diesem zeitgeschichtlichen Moment ein angemessenes Zeichen setzen könnte. Dann kam den beiden die Idee: Der Pastor gab Aldrin geweihtes Brot und Wein mit. Ein Silberkelch gehörte zu den wenigen persönlichen Dingen, die Aldrin mit auf die Mission nahm.

Als der Moment kam, die Leiter auf die Mondoberfläche hinunterzulassen, schenkte er den Wein in den Kelch: „In der Sechstel-Schwerkraft des Mondes rollte der Wein langsam und anmutig die Seite des Bechers hinauf. Es war interessant, darüber nachzudenken, dass die allererste Flüssigkeit, die jemals auf dem Mond eingeschenkt wurde, und das erste Essen, das dort gegessen wurde, Kommunionelemente waren“, schreibt der Astronaut ein Jahr später im Guideposts Magazine.

Ein Vers im Stillen

Auch einen Vers liest er sich im Stillen vor, aus Johannes 15,5: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.“ Das allerdings nur im Stillen. Die NASA hatte öffentliche Glaubensbekundungen verboten. Nachdem der Apollo-8-Astronaut Bill Andres bei der Mondumrundung 1968 die Schöpfungsgeschichte vorgelesen hatte, hatte eine Atheistin geklagt. Neil Armstrong beobachtete Buzz Aldrin bei der Handlung respektvoll, kommentierte sie damals aber nicht.

Ein Fußabdruck auf der Mondoberfläche.
Der legendäre Fußabdruck auf dem Mond. Foto: NASA

In seinem Buch „Magnificient Desolation“ hinterfragt Buzz Aldrin sein Abendmahl auf dem Mond später kritisch. „Obwohl es eine tiefe, bedeutungsvolle Erfahrung für mich war, war es ein christliches Sakrament. Und wir sind für alle Menschen auf den Mond geflogen – seien es Christen, Juden, Muslime, Animisten, Agnostiker oder Atheisten. Aber zu der Zeit konnte ich mir keinen besseren Weg erdenken, um das Gewicht der Apollo-11-Erfahrung zu würdigen, als Gott zu danken“, schreibt er.

Ein Gebet im All

James Irwin im Raumanzug
James Irwin, Foto: NASA

James Irwin, der achte Mann auf dem Mond, wurde nach seiner Rückkehr auf die Erde zum überzeugten christlichen Prediger. Auslöser war ein Erlebnis auf dem Mond. Ein Experiment dort wollte nicht recht gelingen. Also entschloss sich Irwin, wie in Kindertagen zu beten. Und dann geschah ein kleines Wunder: „Ich empfand ein Gefühl der Inspiration, dass da jemand mit mir war, der über mich wachte und mich beschützte. Rund um uns war so viel Schönheit, dass wir uns gar nicht vorkamen wie an einem fremden Ort. Aber was mich tief in der Seele bewegte und meinem Leben eine Wende gab, war, dass ich Gottes Gegenwart spürte.“

Auf der Erde zurück gründet er die Organisation „High Flight Foundation“. Er reiste um die Welt, um von seinen Erfahrungen mit Gott zu berichten. „Dass Jesus auf der Erde war, ist so viel wichtiger, als dass der Mensch auf dem Mond war“, ist eines seiner bekanntesten Zitate.

Krise nach dem Mond

Charles M. Duke, Jr., Foto: NASA

Charles Duke wanderte als zehnter Mensch überhaupt auf dem Erdtrabanten. Erst nach seiner Rückkehr wurde er Christ. Nachdem er die NASA verlassen hatte, arbeitete er als Geschäftsmann. Zeitgleich suchte er nach Sinn in seinem Leben. Die Ehe mit seiner Frau befand sich in einer Krise. Auf der Suche nach Antworten besuchten die beiden eine Wochenend-Veranstaltung einer Kirche. Seine Frau fand zum Glauben, mit der Zeit folgte ihr Charles. Er las vermehrt in der Bibel, und mit der Zeit veränderte sich sein Leben: „Man kann seine Ziele erreichen, aber weiterhin nach dem Sinn suchen. Das war bei mir der Fall. Da realisierte ich, mein Sinn im Leben ist es, Gott zu dienen. Ich wurde gläubiger Christ. Das rettete meine Ehe und veränderte meine Beziehung zu meinen Kindern und Freunden“, sagte er 2016 in einem Interview mit der Aargauer Zeitung.

Mit Logik zu Gott

Eugene „Gene“ A. Cernan, Foto: NASA

Eugene „Gene“ Cernan ist bis dato der letzte Mensch, der die Mondoberfläche betreten hat. Er bekannte sich zwar offiziell nie zum Christentum, hatte fernab der Heimat jedoch auch eine Gotteserfahrung. Für ihn kam der Blick auf die Erde einer Bekehrung gleich: „Sie fällt nicht durch den Raum und sie bewegt sich nicht ziellos, sondern mit Sinn und Logik. Das ist zu schön, als dass es zufällig geschieht. Es gibt einen Schöpfer des Universums. Es gibt einen Gott!“ Seine Äußerungen waren allerdings nicht auf eine bestimmte Religion bezogen. Der Schöpfer, von dem er spreche, stehe über allen Religionen.

Bevor er 1972 in die Mondlandefähre stieg und die Geschichte der bemannten Mondfahrten vorläufig beendete, sagte er: „Wir gehen, wie wir gekommen sind, und so Gott will, werden wir zurückkehren mit Frieden und Hoffnung für die ganze Menschheit.“

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