Lutherdenkmal vor der Frauenkirche in Dresden (Foto: Pixabay)
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Am 18. April 1521 soll Martin Luther auf dem Reichstag in Worms die berühmten Sätze „Hier stehe ich. Ich kann nicht anders!“, gesagt haben. Die evangelische Kirche und die Stadt Worms wollen mit zahlreichen Aktionen an dieses Schlüsselereignis der Reformation erinnern.

Am 17. April ist ein Festakt geplant, der online übertragen wird. Anschließend überträgt der SWR ab 23 Uhr live von der Dreifaltigkeitskirche die Multimedia-Inszenierung „Der Luther-Moment“. Zum Abschluss des Auftaktwochenendes übertragt das ZDF am 18. April ab 9:30 Uhr den Festgottesdienst zum Jubiläum aus der Wormser Magnuskirche. Die Feier wird unter anderem von dem hessen-nassauischen Kirchenpräsidenten Volker Jung und dem Mainzer Bischof Peter Kohlgraf gestaltet.

Auch im Internet wird das Jubiläum durch verschiedene Aktionen begleitet. So begleitet das Projekt „Ich, Luther“ den Reformator auf dem Weg von Wittenberg nach Worms mit kurzen Videoclips. Für die Jugendarbeit wurde zudem #ichbinhindurch entwickelt. Hier können TTeilnehmende Episoden in den Sozialen Netzwerken veröffentlichen, bei denen sie den Mut hatten, für ihre eigene Überzeugung einzutreten.

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Noch viel mehr Infos rund um das Jubiläum gibt’s hier:
Luther – Worms – 2021

 

4 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Ich habe immer gedacht, Evangelikale sind gegen die Heiligenverehrung. Was mit Luther dieser Tage getrieben wird, ist nichts anderes als Personenkult. Zur Erinnerung: Luther hat wie kaum ein anderer die Spaltung der Kirche verursacht, er war ein Antisemit, der sich auf die Seite der Reichen und gegen die Bauern stellte. Was man ihm auf jeden Fall anrechnen muss, ist seine Übersetzung des NT ins Deutsche. Alles andere ist keine Würdigung wert. Ich würde ihn eher als eine dunkle Gestalt der Deutschen Geschichte sehen.

    • > Was man ihm auf jeden Fall anrechnen muss, ist seine Übersetzung des NT ins Deutsche.

      Ich hatte in meiner Jugend noch gelernt, dass Luther die erste deutsche Übersetzung anfertigte, so dass alle (deutschen) Menschen endlich die Bibel auch verständlich lesen konnten.

      Inzwischen weiß ich allerdings, dass Luthers Übersetzung so über den Daumen die 16’te Übersetzung ins Deutsche war und er bei seiner Übersetzung auch auf vorherige zurückgegriffen hat. Da ist -wie vieles bei Luther (Thesenanschlag z.B.)- mehr Legende als Wahrheit.

      Die Besonderheit war vielmehr die Verbreitung und das lag wohl eher an der Erfindung des Buchdrucks (den übrigens nicht Luther erfunden hat 😉 ). Allerdings auch nicht für die Massen sondern für die Reichen. Bücher waren damals ein absolutes Luxusprodukt. Und kaum ein Gemeindepfarrer wird eine seiner deutschen Übersetzungen besessen haben.

      • Etwa die 16te, Tatsächlich? Nun, dass es die Apostelgeschichte bereits auf Deutsch gab und auch das Matthäusevangelium, war mir bekannt. Aber das ganze NT? Wer war da vor Luther?
        Man klönnte glauben, er habe den Grundstock für eine vereinheitlichte Rechtschreibung gelegt. Das mag in Teilen stimmen, aber Luther selbst verwendet oft für ein und das selbe Wort verschiedene Schreibweisen. Klar: Er war nach dem Reichstag in Worms quasi vogelfrei und versteckte sich 11 Wochen(?) auf der Wartburg, wo er wie besessen gearbeitet haben muss, weil er ständig damit rechnete, umgebracht zu werden. Das Neue Testament in 11 Wochen abzuschreiben wäre schon eine beachtliche Leistung, aber dann noch die Übersetzerarbeit dazu? WOW! Aber wie gesagt: sein Lebenswerk lässt sich grob auf diese 11 Wochen reduzieren. Fürs AT hatte er später viel mehr Zeit. Seine Thesen waren eine Hetzschrift allererster Güte, „von den Juden und ihren Lügen“ ganz zu schweigen und das er in Worms standhaft geblieben ist… Ja gut: es gibt Unzählige, die für ihre Überzeugungen eingestanden sind und für die es deswegen keinen Feiertag gibt.

        • Hier eine Aufstellung der mir bekannten Übersetzungen. Es wird evtl. mehr gegeben haben, weil man ja wohl größtenteils nur die Erhaltenen kennt:

          Mentelin-Bibel 1466 Straßburg Johannes Mentelin
          Eggestein-Bibel vor 1470 Straßburg Heinrich Eggestein
          Zainer-Bibel 1475 Augsburg Günther Zainer
          Pflanzmann-Bibel 1475 Augsburg Jodocus Pflanzmann
          Sensenschmidt-Bibel 1476–78 Nürnberg Andreas Frisner, Johann Sensenschmidt
          Zainer-Bibel 1477 Augsburg Günther Zainer
          Sorg-Bibel 1477 Augsburg Anton Sorg
          Kölner Bibeln 1478/79 Köln Heinrich Quentell oder Bartholomäus von Unckell
          Kölner Bibeln 1478/79 Köln Heinrich Quentell oder Bartholomäus von Unckell
          Sorg-Bibel 1480 Augsburg Anton Sorg
          Koberger-Bibel 1483 Nürnberg Anton Koberger
          Grüninger-Bibel 1485 Straßburg Johann Grüninger
          Schönsperger-Bibel 1487 Augsburg Johann Schönsperger d. Ä.
          Schönsperger-Bibel 1490 Augsburg Johann Schönsperger d. Ä.
          Lübecker Bibel (1494) 1494 Lübeck Steffen Arndes/Meister der Lübecker Bibel
          Otmar-Bibel 1507 Augsburg Johann Otmar
          Otmar-Bibel 1518 Augsburg Silvan Otmar
          Halberstädter Bibel 1522 Halberstadt Lorenz Stuchs

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