Adrian Plass und Jeff Lucas: „Kommen Haustiere in den Himmel?“

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„Kommen Tiere in den Himmel?“ war eine Frage, die mich als Kind eine Weile umgetrieben hat, als meine geliebte Katze überfahren worden war. Und jetzt war ich gespannt, wie die beiden „frommen Chaoten“ darauf antworten. Aber diese Frage war beileibe nicht die einzig interessante und mit viel Humor beantwortete.

„Widerspricht es meinem Christsein, wenn ich in geselliger Runde Alkohol trinke?“, „Findest du den Gedankengang der Dreieinigkeit schwer zu erklären?“, „Ist es schlimm, wenn ich mich bei Gott beklage?“, „Freust du dich aufs Sterben, damit du bei Jesus sein kannst?“ – ernsthaft gestellte Fragen und doch mit einer gehörigen Portion Humor beantwortet. Erfrischend zu lesen – und mit manchen Impulsen, die die alten Antworten in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen.

Schön, dass auch sehr unangenehme Fragen nicht ausgenommen werden: Nach peinlichen Situationen zum Beispiel. Jeff erzählt, wie er einmal zu einer Veranstaltung ein– und währenddessen auch direkt wieder ausgeladen wurde. Ich selber habe ja vor solchen Momenten immer ein bisschen Bammel und es tut gut, zu hören, dass man auch sehr, sehr peinliche Situationen „überleben“ kann. Obwohl oder vielleicht trotzdem man die Gefühle und Peinlichkeiten aushalten muss. Und anscheinend auch aushalten kann.

Die Antwort auf die Frage danach, wie Adrian und seine Frau mit den Stürmen in ihrem Leben umgehen, fand ich persönlich so ansprechend, dass ich mir seither Gedanken darüber mache, welches Ritual mir in schlaflosen Nächten helfen könnte. Anregungen dazu hat Adrian jedenfalls eine ganze Menge.

Wohltuend fand ich auch, dass die Wunder Jesu einfach so beim Namen genannt werden, und all das zauberhafte, unglaubliche, unfassbare – der „Feenstaub“ dabei – stehen bleibt. Als eben genau das, was es ist: übernatürlich, wunderbar. Herrlich, das Staunen über den wahren „Weihnachtsmann“ – wie Kinder am Heilig Abend. Die Wunder Gottes genießen ist die Antwort. Staunend und mit leuchtenden Augen.

Ich fand eine Menge Impulse, über die es sich sehr lohnt, einmal genauer nachzudenken. Beispielsweise die Frage, über wen man sich am meisten ärgert. Oder die Frage, woran man denn nun einwandfrei erkennt, ob ein Mensch von Gott gerettet ist. Wie sieht der geistliche Durchbruch aus, um den man betet und wegen dem man fastet? Und ob Gott unser Fasten überhaupt braucht – oder ob es eher für uns Menschen nötig ist. Und so manche Frage könnte ich für mich selbst nicht spontan beantworten, ich glaube aber, dass es gerade diese sind, die man doch einmal intensiver bewegen sollte …

Mir hat der Hinweis auf Jesus und Paulus, die ihre Form der Verkündigung der jeweiligen Situation angepasst haben – ohne die Kernaussage zu verwässern oder zu verleugnen – sehr geholfen, meine eigene Art, Menschen von Gott zu erzählen, zu akzeptieren und mich nicht „verbiegen“ zu wollen, um „es richtig zu machen“. Genau das, was ja auch Adrian Plass und Jeff Lucas tun: Sie sind sie selbst – wie Gott sie geschaffen und gedacht hat. Auch ich bin wohl manches Mal „unerwartet, ein bisschen ruppig, leicht irritierend, nicht religiös, individuell, und hoffentlich auch wertschätzend, bezaubernd humorig und einfallsreich“. Dieses Buch hat mir jedenfalls Mut gemacht, dranzubleiben.

Bleibt die eingangs und im Titel gestellte Frage: „Kommen Haustiere in den Himmel?“ Nur so viel sei verraten: Möglicherweise hätte ich es etwas anders formuliert – aber die Darstellung Gottes als sehr liebevollen Sich-um-alles-Kümmerer ist bei dieser Antwort zweifelsohne gelungen.

Von Heidi Vogel

Leseprobe (PDF)

Verlag: Brendow Verlag
ISBN: 978-3-86506-989-4
Seitenzahl: 224
ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
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