Das Schiff
Die "Poseidon" heißt jetzt "Sea-Watch 4", Foto: epd / Frank Molter

Die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ ist dem kirchlich initiierten Bündnis „United4Rescue“ zur Seenotrettung im Mittelmeer beigetreten. Dies hat das Bündnis heute mitgeteilt.

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Ärzte ohne Grenze solle bis mindestens Ende dieses Jahres für die medizinische Notfallversorgung auf dem Rettungsschiff Sea Watch 4 zuständig sein, heißt es. In dem Schreiben wird die EU scharf kritisiert. So würden private Rettungsschiffe aus „politischen Gründen an die Kette gelegt“, während stattdessen illegale Rückführungen der Flüchtenden nach Libyen koordiniert würden.

Das Sterben auf dem Mittelmeer sei ein „absolutes Armutszeugnis für Europa“, kritisiert Sandra Bils, Gründungsmitglied von United4Rescue. „Ich hoffe darauf, dass unser Engagement in naher Zukunft nicht mehr gebraucht wird, weil die europäischen Staaten ihrer Verantwortung und ihren rechtlichen Verpflichtungen nachkommen und es eine staatliche Seenotrettung gibt.”

„Staatliche Seenotrettung weitgehend eingestellt“

Niemand dürfe in Verhältnisse zurückgezwungen werden, in denen Tod, Folter und Ausbeutung drohen, sagt Oliver Behn, Leiter der Projektabteilung von Ärzte ohne Grenzen in Amsterdam. „Doch genau dies ist die Folge der Politik der europäischen Staaten, die staatliche Seenotrettung weitgehend eingestellt haben, die zivile Seenotrettung behindern und die Menschen durch die libysche Küstenwache ins Konfliktgebiet zurückbringen lassen“

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Der Kauf des Rettungsschiffes Sea-Watch 4 wurde im Januar 2020 von United4Rescue ermöglich. Für den Umbau stellt das Bündnis nun weitere 150.000 Euro bereit. der erste Rettungseinsatz soll noch im August starten, heißt es.

United4Rescue wird von rund 550 Bündnispartnern unterstützt, darunter der CVJM, die EKD, Fresh X, die Vereinigung evangelischer Freikirchen, World Vision, Godnews, der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), die Diakonie, Pro Asyl sowie zahlreiche einzelne  Kirchengemeinden, Kirchenkreise und Landeskirchen.

 

1 DIREKT-KOMMENTAR

  1. Im Artikel im Juli wurden sie bereits als Partner genannt. Verstehe ich jetzt nicht.

    „„Je mehr Organisationen sich United4Rescue anschließen, desto besser können wir die Rettungsorganisationen vor Diffamierung und Kriminalisierung schützen – und natürlich Spenden sammeln, damit weiter Menschen aus Seenot gerettet werden können“, sagte Vorstand Michael Schwickart. Zu den Bündnispartnern zählen unter anderem der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), Ärzte Ohne Grenzen und World Vision Deutschland.“

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