Albert Frey ist „Feiert Jesus“: Seit Mitte der 90er produziert der Sänger und Songwriter die „Feiert Jesus!-CDs“. „Morgenstern“, „Für den König“ oder „Anker in der Zeit“ sind aus den Liederbüchern nicht mehr wegzudenken. Wir haben mit Albert Frey über sein „Rezept für das perfekte Lobpreislied“ gesprochen. Außerdem verrät er uns, wie es sich für ihn anfühlt, wenn seine Lieder im Gottesdienst gesungen werden.

Schreiben, aufnehmen, auftreten – sind Schreibtisch, Tonstudio und Bühne ganz verschiedene Arbeitswelten für dich?

Albert Frey: Ich bin quasi drei Personen in einer: der Autor, der Musikproduzent und der Künstler. Zu meinen Aufgaben als Autor gehört das Liederschreiben – eine ganz einfache Arbeit, für die ich nur einen Stift und ein Blatt Papier brauche. Vielleicht noch eine Gitarre. Aber das Wesentliche passiert im Kopf. Ähnlich ist es, wenn ich Artikel oder Bücher schreibe. Nach dem Songwriting geht es ins Tonstudio. Meine Frau Andrea und ich haben unser eigenes Studio zuhause. Hier nehmen wir neben unserer Musik auch die von Freunden auf. Wenn bis hierhin alles gut gegangen ist (lacht), kommt der öffentliche Teil unserer Arbeit, also Konzerte, Seminare und Kongresse. Alle diese Bereiche wirken zusammen, sodass Musik entsteht, die mit Gott zu tun hat.

Wie fühlt es sich für dich an, wenn du ein Liederbuch aufschlägst und eines deiner Lieder darin entdeckst?

Ich freue mich nach all den vielen Jahren immer noch sehr darüber. An das Gefühl, als mein Name zum ersten Mal in einem Liederbuch stand, erinnere ich mich noch genau: Ich war total überrascht! Das hatte ich gar nicht beabsichtigt. „Ströme lebendigen Wassers“ war das Erste, was überregional bekannt wurde – damals in den Neunzigern. Die ersten Lieder sind in meinem damaligen Wirkungsfeld im Jugendzentrum Ravensburg und später in der Gemeinschaft Immanuel entstanden.

Erzähl uns bitte von deinen Wurzeln in Ravensburg und bei der katholischen Gemeinschaft Immanuel.

Ich war bis 2006 bei der Gemeinschaft Immanuel und habe dort die Immanuel Lobpreis-Werkstatt geleitet. Dann bin ich mit meiner Frau Andrea nach Hohenlohe umgezogen. Wir sind nach wie vor freundschaftlich mit Ravensburg und der Gemeinschaft verbunden, aber ich bin kein Mitglied mehr. Dort liegen meine Wurzeln, hier haben wir neu angefangen.

Hast du damit gerechnet, einmal ein bekannter geistlicher Musiker zu sein?

Ich habe nie strategisch geplant „Ich muss in dieses oder jenes Projekt reinkommen“, sondern ich habe die Lieder erstmal für mich selbst geschrieben und für die Menschen in meinem Umfeld. Nach und nach haben sich immer mehr Menschen darin wiedergefunden. So ist es bis heute. Dafür bin ich total dankbar.

„Ich glaube, dass man sich was vormacht,
wenn man sagt: Alles nur zur Ehre Gottes“

Auf die Bühne: Wie lenkst du die Aufmerksamkeit auf Gott und nicht auf dich selbst?

Das ist in der Tat eine ganz große Fragestellung für alle, die geistliche Musik machen, besonders für die, die Lobpreis leiten. Ich glaube, dass man sich etwas vormacht, wenn man sagt „Alles nur zur Ehre Gottes und ich werde ganz unsichtbar“. Das ist vielleicht eine Illusion, die man am Anfang hat. Wenn ich ehrlich bin, habe ich viele Ambitionen und will gern gesehen werden, ich will gern meine Musik spielen, ich will, dass es den Menschen gefällt. Aber dann bin ich aufgefordert immer wieder zu sagen, ich ordne meine Ambitionen dem höheren Ziel, der Ehre Gottes, unter. Ich glaube aber auch, dass beides zusammengeht. Es muss kein Widerspruch sein. Je mehr ich in meinem wahren Selbst bin, also nicht eine Rolle spiele und nicht der „tolle Hecht auf der Bühne“ sein will, kann ich auch als Person eine Hilfe für andere Menschen sein, mit ihrem wahren Selbst zu Gott zu kommen.

Du schließt häufig die Augen beim Lobpreis. Wie ist es für dichm, einen so intimen Moment mit Gott im Scheinwerferlicht zu erleben?

(Überlegt) Ich blende vieles um mich herum aus. Beispielsweise nehme ich gar nicht wahr, was für eine tolle Beleuchtung an der Bühne angebracht ist oder was die Menschen um mich herum machen. Oft suche ich mir einen Punkt am Ende der Kirche oder Halle und richte meinen Blick darauf, damit ich nicht die ganze Zeit die Augen zu habe. In meiner Vorstellung ist das der Blick auf Gott. Ich schaue nicht in erster Linie in die Gesichter der Leute, um zu sehen, ob es ihnen gefällt oder nicht. Natürlich braucht die Musik auch viel Aufmerksamkeit. Es geht darum sauber zu spielen und zu singen. Es wäre also unrealistisch zu sagen, ich wäre dauernd im Gebet fokussiert.

Was machst du, wenn du gerade nicht „in der Stimmung“ bist?

(Lacht) Ich bin kein Mensch, bei dem die Emotionen stark auf und ab gehen. Ich beneide manchmal diejenigen, die starke Emotionen haben. Aus meinem Pflichtgefühl und aus meiner Grundüberzeugung heraus kann ich eigentlich immer Anbetungslieder singen. Das macht mir keine Mühe. Ich bete vor jedem Auftritt, damit ich mich aus meiner Zerstreuung zurückhole in die Ausrichtung auf Gott. Aber Singen und Beten ist für mich auch inzwischen recht natürlich. Ich muss nicht aus dem Alltags- in den Lobpreis-Modus umschalten. Ich will der Mensch, der ich immer bin, auch auf der Bühne sein.

„Ein Lied ist wie ein Vogel, den man frei lässt“

Wie fühlt es sich an, wenn beim Lobpreis in einem Gottesdienst die eigenen Lieder gesungen werden?

Zum einen freue ich mich, dass Leute meine Lieder für ihre Anbetungszeit ausgesucht haben. Dass sie sich meine Worte und Melodien zu eigen machen, bringt ein Gefühl der Verbundenheit. Danach poppen analytische Fragen in meinem Kopf auf: Wie wird das Lied gespielt? Zu schnell, zu langsam, gibt es Fehler in der Melodie? Diese kritische Position versuche ich möglichst schnell wieder zu verlassen, die führt zu nichts Gutem, aber sie ist natürlich trotzdem da. Dennoch weiß ich, dass man ein Lied auch loslassen muss. Das heißt, wenn ein Lied einmal veröffentlicht ist, auf einer CD oder in einem Liederbuch, dann ist es wie ein Vogel, den man freilässt. Ich kann ab dem Moment nicht mehr bestimmen, was die Leute damit machen. Und das ist auch gut so.

„Ich muss nicht der große Platzhirsch sein und bleiben“

Ist dir dein Einfluss auf die deutschsprachige Lobpreis-Kultur bewusst? Wie gehst du mit Deinem musikalisch-geistlichen „Erbe“ um?

Ja, ich bin mir bewusst, dass ich eine der prägenden Gestalten in diesem Bereich bin. Damit ist natürlich auch eine gewisse Verantwortung verbunden, beispielsweise die nächste Generation im Blick zu haben. Für sie habe ich zusammen mit SCM Hänssler und der „Feiert Jesus“-Liederbuchkomission zwei Songwriting-Camps konzipiert und ins Leben gerufen. Dafür haben wir bewusst Kollegen mit reingenommen, die noch nicht so erfahren oder bekannt sind, die aber schon auf hohem Niveau schreiben. Wir wollen deutsche Songwriterinnen und Songwriter gezielt fördern. Außerdem versuche ich für die Aufnahmen der Feiert Jesus-CDs neue Sängerinnen und Sänger zu gewinnen, nicht immer nur die „alten Hasen“. Das ist mir sehr wichtig. Eine gute CD braucht die Vielfalt. Außerdem freue ich mich, wenn andere auch Einfluss haben. Ich freu mich über Lothar Kosse, ein Kollege, der mir sehr nah ist. Die letzten Jahre habe ich bewusst mit Kollegen aus der nächsten Generation zusammen Lobpreis-Seminare gemacht, Winnie Schweitzer oder Juri Friesen von der Outbreak-Band, um die Vielfalt zu zeigen. Ich freue mich, wenn Songs von anderen deutschsprachigen Kollegen ins Liederbuch „Feiert-Jesus“ kommen, auch Lieder, die nicht so Mainsteam-Lobpreis sind, wie zum Beispiel Martin Pepper oder Mitch Schlüter. Auch wenn es erstmal gegen mein Ego geht: ich freu mich daran, wenn andere immer mehr an Einfluss zunehmen. Ich muss nicht der große Platzhirsch sein und bleiben (lacht).

Dein „Rezept“ für ein Lobpreislied?

Ich versuche Text und Musik gemeinsam entstehen zu lassen, damit beides zu einer Einheit wird. Ich habe mich am Anfang eher als Musiker verstanden, aber in den letzten Jahren hat die Bedeutung des Wortes deutlich für mich zugenommen. Im Moment widme ich mich den Lyrics sogar mehr, als der Komposition. Es gibt kein Rezept, aber bei einem guten Song stimmen Text und Melodie, Botschaft und emotionale Wirkung überein.

Albert Frey (Foto: Thommy Mardo).

Woran erkennt man ein „Albert Frey-Lied“?

Ich denke, das müssen andere beurteilen, was das genau ausmacht. Ich glaube schon, dass meine Lieder eine gewisse Ähnlichkeit haben. Das mache ich nicht absichtlich, das passiert einfach. Es gibt diesen übertriebenen Ausspruch: Jeder Musiker hat eigentlich nur ein Lied, das er in immer neuen Variationen von sich gibt. Ich glaube, mein Stil ist durch meine Frau beeinflusst worden, die ja auch Songwriterin ist. Ohne sie habe ich viel allgemeiner und nüchterner geschrieben. Meine Frau schreibt persönlicher und seelsorgerlicher, auch emotionaler. Durch die Zusammenarbeit mit Andrea hoffe ich, dass meine Lieder nicht nur Wahrheiten beinhalten, sondern, dass sie auch die Seele aufschließen.

Hand aufs Herz: Was ist besser – gemeinsam oder allein an einem Lied zu arbeiten?

Die Mischung macht’s (lacht). Ich genieße es schon für mich alleine zu arbeiten und dabei keine Kompromisse eingehen zu müssen, aber es ist auch super interessant, manchmal auch kontrovers, zusammen zu schreiben, Natürlich kommt es dabei schon mal dazu, dass wir uns Formulierungen gegenseitig wegstreichen und sagen „Das kannst du so nicht sagen“ oder „Das geht auf keinen Fall“. Aber was dann übrigbleibt, ist stark – es hat alles was für sich.

Wie sehr darf man deiner Ansicht nach biblische Vorgaben für eine musikalische Version verfremden? Nehmen wir das Vaterunser …

Ich glaube, dafür gibt es kein Rezept, sondern man muss bei jedem einzelnen Song abwägen: Kommt der Originalinhalt gut rüber und ist er auch musikalisch eingängig? Dafür gibt es ganz unterschiedliche Ansätze. Ich kenne liturgische Vertonungen, die sehr nah am Originaltext sind. Durch das Klammern an einer Vorlage kann aber die Musik leiden. Daneben gibt es etwas freiere Formen wie den Klassiker „Vater, unser Vater“, von Christoph Zehendner getextet und von Hans-Werner Schanowski vertont. Er ist eigenständiger in der Form, aber sehr beliebt, weil die Musik sehr popmusikalisch-stimmig daherkommt.

Im Liederschatzprojekt widmest Du Dich der alten Kirchenmusik. Was holst du aus der Sprache und den Melodien vergangener Jahrhunderte für Dich heraus?

Mir persönlich sind die alten Kirchenlieder und Choräle von Kindheit an sehr vertraut. Ich habe auf CDs oder in Gottesdiensten immer wieder versucht sie zwischen die modernen Lobpreislieder zu schmuggeln (lacht). Als Uli Eggers vor drei Jahren Lothar Kosse und mir die Idee des Liederschatzprojektes vorgestellt hat, waren wir offen dafür und begeistert davon. Auf diese Weise haben wir die alten Choräle nicht nur am Rande mitgenommen, sondern gesagt: „Wir nehmen sie jetzt in den Fokus“. Für mich sind sie ein großer Schatz. Die Songwriter der früheren Jahrhunderte sind das Fundament, auf dem wir stehen. Wir sind so etwas wie ihre Erben. Auch da, wo die Sprache etwas fremd und sperrig ist, gibt es etwas zu lernen.

Was ist dein Lieblings-Lobpreislied?

(Überlegt) Ich habe mehrere, aber ich nenne jetzt mal eins, das ich im Moment öfters spiele, es heißt „Dein Lob sei immer in meinem Mund“, von Bethel Church, auf der CD „Feiert-Jesus! 21“ auf deutsch gesungen von Lena Belgart. Es erzählt schön lyrisch und mystisch von der Liebe Gottes.

„Ich glaube, Gott hält ganz viel aus“

Was geht bei Lobpreisliedern gar nicht?

(Überlegt) Ich finde den Begriff „Lobpreis“ verengend. Ich hätte ihn mir nicht ausgesucht. Deshalb will ich nichts ausschließen, weil wir schon eng genug denken. Der Begriff legt nahe, dass die Lieder immer positiv sein müssen und sich alles ums „Loben“ und „Preisen“ drehen soll. Der Meinung bin ich nicht. Wir haben eine ganz große Bandbreite in der wir mit und über Gott reden können. Das sehen wir schon an den Psalmen. Wir dürfen vor Gott auch klagen und unser Herz ausschütten. Stilistisch will ich auch keine Grenzen setzen. Vielleicht gibt es Musik, die zu einseitig aggressiv ist oder zu sehr vor sich hinplätschert, aber selbst da denke ich, dass alles seine Zeit hat. Es muss für den Autor und für die Zielgruppe stimmig sein. Aber zu sagen „das geht vor Gott gar nicht“, das halte ich für falsch. Ich glaube, Gott hält ganz viel aus.

Manche Lobpreislieder entwickeln sich zu echten Hits. Beispielsweise „Zehntausend Gründe“. Gibt es so ein Lied, bei dem du sagen würdest: „Mensch, hätte ich das doch selbst komponiert“?

(Lacht) Klar ist es der Traum eines jeden Songwriters so einen Welthit wie „Zehntausend Gründe“ zu schreiben, wobei ich ehrlich sagen muss, dass ich mich an dem Lied etwas „satt gesungen“ habe. Ich bin nicht der größte Fan von „Zehntausend Gründe“, aber ich nehme mit Interesse wahr, dass die Leute es lieben. Matt Redman ist auf jeden Fall sehr stark. Er ist mir theologisch noch näher als die Australier oder die Amerikaner. Die Engländer haben ein bisschen mehr Tiefgang. Bei ihnen finden wir das Nachdenkliche – ähnlich wie bei uns Deutschen.

„Natürlich manipuliert Lobpreis“

Würden du empfehlen, ein Lobpreis-Lied als Wecker einzustellen?

Nicht immer das Gleiche (lacht). Aber ich glaube, es könnte helfen, gleich zu Beginn des Tages die richtige Ausrichtung zu bekommen. Ich finde es eine gute Idee.

Manipuliert Lobpreis?

Natürlich manipuliert Lobpreis. Die Frage ist: Wie verantwortungsvoll gehen wir als Musiker mit dieser Kraft um? Wir wollen beeinflussen. Einen neutralen Lobpreis, der nur ein vorsichtiges Angebot macht, den will ich gar nicht haben. Das wäre emotional viel zu schwach. Klar, das Wort „manipulieren“ ist negativ gefärbt, deshalb sage ich lieber, wir wollen die Leute „emotional mitnehmen“. Dabei gibt es auch eine Grenze. Diese Grenze kann regional und kulturell unterschiedlich sein. Ich glaube, wir Deutschen sind sehr sensibel. Wir fühlen uns schon manipuliert, wenn die Amerikaner erst richtig warm werden. Ich glaube, wenn wir gute Absichten haben, einfühlsam sind und auf Menschen achten, die psychisch dabei an ihre Grenzen kommen – es gibt Leute, die fanatisiert werden, bei denen Lobpreis und Alltag gar nicht mehr zusammengeht – dürfen wir, glaube ich, diese Kraft maßvoll einsetzen – dann auch mit ganzer Überzeugung und mit voller Emotion.

„Wir wollen die Ökumene der größten gemeinsamen Vielfalt“

In dem Lied „Ich glaube“ besingst du die „eine Kirche“. Welche meinst Du damit?

Ich empfinde die Berufung von Andrea und mir, auch als gemischt konfessionelles Ehepaar, als sehr ökumenisch. Wir haben nicht nur eine Kirche oder eine Konfession im Blick, sondern die ganze Fülle. Wir wollen keine „Ökumene des kleinsten gemeinsamen Nenners“, sondern die „Ökumene der größten gemeinsamen Vielfalt“. Es gibt in jeder Kirche etwas Wertvolles, was wir schätzen. Ich schätze meine katholischen Wurzeln, ich schätze die Liturgie, die Kontinuität. Ich schätze aber auch die evangelische Freiheit, die vier „Soli“. Ich schätze die charismatische Offenheit für den Heiligen Geist. Ich schätze die evangelikale Jesus-Frömmigkeit. Ich schätze die Ehrfurcht vor Gott, die wir von den orthodoxen Kirchen lernen können. Alles trägt zu der bunten Vielfalt bei. Ich versuche möglichst viel davon in meine Musik zu integrieren. Das bedeutet für mich Einheit. Andere fragen: Wie nähert ihr euch Gott? Was gibt es da zu lernen? Und so ist es auch bei unseren Konzerten. Wir sind bunt durch alle Kirchen unterwegs und haben keine Berührungsängste.

Was kann die katholische Kirche in Sachen Lobpreis lernen? Wie bewertest du die „modernen“ Lieder in katholischen Gottesdiensten?

Ich bin sehr enttäuscht über das neue Gotteslob. Es hat verpasst auf aktuelle Entwicklungen einzugehen. Die Lobpreis-Anbetungsbewegung ist eine weltweite, starke Bewegung, die auch durchaus theologisch-saubere und musikalsich vielseitig einsetzbare Songs hervorgebracht hat. Dass die im Gotteslob komplett ignoriert wurde, finde ich traurig. Das zeigt, dass sich die Macher auf einer kirchenmusikalischen Insel befinden und auch gar nicht merken, was jungen Leuten weltweit helfen würde Gott anzubeten. Da gehen die Liedermacher-Songs der Siebziger und frühen Achtziger noch als „modern“ durch. Andererseits – wir spielen öfters in katholischen Kirchen – entdecken wir eine ganz große Offenheit. Es ist ja nicht so, dass Katholiken keine moderne Musik und Texte wollen. Ganz oft höre ich die Aussage: „Oh, das hat mir so gefallen, ich wusste gar nicht, dass es solche Musik gibt.“ Es gibt also noch was zu tun. Ich will aber auch was Positives über die katholische Kirchenmusik und die Liturgie sagen: Es gibt natürlich eine große Kontinuität und man macht nicht jede Welle mit, oder jeden Unsinn. Sondern es wird alles gut geprüft. Die liturgischen Texte sind oft sehr objektiv und haben mit unserem subjektiven Empfinden wenig zu tun. Darin geht es einfach um die ewigen Wahrheiten. Hier können wir aus Sicht der manchmal sehr Ich-bezogenen Lobpreisbewegung noch was lernen.

Vielen Dank für das Gespräch.


Die Fragen stellte Laura Schönwies.

Viele Songs von Albert Frey und anderen bekannten Musikern wie Lothar Kosse, Chris Tomlin, Arne Kopfermann oder der Outbreakband findet Ihr in Band 5 von „Feiert Jesus“ (Leseprobe), der in diesem Monat erschienen ist. Insgesamt stecken 248 Lieder drin. Alle englischen Songs sind auch in deutscher Übersetzung abgedruckt.

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