Kurz vor Weihnachten sind einige Sonderhefte zu religiösen Themen erschienen. Der Verlag „Gruner + Jahr“ hat bereits zwei Hefte herausgebracht. Nun legt „Spiegel Geschichte“ nach und befasst sich mit der zentralen Figur des Christentums. Das Heft erweist sich als die bessere Alternative.
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Während „Gruner + Jahr“ in der ersten Ausgabe der „P. M. History Collection“ eine Aufsatzsammlung bereits erschienener Artikel zum Thema Jesus herausgibt, handelt es sich bei dem Heft von „Spiegel Geschichte“ um neue Artikel. „Spiegel Geschichte“ ist mit 7,50 Euro um 1,30 Euro teurer, bietet aber 36 Seiten mehr als „P. M.“. Verhältnismäßig zahlt man für die Hefte also den gleichen Preis.

Das Heft von „Spiegel Geschichte“ ist übersichtlicher konzipiert als „P. M.“ – die einzelnen Kapitel sind in übergreifende Themenblöcke wie „Das Leben Jesu“ oder „Die antike Welt“ eingebunden. Auch die Gestaltung ist insgesamt ansprechender. Zudem beinhaltet „Spiegel Geschichte“ ein aktuelles Interview mit dem angesehenen Berliner Kirchenhistoriker Christoph Markschies.

Spiegel besser als P.M.

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Doch nicht nur deshalb kann „Spiegel Geschichte“ gegenüber „P. M.“ punkten: Die Artikel, die sich mit dem „Kern“ der Thematik, also der Frage nach dem historischen Jesus, befassen, sind ausführlicher. Ein Artikel thematisiert eigens den gerichtlichen Prozess, der zu Jesu Kreuzigung führte. „Spiegel Geschichte“ geht auch ausführlicher auf die Evangelien ein. Die Qumran-Funde werden bei „P.M.“ gar nicht behandelt.

Ein großer Vorzug von „Spiegel Geschichte“ sind die Beiträge zur Alltagskultur in Palästina, auf die „P.M.“ nur am Rande eingeht. Das Heft fragt nach der Arbeitswelt zur Zeit Jesu, der Haltung der Menschen zu Wunderheilungen und ordnet den Wein kulturgeschichtlich ein. „Spiegel Geschichte“ widmet außerdem Jerusalem, Palästina und Galiläa eigene Artikel.

Wesentlich ausführlicher als „Spiegel Geschichte“ geht „P. M.“ jedoch auf entscheidende Personen rund um Jesus und das Christentum ein. Die Artikel über Maria Magdalena, Pontius Pilatus und Paulus sind jeweils umfangreicher. Nur in „P. M.“ finden sich außerdem Artikel über Herodes und Judas. Darüber hinaus widmet „P. M.“ den „Reliquien“ Jesu mehr Aufmerksamkeit.

Die Artikel beider Hefte sind gut geschrieben und bieten für den interessierten Leser einen informativen Einstieg in die Thematik. „Spiegel Geschichte“ räumt aktuellen Forschungsergebnissen größeren Raum ein. Außerdem ist „Spiegel Geschichte“ stärker auf die Kernthematik fokussiert und behandelt sie ausführlicher.