Anselm Grün: „Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen“

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So aktuell wie das Flüchtlingsthema steht kein anderes im Fokus. Anselm Grün nimmt uns mit in die Reflexion deutscher Flüchtlingsdebatten in der Vergangenheit und schlägt großartige Brücken für den Umgang mit dem Fremden. Was kann zur Angst vor dem Fremden führen? Welche Bereicherungen bringt das Fremde? Was lesen wir von Jesus zum Fremden?

Der Autor schafft es mit einer Leichtigkeit geschichtliche Analysen, den Wertecode unserer Glaubensrichtungen und eine psychoanalytische Betrachtung in Einklang zu bringen. Es gefällt mir sehr, wie vielfältig er das Thema Fremdsein angeht.

Zunächst geht er weit in die Geschichte zurück. Kurz und knapp beschreibt er den unterschiedlichen Umgang einzelner Volksgruppen der Antike mit Fremden. Völker, die Fremde ablehnen, sie dulden und welche, die sie integrieren. Anschließend geht Grün in die psychologische Ebene über. Dieser Teil des Buches lässt mich nicht los und ich tauche tief in die Thematik ein. Ich will mehr davon lesen, zumal hier unterschiedliche psychologische Betrachtungen sehr interessante Inhalte zeigen. Die Kapitel „Der Fremde in uns“ und „Der Fremde als Schatten“ geben dem Leser Lust zum Lesen.

Als Mönch ist Anselm Grün nicht blind vor anderen Glaubensrichtungen und so sucht und zeigt er das Verbindende der Religionen. Er beschreibt, wie uns andere Religionen ein schärferes Bild unseres christlichen Glaubens ermöglichen. Am Ende ist es ein Gott, der uns alle verbindet. Ich wünsche mir, dass misstrauende Menschen dieses Buch in die Hand nehmen. „Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen“ kann den Weg öffnen, dass das Fremde als hell und bereichernd wahrgenommen wird und wir offener für andere Kulturen und Denkens- sowie Lebensweisen sind.

Biblische Beispiele in diesem Buch wie: „Wenn bei dir ein Fremder in eurem Land lebt, sollt ihr ihn nicht unterdrücken. Der Fremde, der sich bei euch aufhält, soll euch wie ein Einheimischer gelten, und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid selbst Fremde in Ägypten gewesen“ verstärken den positiven Weg, den wir alle gehen können.

Von Frank Hoffmann

Verlag: Vier-Türme-Verlag
ISBN: 978-3-7365-0070-9
Seitenzahl: 160
ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Sterne

3 DIREKT-KOMMENTARE

  1. „Offener für andere Kulturen und Denkens- sowie Lebensweisen“ zu werden, klingt richtig und ist mit Sicherheit ein guter Weg. Wenn es aber „am Ende ein Gott ist, der uns alle verbindet“, frage ich mich, an welchen Gott Anselm Grün glaubt. Für mich ist der christliche Glaube keine Religion. Somit kann es nicht „am Ende ein Gott sein“.

    • Ja, genau das ist das was theologisch überhaupt nicht geht. Synkretismus ist dem Wort Gottes absolut fremd. Wir können Jesus niemals auf eine Ebene setzen mit Krishna, Buddha, Allah und Co. Jesus sagte ganz eindeutig das Er allein, der Weg, die Wahrheit und das Leben sei.

    • Wir Christen glauben an den allmächtigen Schöpfer des Himmels und der Erde!! Dass alles anders aussieht ohne Glauben und ohne den Beistand von Jesus Christus und dem heiligen Geist ist mit völlig klar.
      Was nennt die Frau denn „eine Religion“ ??
      Wir brauchen ja nicht Religionen, sondern Lebenshilfe!

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