FeG-Präses Ansgar Hörsting
„Sola Sriptura – allein die Bibel“ ist eines der vier reformatorischen Kernanliegen neben „allein aus Gnade“, „allein aus Glauben“ und „Christus allein“. Nicht die Tradition, sondern die Heilige Schrift soll Grundlage des Glaubens sein. Was das für ihn bedeutet, das erklärt Ansgar Hörsting, Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden (FeG).
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„Als junger Erwachsener war ich mit meinem Freund Martin unterwegs durch Skandinavien. Wir schliefen, wo es trocken war. Wir angelten. Vor allem begann ich damals, die Bibel zu lesen und ihr – zunächst minimal – zu vertrauen. Auf dieser Reise fing alles an. Martin half mir dabei. Und es fing mit Jesusworten und Jesusgeschichten an.

Ich hatte eine Menge der üblichen Fragen an die Bibel und ihre Autorität. Haben da nicht Menschen geschrieben? Haben sie nicht möglicherweise ein wenig die Geschichten so frisiert, dass es ihnen in den Kram passt? Wie kann ein so altes Buch für uns heute Gottes Wort sein? Solche Fragen waren übermächtig und die Antworten, die man mir früher gab, machten mir es unmöglich, die Bibel als Gottes Wort zu lesen.

„Die Jesus-Worte, die blieben hängen“

Viele Gespräche, eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Entstehung der Bibel, glaubwürdige Menschen, die ihr Leben von der Bibel bestimmen ließen, ohne verkrampft zu sein, halfen mir auf der Suche nach gültigen Antworten. Und die Jesus-Worte, die blieben hängen. Ich konnte mich ihnen nicht entziehen.

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Ich bekenne heute mit vielen Christen: Die Bibel ist Gottes Wort. Sie ist nicht vom Himmel gefallen, sondern in der Geschichte entstanden. Sie wurde von Menschen geschrieben. Aber das Besondere ist genau das. Gott hat sich in menschlichen Worten offenbart. Die Bibel ist Wort von Menschen und als solches Wort von Gott. Diese einzigartige Verbindung von Gottes- und Menschenwort hat es mir angetan.

Die zentrale Botschaft der Bibel ist Jesus Christus. Aber es ist nicht die einzige Botschaft. Die Bibel erzählt Gottes Geschichte. Sie widerspricht mir. Sie widerspricht meinen egoistischen Plänen. Sie tröstet mich und macht mir Mut. Sie gibt mir ein gutes Fundament zum Leben und Sterben. Sie ist manchmal schwer zu verstehen. Aber manchmal auch glasklar. Die Bibel ist so vielfältig wie die Geschichten, die darin erzählt werden. Sie ist schriftgewordenes Wort Gottes.“

Ansgar Hörsting ist Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden und Präsident der Vereinigung Evangelischer Freikirchen.


Dieses Statement ist zuerst im Magazin Luther – eine Entdeckungsreise erschienen. Es wird vom SCM Bundes-Verlag herausgegeben, zu dem auch Jesus.de gehört.

2 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Mein Freund Lutz!
    Kannst Du vielleicht ein wenig Deine Geschwister verstehen, ihr Bemühen anerkennen, sie sogar in Liebe annehmen? Wir sind doch gemeinsam unterwegs und wollen einander eine Hilfe auf dem Weg sein. Du legst Deine Hand in so manche Wunde und hast Deinen eigenen Blick auf die Dinge. Aber Verurteilungen helfen nicht weiter, sondern eher Verzeihen und Ermutigung.
    Ich wünsche uns, dass wir Menschen kennenlernen, die wir lieben können. Das wird uns helfen auch jene anzunehmen, mit denen wir uns schwer tun.
    In Liebe mit Dir verbunden,
    Dein Bruder im Herrn, Stefan

  2. Lieber Ansgar!
    Ich bin der frühen Kirche dankbar, dass sie für uns jene Schriften ausgewählt hat, die wir als unsere Heilige Schrift bezeichnen. Ohne Tradition wäre also nicht einmal die Bibel entstanden! Und ohne Tradition wären uns auch nicht die vielen Glaubenserfahrungen geschenkt, die uns heilig sind und uns beim Leben als Christen helfen. So danke ich auch dem kirchlichen Lehramt für sein segenreiches Tun.
    In Liebe, Stefan,
    dankbares Glied der einen, heiligen, apostolischen und katholischen Kirche

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