Sebastian Kurz
Sebastian Kurz (Foto: ÖVP/Glaser)

Die Meldung passt in die Kirchentagszeit: Österreichs Altkanzler und ÖVP-Chef Sebastian Kurz steht in der Kritik. Bei der ökumenischen Großveranstaltung „Awakening Austria“ in der Wiener Stadthalle sprach Prediger Ben Fitzgerald ein Segensgebet für den anwesenden Spitzenpolitiker: „Gott, wir danken dir so sehr für diesen Mann. Für die Weisheit, die du ihm gegeben hast. Für das Herz, das du ihm für dein Volk gegeben hast.“

Dafür erntete Kurz teils heftige Kritik. Burgenlands SPÖ-Landesgeschäftsführer Christian Dax sprach von einem „respektlosen“ Verhalten gegenüber den Wählern. Andere nannten die Aktion „peinlich“ oder „befremdlich“. In den sozialen Medien wurde die Vermischung von Politik und Religion beklagt. Wandelt Kurz gar auf Trumps Spuren, der im Oval Office für sich beten ließ?

Kurz hatte in der Stadthalle wie der ebenfalls eingeladene Wiener Kardinal Schönborn ein Grußwort an die Teilnehmer gesprochen. Von dem Gebet sei er selbst „überrascht“ worden, erklärte er am Montag in einer Pressekonferenz. Das sei eine spontane Aktion gewesen, von der er nichts gewusst habe. Fitzgerald sei er persönlich zuvor noch nie begegnet, so der Altkanzler.

Unterstützung bekam Kurz aus den eigenen Reihen. Burgenlands ÖVP-Chef Thomas Steiner erklärte, Gebete seien für ihn nicht skurril.

Link: Kritik an „Segensgebet“ für Kurz wächst (ORF)

 

8 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Für Politiker sollte jeder im stillen Kämmerlein beten

    Tatsächlich sollte man für Politiker/innen beten. Dafür gibt es übrigens ganz viele Gründe: Daß sie eine demokratische Obrigkeit gut repräsentieren, die nach Luther von Gott eingesetzt ist. Sie ihre Politik nicht populistisch überhöhen. Oder den politischen Mitbewerber nicht als Feind betrachten. Vorallem: Dass sich die Politik und dazu noch mit notwendigem Erfolg für eine Bündelung der Kräfte gegen den Klimawandel einsetzt – die Liste wäre noch sehr lange.

    Ein solches Gebet eignet sich meist nicht als Großveranstaltung, sei sie nun evangelistisch oder politisch. Als öffentliches Großereignis wird sie gerne instrumentalisiert oder missverstanden und dann geht der Schuß nach hinten los: Will sagen, die povozierte Kritik wäre unnötig gewesen in ihrer Erzeugung. Ganz nebenbei werden Christinnen und Christen dabei auch als naiv eingestuft. Wer Gebet organisiert, um sich selbst an der Macht zu halten, missbraucht Gottes Vertrauen.

    Das Gebet ist die größte Macht im Universum; nichts kann den Gestalt der Erde so verändert wie das Gebet der Christen und aller Menschen, die in ihrem Herzen an einen Gott der Liebe glauben. Wenn wir uns einig sind dann gerne auch als Großereignis. Es ist ja nicht immer Wahlkampf und für den Klimawandel eignet sich kein Wahlkampf. Bei ihm gehts ums Überleben.

    Auch die außen häufig schwarz Bekleideten mit innen braun getünchten Seelen brauchen unser Gebet. Vorallem darum, ihre freiwillige Gehirnwäsche würde jemand einvernehmlich mit den Betroffenen deprogrammieren. Das halte ich – und meine es nicht ironisch – für dringlich erforderlich. Aber auch Gott scheitert an Menschen, die sich selbst an seine Stelle setzen und ihren Freien Willen missbrauchen. Daher gibt es soviel Unheil in der Welt. Im übrigen ist ein Gebet immer ein Anliegen, das Destruktive und Böse durch das Gute und die Liebe zu ersetzen. Wer dem anderen die Pest an den Hals wünscht, tut das Gegenteil als mit Gott reden.

  2. Lieber Christian Dax, ich nenne Ihre Kritik an an dem Segnsgesgebet für Sebastian Kurz auf der Veranstaltung Awakening Europe respektlos und peinlich, ja sogar sehr befremdlich. Was hat das mit Vermischung von Politik und Religion zu tun? Wo ist das ein respektloses Verhalten gegenüber den Wählern. Nichts aber auch gar NICHTS !! Ja ich bin sogar sicher dass sehr viele Wähler selbst für Sebastian Kurz um Weisheit beten.
    Was kann Österreich besseres passieren, als dass ein mit Gott eng verbundener Christ im Namen unseres Schöpfers ein Gebet für Weisheit, Kraft und Segen für Kurz und sein Land ausspricht?
    Ich würde Ihnen empfehlen, dass auch Sie, wie sehr viele Christen für Ihr Land beten, damit Gott, der schon lange aufgrund des Abfalls von ihm dabei ist seine schützende Hand langsam zurückzieht.

  3. Wieso macht man Herrn Kurz einen Vorwurf, dass der Gastsprecher für ihn gebetet hat? Soweit ich die Meldung verstehe, hat der Prediger ohne vorherige Absprache das Gebet gesprochen, Herr Kurz hat jedenfalls nicht darum gebeten.
    Und da Herr Kurz aktuell kein politisches Amt mehr bekleidet, sehe ich auch keine Vermischung von Politik und Religion.

  4. Segnen= Gutes über jemanden aussprechen
    Damit kommen Kritiker natürlich nicht klar. Ist nämlich das Gegenteil von dem was sie mit Vorliebe tun.

    Kritik darf hierzulande öffentlich geübt werden, ganz gleich ob berechtigt oder nicht.

    Gebet und Segnung hingegen nur im stillen Kämmerlein!?

  5. Das ist ja lustig, dass man sich hier über eine Vermischung von Politik und Religion beklagt, auf der anderen Seite mit unseren links-grünen Volkskirchen aber offensichtlich kein Problem hat. Aber was soll man von den „sozialen“ Medien auch anderes erwarten…

  6. Unser „Kirchentag“ ist übrigens eine sehr politische Veranstaltung, die zu einem großen Teil vom Steuerzahler bezahlt wird. Wo ist eigentlich da die Kritik? Aber ja, der Kirchentag entspricht ja voll dem links-grünen Zeitgeist…

    • Hallo Dirk, ich (Daniel) habe in der Vergangenheit mehrmals Kommentare zum Kirchentag geschrieben. Kritisch, aber auch lobend. Die Finanzierung lasse ich raus, die kann man zurecht kritisieren. „Links-grüner“ Zeitgeist: Die großen Foren auf dem KT sind politisch, das ist so gewollt. Und dort dominieren keine konservativen Positionen (…wobei es diesmal ein Forum mit konservativen Denkern gibt). Der KT ist keine Missionsveranstaltung. Aber trotzdem auch Glaubensfest. Das sieht man, meiner Meinung nach ganz stark, am Abend der Begegnung. Und zwar nicht politisch gefärbt. Den KT auf die großen, politischen Talkrunden zu reduzieren, das greift zu kurz. Viele Grüße, Daniel

      • Das stimmt, es greift zu kurz. Ich bin selber mit evangelischen Pastoren befreundet und es gibt natürlich auch hingegebene Christen in den Volkskirchen. Davon bleibt aber unberührt, das die Kirchenleitungen sehr stark linksliberal geprägt sind. Die AfD wir z.B. regelmäßig kritisiert (Und das auch zu Recht) und es wird auch regelmäßig gegen Rechts mobilisiert. Linksradikale können Polizisten mit Steinen bewerfen, da schweigen die Kirchenführer in der Regel. Mit der SED-Nachfolgepartei (Die Linke) hat unsere Kirche offenbar auch keine Probleme. Das ist schon alles sehr einseitig…

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