Vertreter aus Kirche und Wirtschaft unterzeichneten am Montag die «Erklärung für den Religionsunterricht an Berufsschulen». Dadurch soll dem Religionsunterricht an Berufsschulen ein höherer Stellenwert zukommen und den Schülern ethische und geistige Bildung zugesichtert werden.

 Junge Menschen, die am Anfang des Berufslebens stünden und hier Orientierung bräuchten, hätten Anspruch auf eine ethische und geistige Bildung, sagte der bayerische evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm am Montag in München. Werte lebten von der Zivilgesellschaft, man könne sie nicht vom Gesetz her verordnen, sagte der Landesbischof. Bei der Wertevermittlung seien vor allem die Kirchen gefragt. Daher sei es klug, dem Religionsunterricht an Berufsschulen einen hohen Stellenwert zuzuordnen.

 Zusammen mit dem Münchner Kardinal Reinhard Marx, dem Präsidenten des Bayerischen Handwerkstages, Heinrich Traublinger, dem Präsidenten der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, Randolf Rodenstock, sowie dem Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Bayern, Matthias Jena, unterzeichnete Bedford-Strohm die «Erklärung für den Religionsunterricht an Berufsschulen».

 Religion gehört nach Ansicht von Kardinal Marx zur Allgemeinbildung: «Wer die Zehn Gebote nicht kennt, muss als ungebildet gelten.» Die Kirchen hätten kein Sonderinteresse, sondern das Abendland lebe von der großen Tradition des Christentums. Der Religionsunterricht sei ein anspruchsvolles Fach und müsse auch als solches an Berufsschulen wahrgenommen werden.

 DGB-Chef Jena betonte, dass Bildung nicht nur nach «wirtschaftlicher Verwertbarkeit» vermittelt werden dürfe. Auch Sozial- und ethische Kompetenz seien für die Berufslaufbahn entscheidend. Rodenstock fügte hinzu, dass aus der christlichen Kultur Werte entspringen, die den Auszubildenden besonders vor dem Hintergrund der weltweiten Finanzkrise Orientierung geben. Ethik habe in der Wirtschaft immer eine erhebliche Rolle gespielt.

 Laut der Erklärung sollen die Kompetenzen der Schüler gestärkt werden, damit sie die technischen und ökonomischen Innovationen bewältigen können und ihren Platz in der Gesellschaft finden. Mit Hilfe des Religionsunterrichts sollen sich die Weltanschauung und der Lebensentwurf der jungen Menschen entwickeln. Die christlichen Kirchen appellieren an den Freistaat Bayern, hinreichende Haushaltsmittel für die Einstellung von Lehrkräften zur Verfügung zu stellen.

(Quelle: epd)