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Der frühere bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) hält die Kirchensteuer für unerlässlich – die Staatsleistungen an die Kirchen dagegen für diskussionswürdig.

Ohne die Kirchensteuer würden die Volkskirchen zusammenbrechen, sagte Beckstein am Samstag in der Evangelischen Akademie Tutzing im Rahmen des 28. Evangelischen Kirchbautages in München.

Alternative Finanzierungsmodelle, beispielsweise Spenden wie in den USA oder eine Kultursteuer wie in Italien, halte er für problematisch, sagte Beckstein, der auch Vizepräses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist. Zum einen müssten die Kirchen in diesen Ländern erheblich in Werbung investieren, zum anderen brauche es für die Pfarrerbesoldung in Deutschland stabile und umfangreiche finanzielle Ressourcen.

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Dagegen befürwortet Beckstein Änderungen bei den Staatsleistungen an die Kirchen. Kaum jemand in der Bevölkerung unterstütze es, dass Bischofsgehälter vom Staat bezahlt werden, nannte er ein Beispiel. Sinnvoller wäre es dagegen, wenn sich der Staat stattdessen an der Baulast für Kirchengebäude beteiligt. Denn selbst konfessionslose Menschen wollten, dass Kirchen erhalten werden. Sie gehörten für sie zum Ortsbild und zu ihrer kulturellen Identität dazu.

Seinen Vorschlag zu den Staatsleistungen hätten die Kirchen aber einst abgelehnt, bedauerte Beckstein. Er warnte zugleich: "Die Staatsleistungen haben keine lange Zukunft. Wenn die Kirchen nicht selbst aktiv werden, werden sie irgendwann ersatzlos gestrichen." Wenn sich der Staat aber an der Baulast beteilige, bekämen die bisher umstrittenen Staatsleistungen mehr Befürworter, zeigte er sich überzeugt.

Die Kirchen erhalten pro Jahr rund 460 Millionen Euro an Staatsleistungen, die bayerische evangelische Landeskirche allein etwa 22 Millionen Euro. 

(Quelle: epd)