Fast neun von zehn Ärzten im flämischen Teil Belgiens, die beruflich mit Spätabtreibungen zu tun haben, befürworten es, schwerkranken Neugeborenen tödliche Medikamente zu verabreichen.

Eine wissenschaftliche Umfrage untersuchte jüngst die Einstellung zu Spätabtreibungen bei Ärztinnen und Ärzten sowie Krankenpflegerinnen und Krankenpflegern in Flandern, also der niederländischsprachigen Region Belgiens. Sie wurde am 2. August im Magazin „Acta Obstetricia et Gynecologica Scandinavica“ veröffentlicht. Befragt wurde das medizinische Personal, das unmittelbar mit Spätabtreibungen zu tun hat, in allen acht Gesundheitszentren der flämischen Region, die eine Intensivstation für Neugeborene haben. Das Ergebnis: Viele halten Abtreibungen auch zu einem späten Zeitpunkt mitunter für sinnvoll.
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89,1 Prozent derer, die den Fragebogen ausgefüllt haben, sehen es sogar als akzeptabel an, einem Kind nach der Geburt tödliche Medikamente zu verabreichen, wenn es schwer, jedoch nicht tödlich erkrankt ist. Die genaue Formulierung, zu der die Zustimmung abgefragt wurde, lautete: „Für Neugeborene mit einer schwerwiegenden Erkrankung ist es in bestimmten Fällen akzeptabel, Medikamente mit der ausdrücklichen Absicht zu verabreichen, das Lebensende zu beschleunigen.“ Ausdrücklich wurde die „Einstellung“ der Teilnehmenden abgefragt, unabhängig von der geltenden Rechtslage.

Für Spätabtreibungen sprach sich ebenfalls die große Mehrheit der Befragten aus: Ist der Fötus tödlich erkrankt, befürworteten alle Antwortenden eine Spätabtreibung. Ist das Kind im Mutterleib schwer, jedoch nicht tödlich krank, sind es noch 95,6 Prozent. Welche Krankheit als „schwer“ einzustufen ist, dazu macht die Umfrage keine genauen Angaben. Als Spätabtreibung bezeichnen die Forscher Abtreibungen, bei denen der Fötus bereits lebensfähig ist.

Weniger Zustimmung bei Problemen der Mutter

Weniger Zustimmung gaben die Befragten, wenn der Fötus gesund ist. Sollte die Mutter psychische Probleme haben, befürwortete jeder Fünfte (19,8 Prozent) eine Spätabtreibung. Sollte sie sozioökonomische Probleme haben, sind es 13,2 Prozent. Signifikante Unterschiede gab es bei der Frage, ob ein nicht-tödlich erkrankter Fötus eher abgetrieben oder palliativ versorgt werden sollte. 68,1 Prozent der Ärztinnen und Ärzte stimmten für den Schwangerschaftsabbruch, jedoch nur 53,2 Prozent der Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger.

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Das Paper schlussfolgert, dass Angehörige der Gesundheitsberufe eine Gesetzesänderung bezüglich Abtreibungen und der möglichen Tötung Neugeborener fordern. In Belgien ist ein Schwangerschaftsabbruch aktuell bis zur zwölften Schwangerschaftswoche möglich. Frauen, die ihr Kind abtreiben wollen, müssen zuvor an einem Beratungsgespräch teilnehmen. Zwischen Gespräch und Eingriff müssen mindestens sechs Tage Bedenkzeit liegen. (nate)

21 DIREKT-KOMMENTARE

    • Ja es ist auch keine Abtreibung sondern Tötung eines Kindes. Ich bin keine Abtreibungsgegnerin sondern finde das jeder es mit seinen Gewissen aus machen muss. Für mich persönlich wäre es nie in Frage gekommen. Unter Umständen wie bei den 10 jährigen Mädchen in Brasilien halte ich die Entscheidung für klug eine Abtreibung vor zu nehmen. Aber das ist Mord ? Wo soll das hinführen? Werden dann alle unbequemen Kinder irgendwann getötet danach die alten Menschen? Eine kranke Welt! Lg

      • Das 10-jährige Mädchen aus Brasilien hat durch den wiederholten Missbrauch ein schweres Trauma erlebt. Dem Kind muss jede erdenkliche Hilfe gewährt werden. Ein „Abtreibung“* ist allerdings keine Hilfe, da sie zu einem zusätzlichen Trauma führt. Über Traumata nach „Abtreibungen“ wird leider nur sehr selten gesprochen. Eine „Abtreibung“ ist eben kein harmloser Eingriff, sondern die Tötung eines Menschen. Das Mädchen braucht eine sichere und liebevolle Umgebung und, wie gesagt, jede erdenkliche Hilfe. Man kann nicht ein Unrecht durch ein anderes Unrecht ungeschehen machen…
        * (Das Wort Abtreibung ist ein Euphemismus, eine Verhüllung und Beschönigung. Hier treibt kein Schiff ab, hier wird ein Leben getötet)

        • Wenn ein Kind ein Kind gebären muss, wird dies ebenfalls zu einem Trauma führen.
          Es gibt bei der Überlegung für oder gegen eine Abtreibung so schwierige Fälle, bei denen man sich tatsächlich für die Tötung des einen Lebens entscheiden muss, um ein anderes zu retten. Dabei wird man sich aber auch dessen bewusst sein müssen, dass man dadurch Schuld auf sich lädt.
          Schwerstkranke Neugeborene, welche keine Option auf ein schmerzfreies, lebenswertes Leben haben werden, von ihrem Leiden zu erlösen, kann man wohl ebenfalls zu dieser Art von Entscheidung rechnen.

          • Und wieder erhebt sich der Mensch zum Herren über Leben und Tod. Und wieder wird zwischen wertvollem und unwerten Leben unterschieden. Einfach gruselig…

            „Es gibt bei der Überlegung für oder gegen eine Abtreibung so schwierige Fälle, bei denen man sich tatsächlich für die Tötung des einen Lebens entscheiden muss, um ein anderes zu retten.“ Und jetzt werden wieder Einzelfälle angeführt, die wahrscheinlich unter 1% der so genannten Abtreibungen betreffen. Traurig…
            Der Mensch will sein wie Gott und über Leben und Tod entscheiden….

            • Das Leben des 10jährigen Mädchens ist durch die Geburt in Gefahr. Du würdest sie also sterben lassen?

              Hier geht es ja gerade um das, was Du mit 1% bezeichnest, um sehr schwerwiegende Grenzfälle. Sowohl bei dem Mädchen in Brasilien als auch bei schwerstkranken, leidenden Neugeborenen.

              Es ist immer einfacher, Patentlösungen für alles bei der Hand zu haben und pauschale Urteile zu fällen, nur leider sieht die Realität anders aus.
              Gott hat uns die Verantwortung für alle unsere Mitgeschwister gegeben, nicht nur für das ungeborene Leben.
              Der sich vor Gott verantwortlich fühlende Mensch will nicht sein wie Gott, aber er MUSS manchmal über Leben und Tod entscheiden, ob ihm das nun passt oder nicht.
              Oben schrieb ich bereits, dass er damit auch schuldig werden kann. Dieses Risiko gilt es vor Gott zu tragen und auszuhalten, aber natürlich kann man sich auch einfach aus der Verantwortung stehlen und sich die Augen zuhalten.

              • Keiner von uns kennt das 10 jährige Mädchen und die konkreten Umstände. Das sie sterben würde, ist reine Spekulation von Dir. Wir haben alle medizinischen Möglichkeiten und leben nicht mehr im Mittelalter. Nein, ich würde sie nicht sterben lassen, finde es aber unredlich, dass solche Extremfälle immer dazu missbraucht werden, um Abtreibung generell zu rechtfertigen. Das ist hochgradig unseriös…

                • Du kannst Dich gerne kundig darüber machen, inwieweit der Körper eines Kindes dazu in der Lage ist, ein Kind zu gebären. Schon die Schwangerschaft wäre eine Tortour für das Kind.

                  Nicht umsonst sind in Brasilien Abtreibungen nach Vergewaltigung und bei Gefahr für das Leben der Mutter erlaubt.

                  „ Dem brasilianischen Jahrbuch für öffentliche Sicherheit zufolge werden stündlich vier brasilianische Mädchen unter 13 Jahren vergewaltigt, die meisten Täter sind demnach Verwandte. Von den 66.000 Vergewaltigungsopfern in Brasilien waren 2018 mehr als die Hälfte Mädchen unter 13 Jahren.“
                  (Quelle:

                  Hier geht es auch keineswegs darum, „Abtreibung generell zu rechtfertigen“. Sondern es handelt sich um schwierige Sonderfälle.

                  Dies zu unterstellen ist „unseriös“.

                  Es ist wichtig und richtig, ungeborenes Leben zu schützen, jedoch nicht um den Preis, dadurch bereits bestehendes zu zerstören.

                  • In dem Artikel geht es aber um die generelle Zulassung von Abtreibungen nach der Geburt. Bitte nicht nur auf das 10 jährige brasilianische Mädchen reduzieren….Abtreibungen nach medizinischer oder kriminologischer Indikation betragen außerdem lediglich 3,8%, siehe statista
                    https://de.statista.com/themen/267/abtreibung/
                    Eine Verengung des Themas auf Vergewaltigungsopfer bildet nicht die Realität ab…

                • Das Mädchen wäre durch die Geburt egal in welcher Form traumatisiert . Zu den schweren Trauma durch den Missbrauch . Sie wird ihr Leben lang unter dem Leiden was ihr angetan wurde. Egal in welchen Umständen sie leben wird . Jeder Tag wird ein Kampf. Man muss einen Kind nicht noch mehr zumuten. Fälle von Trauma nach Abtreibungen sind in den meisten Fällen keine Opfer sondern Frauen die sich auf Grund finanzieller, persönlicher oder beruflicher Form gegen das Kind entscheiden haben. Keine oder unzureichende Verhütung nutzten. Oft Entwickeln sich die physischen Probleme nach der Geburt eines gewünschten Kindes. Es ist ein weites Feld . Ich bin Trauma Therapeutin und arbeite seit 10 Jahren mit Kindern die sexuelle / häusliche Gewalt erlebt haben. Opferschutz muss an erster Stelle stehen.

                  • „Das Mädchen wäre durch die Geburt egal in welcher Form traumatisiert .“

                    Eine solche Aussage zu machen, ohne die Patientin zu kennen, ist für eine Therapeutin schon sehr gewagt. Da wäre ich etwas vorsichtiger…

                    • Die Annahme ist nicht gewagt sondern beruht auf 20 Jahren Erfahrung . In der Arbeit mit Missbrauch Opfern. Das Mädchen wurde 4 Jahre sexuell missbraucht, da war sie 6 Jahre alt . Sie litt unter Schmerzen und Verletzungen die nicht behandelt wurden. Ihre Seele ist gebrochen denn den Menschen denen sie am meisten Vertrauen sollte taten ihr Entsetzliches an. Sie erfuhr von ihren Eltern keine Hilfe sondern nur eine Stille Duldung. Sag nicht es ist eine Annahme nein die körperliche Gewalt der Opfer sind nicht zu übersehen. Auch verändert sich das Verhalten der Kinder komplett. In 20 Jahren habe ich so viel Leid gesehen das du dir nicht vorstellen kannst. An Kindern die wir schützen sollen. Bete für die Opfer! Für mich persönlich wäre Abtreibung nie in Frage gekommen und bei 19 jährigen die 3 Mal angetrieben haben weil sie nicht verhüten fallen auch mir keine Worte mehr ein . Aber es muss Opferschutz geben bei Gewalttaten. Besonders bei Kindern. Es gibt sehr gute Biografien von Missbrauch Opfern lese doch Mal eine. Leider haben missbrauchte Kinder keine Lobby das sieht man an den Missbrauch Skandal in der Kirche und nicht nur dort . Es wird soviel weggesehen und zu wenig unternommen um Kinder zu schützen. Da setzten sich alle für ein ungeborenes Kind ein für die Kinder die täglich Leiden geht Niemand auf die Straße.

          • Ein ungeborenes Kind muss immer geboren oder aus der Gebärmutter werden : entweder tot oder lebendig. Bei einer so jungen Schwangeren kann im 7. Monat eine Kaiserschnitt Entbindung gemacht werden und das Baby kommt in den Brutkasten.

        • das 10jährige Mädchen könnte durch die Geburt selbst sterben.. in diesem Sinne wäre die Abtreibung leider tatsächlich eine Hilfe.

  1. Krass. Vor vielen Jahren gab es den Begriff „lebensunwertes Leben“ und wenn man heute aus dieser Zeit Begriffe verwendet, landet man schnell am Pranger. Dass bei dem Abtreibungsthema genau das gleiche Gedankengut existiert zeigt, dass der Mensch sich nicht verändert hat — Gutmenschentum hin oder her. Aber ehrlich: Kann man von Menschen, die keinen Gott akzeptieren, denn etwas Anderes erwarten, als Egoismus? Vielleicht machen wir es uns manchmal auch zu leicht, wenn wir hier pauschal verurteilen… Aber da wir als Christen Salz und Licht sein sollen, haben wir meines Erachtens die Aufgabe, zumindest den Standpunkt Gottes immer wieder deutlich zu machen.

  2. Die Tötung eines Kindes ist vor und nach der Geburt die Tötung eines Kindes. Es wird Zeit dass in Abtreibungsparagraphen die Tötung eines Kindes vor und während der Geburt endlich den Status von Tötungsdelikten der Menschen ohne Nabelschnur bekommt : Abtreibung ist Mord und Totschlag. Vor der Geburt atmet der Mensch durch das Pumpen von Blut durch die Placenta und danach durch Pumpen von Blut durch die Lungen.

    • Ich verstehe Sie und ich bin auch voll und ganz bei Ihnen. Jedoch wird es für dieses Ansinnen nur Unverständnis geben. Die „weltliche“ Art zu denken fußt seit etwa 150 Jahren auf dem Humanismus, welcher im Kern besagt, dass man alles mit sich selbst ausmachen muss und nur vor sich selbst Rechenschaft abzulegen hat. Gott, Sünde, Rechenschaft und Erlösung gibt es im Humanismus nicht. Verinnerlichen Sie das mal für einen Moment, was das bedeutet: Und jetzt kommen Christen, die mir mein Selbstbestimmtheitsrecht (was auch immer das sein soll) absprechen und mir Abtreibungen verbieten. Wie absurd ist das denn?
      Abtreibungsgegner wie Sie und ich können nur auf Unverständnis stoßen. Wie können wir dieses Unverständnis überwinden? Das ist die Frage. Indem wir auch jene lieben, die abgetrieben haben. Ich denke, nur so kann Gott uns gebrauchen. Pauschal zu sagen „Abtreibung ist Mord!“ ist zwar richtig, das rettet aber nicht EIN Leben.

  3. Der Humanismus hat uns seit etwa 150 Jahren Selbstbestimmtheit beigebracht. Alles ist erlaubt, solange man es mit sich selbst ausgemacht hat. Und diese Grenzen verschieben sich immer weiter. Das Recht auf Selbstbestimmtheit bringt „my body- my choise!“ auf den Punkt.
    Für den humanistisch-atheistisch erzogenen Menschen ist es ein Angriff auf die Selbstbestimmtheit, wenn jetzt Kirchen oder Glaubensgemeinschaften daherkommen und sagen: „Abtreiben darfst du nicht!“ Ja, mit welchem Recht sagt man das? Weil es in der Bibel steht? Wo denn? Man müsste sich mit Gott auseinandersetzen. Dann könnte man erkennen, dass ein derartiger Vorgang ihm völlig wesensfremd ist. Da man Gott nicht nur vergessen, sondern vergessen hat, DASS man ihn vergessen hat, ist Gottes Rechtsprechung kein Argument.
    Die Welt ist gottlos und deswegen denken diese Ärzte so. Sich darüber zu echauffieren ist nicht hilfreich. Menschen in Liebe zur Seite zu stehen, die (aus welchen Gründen auch immer) eine Abtreibung ernsthaft in Erwägung ziehen und auch dann noch da zu sein, wenn abgetrieben worden ist; DAS ist die Liebe, die Christus uns gelehrt hat.

  4. hat schonmal jemand von den Befürwortern drüber nachgedacht, dass auch Leben mit Hindernissen von Gott gewollt sind ?
    Befürwortern , Babys auch nach der Geburt zu töten wenn sie nicht konform der Etikette verlaufen ,ist Gottes lästerlicher Mord !
    Irret euch nicht.Gott lässt sich nicht spotten. Jene denen es egal ist und es vorantreiben sei nur das Eine gesagt..ich wünsche ihr oder ihm einen gnädigen Gott am Ende seines/ Ihres Lebens.

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