Warum treten Menschen aus der evangelischen Kirche aus? Der Kirchenkreis Berlin Stadtmitte wollte es genau wissen und hat 9.000 Ausgetretene nach ihren Gründen gefragt. Nun sind die 1.600 Antworten ausgewertet. Sarah Salin von evangelisch.de hat mit Pfarrer Alexander Brodt-Zabka über die Ergebnisse gesprochen.

Der Hauptgrund sind mit 60 Prozent (Mehrfachnennung möglich) die finanziellen Aspekte. 30 Prozent der Befragten können mit dem Glauben nichts mehr anfangen. 20 Prozent protestieren mit ihrem Austritt gegen kirchliche Äußerungen zu Politik oder anderen Themen

Falsche Informationen sorgen für Austritt

Viele der Menschen, die aus der Kirche ausgetreten sind, hatten schon lange keinen Kontakt mehr zur Kirche. Hier rät der Pfarrer, mindestens einmal im Jahr einen Gemeindebrief zu versenden. Andere sind offenbar unzureichend informiert: So traten Menschen aus, weil sie für gleichgeschlechtliche Liebe einstehen. Genau das tut allerdings auch die Evangelische Kirche in Berlin.

Um Kirche wieder attraktiv zu machen, rät der Pfarrer, vor Ort präsent zu sein. Beispielsweise können Gemeinden an Straßenfesten teilnehmen. Werden Kirchen nicht mehr klassisch genutzt, sollten sie auf andere Weise mit geistigem Leben gefüllt werden, sagt Brodt-Zabka.

LINK: „Die Kirchentür bleibt offen“

1 DIREKT-KOMMENTAR

  1. Es liegt nicht nur am Geld. Es gibt bei den Pastoren/innen, wie in allen Bereichen Nachwuchsmangel und schwarze Schafe

    Wollte man früher Pastor werden, und studierte, bekam man keine Stelle. Wir haben genug Personal hieß es.Heutzutage ist es umgekehrt und die Kirchenobrigkeit weiß es seit langem. Wenn die Pastoren/innen bei den Haupstellen oder der Syniode um Hilfe bei dem Problemen bitten, kommt keine Antwort.

    Bedford-Strohm hat in seinem Vorwort zur Lutherbibel 2017 geschrieben: Sie halten ein Stück Menschheitsgeschichte in den Händen. Ein Stück Kulturgut, die Liebesgeschichte Gottes mit uns Menschen.

    Wer aber soll uns Christen, diese Geschichte erzählen, wenn es keine Pastoren\innen mehr gibt. Und ein gekreuzigter Ronald McDonald (siehe den Newsletter März 2019) trägt auch nicht gerade zum guten Ruf der Christen, sowie der Kirche bei.
    Es geht in den Synoden nur noch um Geld, Geld und nochmal Geld. Der Glaube an Jesus Christus, seinen Vater und die Vergebung bleibt auf der Strecke. Die Acedia (siehe Wikipedia deutsch) hat sich breit gemacht. Und die ehrlichen gut ausgebildeten studierten Pastoren\innen bleiben auf der Strecke.
    Gehen sie in einen Gottesdienst und probieren Sie es aus. Denn nicht alle Pastoren\innen sind aufs Geld aus und nicht alle Gottesdienste im traditionellen Stil langweilig. Es geht auch anders auch in der traditionellen Kirche.

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