Die Bild hat eine Umfrage zum Gottesbezug der deutschen Bevölkerung in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse veröffentlicht die Zeitung mit den Schwerpunkten „Glaube an Gott“, „Glaube an Wunder“ und „Glaube an Himmel und Hölle“. Besonders auffällig sind die regionalen Unterschiede. Im Süden des Landes ist der Glaube an Übernatürliches deutlich intensiver als im Westen. In Bayern, Baden-Württemberg und Saarland glaubt mit circa 47 Prozent fast jeder Zweite an Gott. Dahingegen sinkt der Glaube an Gott von Westen (circa 43 Prozent) nach Norden (ungefähr 35 Prozent) und Osten (etwa 19 Prozent) ab.

Besonders die neuen Bundesländer fallen dadurch auf, dass dort weniger Menschen an einen Gott, Wunder, Himmel und Hölle glauben. Deutschlandweit ist jeder Dritte davon überzeugt, dass göttliches Eingreifen für Wunder sorgen kann. Bei der Frage nach Himmel und Hölle glauben fast doppelt so viele Menschen an das „göttliche Jenseits“ wie an die „ewige Verdammnis“, besagen die Ergebnisse der Umfrage. INSA-Consulere befragte für die Umfrage 4.000 Menschen im Zeitraum von 27. Februar bis 1. März 2019.

2 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Das sind wahrlich depremierende Zahlen! Wir haben schon lange das Recht verloren, uns „christliches Abendland“ zu nennen. Im Osten glaubt nur jeder Fünfte! Wir sind derart gottlos geworden, dass Afrika schon Missionare nach Europa entsendet. Und es gibt allen Ernstes Kirchenvertreter, die das müde belächeln und sagen: „Alles, was ihr über Gott wisst, haben wir euch beigebracht!“ Ich meine, Gott legt so langsam eine Schippe drauf.

    • Guten Tag! Ja, die Zahlen können schmerzlich sein, aber sie haben ihr Gutes. Die Kirchen (die Christen insgesamt) bedürfen m.M.n. einer Neubesinnung. Beispiel? Besteht das „Wunder zu Pfingesten“ wirklich darin, so wie die Umfrage noch meint, dass die Jünger plötzlich mehrere Sprachen konnten? Wer das glaubt, glaubt an ein Mirakel. Für mich besteht das Wunder darin, dass die Jünger plötzlich an sich selbst glaubten, weil sie plötzlich an die Sache Jesu glaubten. Aus ängstlichem Verkriechern wurde eine Truppe hemmungslos Liebender, und ein Weltreich wurde von ihnen umgekrempelt. Das ist doch ein Wunder! Vergleichbar ist es mit dem bekannten „Wundern“ vom Wandeln über den See, dem Reichen Fischfang usw. Derlei Untiefen von falschem Verständnis hält die christliche Verkündigung unzählige bereit – und dann fragt man sich allerdings: „Wer glaubt denn sowas?“ (s. Der Spiegel; der Begriff „Wunder“ kommt übrigens im gesamten NT im Zusammenhang mit den Taten Jesu so gut wie nicht vor. Dort ist immer von „Zeichen“ die Rede..).
      Ich mache mir um die Kirche(n) keine Sorge, die sind nur Instrument. Wenn sie nicht mehr taugen, werden sie ersetzt – das ist in Gottes Hand.
      Je mehr Menschen sich jedoch ehrlich ihren Fragen stellen, umso besser geht es dem Glauben! Denn Zweifenl – so ein weiteres Missverständnis – hat nichts mit Gottlosigkeit zu tun (Ignoranz allerdings schon). Und wann haben sich je soviele Menschen mit ihren Fragen beschäftigt wie heute? Sorge macht mir nur, welches Verständnis von „Wunder“ bei den jungen Menschen laut dieser Umfrage wieder zunimmt. …

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