In Passau hat Bischof Stefan Oster eine Reform der Firmung angestoßen: Ab dem nächsten Jahr sollen Jugendliche hier erst mit 16 die Firmung empfangen können und in einem dreiphasigen Modell über mehrere Jahre auf die Entscheidung vorbereitet werden.

In der Zeitschrift „Herder Korrespondenz“ erklärt der Bischof die Hintergründe der Entscheidung: Die Firmlinge sollten „frei entscheiden können, dann aber verbindlich Verantwortung übernehmen“, wie es das Zweite Vatikanische Konzil gefordert habe. Ziel der Vorbereitungszeit müsse es daher sein, ihnen die Gestalt Jesu Christi als das Faszinierende am Glauben nahezubringen, fordert der Bischof, der seit 2016 zugleich Leiter der Jugendkommission der katholischen Deutschen Bischofskonferenz ist.

In den meisten Diözesen werden Jugendliche traditionell mit 12-14 Jahren gefirmt, also noch vor ihrer Religionsmündigkeit.

Link: „Firmung mit 16 ist anspruchsvoller und ehrlicher“ (katholisch.de)

 

 

1 DIREKT-KOMMENTAR

  1. Wenn es nur um die Religionsmündigkeit ginge, würde 14 Jahre ja reichen. Ich vermute da geht es eher darum, dass Jugendliche in der späteren Pubertät ihre Ansichten noch mal gerne ändern und er 14jährigen noch nicht zutraut Entscheidungen zu treffen, die langfristig halten werden.

    Wenn ich mir den Wikipedia-Artikel zur Firmung durchlese, geht’s bei der Firmung in der westlichen Kirche um ein Alter, wo die Vernunft gebraucht wird. Und damit ist wohl 7 Jahre gemeint. Aber traditionell eben, wie im Artikel beschrieben 12-14 Jahre.

    Wenn ich mich entwicklungspsychologisch an Piaget orientiere, liegt die kath. Kirche da gar nicht mal so falsch mit dem Alter, weil ab ca. 12 Jahren das abstrakte Denken ausgebildet ist. Man kann also durchaus davon ausgehen, dass bei entsprechender inhaltlicher Vermittlung, die Firmlinge wissen was sie da tun.

    Man kann natürlich in der Altersgruppe hinterfragen, wie frei sie in ihren Entscheidungen sind, wenn die Eltern massiv möchten, dass ihr Kind gefirmt wird oder wenn die Tradition eben ohne Hinterfragung mitgemacht wird (das gilt natürlich auch für die Konfirmation in der ev. Kirche).
    Aber bei der Argumentation müsste man dann eigentlich konsequent sein und sagen: man muss mindestens 18 sein oder (noch weiter gedacht): man muss auf eigenen Füßen stehen und nicht mehr abhängig von den Eltern sein (das heißt bei einigen Leuten aber, dass sie sich bis Mitte 20 nicht firmen lassen könnten).

    Ich sehe das Ganze zwiespältig: wenn es um die Frage geht, wie ernsthaft ein Firmling den Inhalt seiner Firmung bejaht, habe ich ein Problem damit so zu tun, als könnten Teenager erst mit 16 eine Entscheidung für eine Nachfolge Jesu treffen. Und ich sehe auch keine biblische Begründung, die Kinder und jüngere Teenager da ausschließen würde.

    Andererseits ist es sicher wünschenswert eine vernünftige Firmvorbereitung zu haben und den Firmlingen Jesus wirklich nahe zu bringen.
    Stellt sich die Frage, ob das jetzt nicht auch schon ginge?

    Bei dem Stellenwert, den die Firmung in der kath. Kirche hat, finde ich es jedenfalls genauso fragwürdig sie erst mit 16 zu erlauben, wie ich es bei Freikirchen finde, wenn sie Altersgrenzen für die Glaubenstaufe haben (der Vergleich hinkt nicht mal, weil die Firmung die Vollendung der Taufe ist, nach kath. Verständnis). Ich sehe einfach keine biblische Grundlage den Glauben eines Kindes oder jüngeren Teenagers weniger ernst zu nehmen als den Glauben eines Volljährigen oder 16jährigen.

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