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Der Hildesheimer katholische Bischof Norbert Trelle hat gefordert, das befristete Bleiberecht für langjährig in Deutschland lebende Flüchtlinge zu verlängern.

«Die Zeit, die wir den Menschen gesetzt haben, war entschieden zu kurz», sagte er der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung» (Freitagsausgabe). Seit zwei
Jahren haben rund 50.000 Flüchtlinge, die mindestens sechs Jahre in Deutschland leben, ein Aufenthaltsrecht auf Probe. Bis zum Jahresende müssen sie nachweisen, dass sie sich und ihre Familien mit einem Beruf selbst ernähren können.

Die Regelungen waren 2006 und 2007 vom Bund und den Ländern beschlossen worden, um das Problem der «Kettenduldungen» zu lösen. Damals lebten rund 110.000 Menschen jahrelang ohne einen rechtlich gesicherten Aufenthaltsstatus in Deutschland. Rund die Hälfte von ihnen erhielt ein befristetes Bleiberecht.

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Die Regelungen seien der richtige Ansatz, sagte Trelle: «Aber sie reichen nicht weit genug.» Die neue Frist solle großzügig bemessen sein und mehr als ein paar Monate umfassen, so Trelle. Alte, kranke und pflegebedürftige Flüchtlinge sollten von den Beschränkungen befreit werden. Eine großzügige Integrationspolitik sei auch aus demografischen Gründen angebracht. Schon heute fehlten in Deutschland Ingenieure, Ärzte und auch katholische Priester.

(Quelle: epd)