Die Bonner Bahnhofsmission schließt am 31. Dezember. Das teilen die Träger Caritas und Diakonie mit. 15 Jahre engagierten sich Ehrenamtliche für die Bedürfnisse der Reisenden. Mittlerweile fehle jedoch die Nachfrage, heißt es auf der Startseite des Diakonischen Werkes Bonn und Region.

Ein weiterer Grund für die Schließung sei der Standort, sagt Ulrich Hamacher, Geschäftsführer der Diakonie: „Bonn ist kein Verkehrsknotenpunkt wie Köln oder Frankfurt.“ Der Fernverkehr werde zunehmend auf die andere Rheinseite verlagert und es finde eine Entwicklung statt, hin zum reinen Regional- und Pendlerbahnhof. Das sei „kein klassisches Einsatzgebiet für Bahnhofsmissionen.“ Auch die Räumlichkeiten wirkten nicht wirklich einladend, die langwierigen Bauarbeiten am Bahnhof „tun ihr Übriges“, sagt Caritasdirektor Jean-Pierre Schneider.

Zukünftig müssen sich Menschen, die Reisehilfe benötigen, direkt an das Servicepersonal der Bahn wenden. Regelmäßigen Nutzern der Einrichtung würden die Mitarbeiter selbstverständlich Alternativen aufzeigen, heißt es in der Pressemitteilung. Außerdem sei das Hilfenetz im Stadtzentrum „sehr dicht gewebt“. Die Ehrenamtlichen missbilligen die Entscheidung der Verbände. Sie versuchen, das Angebot in irgendeiner Form aufrecht zu erhalten, und planen, bei der Bahn selbst Unterstützung für den Sozialraum Hauptbahnhof zu erfragen.

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