Evangelische Allianz, EKD sowie Politiker von Grünen, SPD, CDU und zivilgesellschaftliche Organisationen fordern: „Moria darf sich nicht wiederholen.“ Eine seltenes Bündnis.

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Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union trügen die Verantwortung dafür, Mindestschutzstandards in allen Lagern für Geflüchtete auf europäischem Boden zu gewährleisten, heißt es in dem gemeinsamen Schreiben. „Auf Lesbos muss jetzt schnelle Nothilfe im Sinne der Schutzsuchenden geleistet werden.“ Sie, die Unterzeichnenden, hätten Moria persönlich besucht. Wenn humanitäre Mindeststandards dort nicht erfüllt würden, müssten die Menschen an andere Orte gebracht werden – in Griechenland oder in anderen europäischen Staaten.“

Außerdem fordern die Unterzeichnenden einen „Perspektivwechsel“ in der Flüchtlingspolitik. Es müssten mehr Schutzsuchende mit anerkanntem Flüchtlingsstatus und zusätzlich jene mit der höchsten Schutzbedürftigkeit an sichere Orte in Deutschland und anderen EU-Mitgliedstaaten gebracht werden. Es gebe eine Aufnahmebereitschaft von Bundesländern, Kommunen und Kirchengemeinden, die ernstzunehmen sei.

„Den Betroffenen eine Stimme geben“

In der Debatte um die Aufnahme von Flüchtlingen mangele es häufig an einer „neutralen Dialogebene“, heißt es weiter. Es sei nötig, neue Diskussionsräume zu öffnen und zum Beispiel die Stimmen von Geflüchteten und kommunalen Behörden in Griechenland stärker zu berücksichtigen.

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Bei Themen wie Abtreibung, Ehe für alle oder Sterbehilfe ziehen Evangelische Allianz, Evangelische Kirche (EKD) sowie Politiker verschiedener Parteien wie SPD, Grüne und CDU in der Regel nicht an einem Strang. Hier sei man sich jedoch „einig“, heißt es in dem Schreiben. „Die Leidtragenden sind die Menschen, insbesondere die Kinder, die weiterhin auf Lesbos ausharren und von denen wir einigen selbst begegnet sind.“

Unterzeichnet haben den Aufruf Christoph Waffenschmidt (World Vision Deutschland), Uwe Heimowski (Politischer Beauftragter der Deutschen Evangelischen Allianz), Martin Dutzmann (Bevollmächtigter des Rates der EKD), Luise Amtsberg (MdB Bündnis 90/Die Grünen), Lars Castellucci (MdB SPD), Frank Heinrich (MdB CDU), Mike Schubert (Oberbürgermeister Potsdam), Thomas Weigel (Erster Bürgermeister Rottenburg am Neckar) und Robert Nestler (Equal Rights Beyond Borders).

Link: die komplette Pressemitteilung

1 DIREKT-KOMMENTAR

  1. Moria war schlimm und die EU bekleckert sich wahrlich nicht mit Ruhm in ihrer Flüchtlingspolitik.
    Aber man muss schon beide Seiten betrachten. Asylrecht durchsetzen mittels Brandstiftung kann nicht die Lösung sein, genauso wenig wie die als Flüchtlingshilfe kaschierten Schleppermethoden.
    Und dann wäre da noch der Blick über die Lage in Europa hinaus. Wer kümmert sich eigentlich um die vielen tausend Kinder in den Slums von Nairobi, Manila und Kalkutta ?
    Das interessiert auf gut deutsch keine Sau, kann man ja auch politisch nicht so werbewirksam ausschlachten.
    So vegetieren die Menschen dort in ihrem Elend, vielleicht lindern hier und da ein paar kleine Missionsgesellschaften die Not, die große Politik und die rührigen NGO`s kümmert das reichlich wenig.
    Irgendwie heuchlerisch diese Art von „Nächstenliebe“, ich trau der Sache nicht !

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