In Deutschland werden Therapien zur Änderung der Sexualität oder geschlechtlichen Identität verboten. Mit den Stimmen von Union, SPD und FDP verabschiedete der Bundestag am Donnerstagabend in Berlin ein Gesetz zum Verbot sogenannter Konversionsbehandlungen.
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Insbesondere Minderjährige sollen damit vor schädlicher Beeinflussung geschützt werden. Die übrigen Fraktionen enthielten sich. Teils, weil ihnen das Gesetz nicht weit genug geht. Eine Gegenstimme gab es in der AfD-Fraktion. Verboten werden Therapien, die eine Änderung oder Unterdrückung der sexuellen Präferenz oder der Geschlechtsidentität zur Folge haben. Geschlechtsumwandlungen, die die selbst empfundene Identität unterstreichen, sind davon ausdrücklich ausgenommen. Das gilt auch für Behandlungen von Exhibitionismus und Pädophilie.

Verstöße gegen das Verbot können mit bis zu einem Jahr Gefängnis oder Geldstrafe geahndet werden. Auch das Werben oder Vermitteln wird bestraft. Bei Verstoß droht eine Geldbuße in Höhe von bis zu 30.000 Euro. Das Verbot gilt grundsätzlich für Therapien an Minderjährigen unter 18 Jahre, aber auch für solche an Volljährigen, wenn deren Einwilligung auf einem Willensmangel beruht, wie es im Gesetzestext heißt.

Die Grünen forderten ein Verbot auch für Therapien bei Erwachsenen und deswegen eine Heraufsetzung der Altersgrenze auf 26 Jahre. Auch die SPD-Abgeordnete Hilde Mattheis sagte in der Debatte, sie hätte sich eine höhere Altersgrenze gewünscht. Ein entsprechender Änderungsantrag wurde aber im Plenum abgelehnt.

Homosexualität ist keine Krankheit

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Die Deutsche Evangelische Allianz hatte bei einer Anhörung im Bundesgesundheitsministerium im vergangenen November begrüßt, dass Menschen vor Übergriffen im Bereich ihrer sexuellen Orientierung geschützt werden sollen, allerdings kritisiert, dass das Gesetz zu rechtlichen Unsicherheiten führen würde. „Ein Gesetz, dessen Ziel der Schutz der Freiheit ist, darf nicht seinerseits in die Persönlichkeitsrechte und die Grundrechte der Religions- und Meinungsfreiheit eingreifen“, sagte der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Reinhardt Schink, in einer Stellungnahme der Allianz. Eine „ergebnisoffene Beratung“ müsse möglich sein.

Genau dies sei in den Beratungen jedoch nicht der Fall, sagen wiederum Kritiker der Allianzposition. Die konflikthaft empfundene Homosexualität werde durch die konservativ-christlichen Verbände und Gemeinden erst geschürt. „Homosexualität ist keine Krankheit“, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn in der Bundestagssitzung.

28 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Diese Gesetz ist wieder ein gutes Beispiel für den Sieg von Ideologie und Lobbyismus über Wissenschaft und Vernunft. Neben der berechtigten Kritik der DEA ist vor allem der völlig unsachgemäße und undifferenzierte Einschluss von „Konversionsbehandlungen“ gegen die „selbstempfundene Geschlechtsidentität“ zu nennen. Ich finde es unfassbar, dass dieser Aspekt sowohl in der öffentlichen Debatte im Vorfeld so gut wie gar nicht kontrovers diskutiert wurde und offenbar auch im Parlament, außer der AfD-Fraktion, kaum jemand die sich daraus möglicherweise ergebenden Problem sehen will. Wir haben in einigen westlichen Staaten während der letzten 10 Jahre z.T. eine Verzigfachung der Zahlen von Kindern und Jugendlichen, die einen Wechsel des biol. Geschlechtes anstreben, erlebt. Aus den Erfahrungen der Vergangenheit ist bekannt, dass sich die Mehrheit der Kinder mit Anzeichen von Körper-Geschlechts-Inkongruenz im Lauf der weiteren Entwicklung mit ihrem Geschlecht wieder versöhnt (mit hoher Wahrscheinlichkeit einer bi- oder homosexuellen Orientierung). In dem Gesetz manifestiert sich eine ideologische Grundhaltung, die davon ausgeht, dass Transsexualität (und auch Homosexualität) niemals in einem Zusammenhang mit innerpsychischen und biografischen Konflikten stehen kann und Minderjährige grundsätzlich in ihrer „selbstempfundenen Geschlechtsidentität“ zu bestätigen sind. Das ist der fatale Denkfehler. Aufschlussreich sind hier die Erfahrungen der wachsenden Zahl der „Desister“ und „Detransitioner“, z.B. im Subreddit „Detrans“ auf reddit.com Natürlich ist das Gefühl im falschen Körper zu stecken, für die Betroffenen eine Belastung und ihnen ist mit Empathie und Hilfe zu begegnen. Nun aber die gender-affirmative Therapie quasi als einzig erlaubte Behandlung zuzulassen, ist der Komplexität der Sache nicht angemessen und absolut unverantwortlich.

    • Danke lake17 für Ihre differenzierte Meinung, ich kann mich dem nur anschließen und es stinkt, wie hier der eigene Ministerposten genutzt wird, um möglichst ohne großen Diskurs und tendenziös eine persönlich-private Überzeugung auf eine allgemeingültige Ebene für alle zu stellen! Die Bandbreite an unterschiedlichen Beweggründen bei Minderjährigen mit einem solchen Konflikt wird damit nur noch in eine Richtung kanalisiert und Menschen mit einer solchen Not per Gesetz in die Wüste geschickt. Und das nur, weil sich die Regenbogenwelt nicht vorstellen kann, dass Menschen ihre empfundene Neigung auch ohne Glaubensbeeinflussung tatsächlich als Last empfinden und hier Hilfe bräuchten. Dass hier Minderjährigen Hilfeleistung per Gesetz untersagt wird, ist tragisch. Wir sind damit soweit, dass alle, die nicht transgender, schwul oder lesbisch sein WOLLEN, so diskriminiert dastehen, wie bis vor nicht allzulange Zeit die Regenbogengruppen- gerade die sollten aber aus ihrer Erfahrung heraus Vielfalt auch in die andere Richtung zulassen!

    • Traurige Nachricht
      Leider muss ich immer wieder feststellen, dass an dieser Stelle evangelikale Positionen geteilt werden, für die ich kein Verständnis entwickeln kann. Wieso haben Menschen ein Problem damit, dass „nur“ ca. 90-95% der Menschheit heterosexuell orientiert sind?
      Ich kann mit diesem Meinungen nicht mehr leben und werde hiermit meinen jesus.de-Account ebenso wie meine kleine finanzielle Unterstützung beenden.
      Ole

      • Sehr geehrter Herr Hey,
        Sie leben in einem Land, in dem Glaubens- und Meinungsfreiheit gilt, und welches sogar homosexuellen Paaren die Ehe und eine Einbeziehung in den Familienbegriff ermöglicht.
        Sie fordern Toleranz und Akzeptanz ein, erbringen diese aber selbst nicht und verbieten anderen ihre Meinung frei äußern zu dürfen?
        Damit sind sie genauso intolerant und verurteilen Andersgläubige, wie die von ihnen kritisierten “Evangelikalen“. Traurig, traurig.

        • Muss man Intoleranz tolerieren?

          Muss ich Rassismus und Antisemitismus tolerieren? Also Menschen, die mit Toleranz nichs am Hut haben und übelst diskriminieren?

          Nein, sicher nicht, das hat mit Toleranz nichts mehr zu tun.

          Und genauso wenig muss man homophobe Einstellungen mancher Evangelikaler und die entsprechende Diskriminierung tolerieren.

          Wobei: Heißt eigentlch tolerieren ‚unwidersprichen hinnehmen‘ und ’sich der Kritik enthalen‘? Sicher nicht.

          Aber Menschen, die andere übelst diskriminieren, wollen eben auch ungern selbst kritisiert werden. Da wird dann plötzlich die Fahne der Toleranz für sich selbst (!) gewedelt, die sie anderen gegenüber missachten.

          • Das ist hier ein christliches Portal und jeder der sich hier tummelt und angemeldet ist, sollte sich zumindest ansatzweise schon einmal mit den Inhalten der Bibel auseinandergesetzt haben.

            Dort steht ganz klar drin, wie Gott Homosexualität bewertet.

            Die Auslegung und klare Meinung der Sache nun den Evangelikalen in die Schuhe schieben zu wollen, ist eine typische Handlungsweise, wenn man einen Schuldigen suchen will. Auch die katholische Kirche sieht dies so, sowie einzelne Vertreter der evangelischen Kirche. Obwohl die evangelische Kirche speziell was dieses Thema angeht, die Bibel anscheinend nicht mehr öffnet…

            Falls nun jemand meint, dies sei Intoleranz, so zu denken, der wendet sich gegen Gott und seine Gebote und Verbote und derjenige sollte überprüfen, wie es um seinen Glauben steht. Die Versuche, eine Meinung einschränken zu wollen, indem man droht, einem die Unterstützung zu verweigern, ist der Versuch der Manipulation und macht sich zum Sprachrohr Satans.

            Am Rande gesagt, nicht nur im Christentum ist Homosexualität untersagt, auch im Islam und dort gilt in vielen Ländern noch die Todesstrafe für Homosexualität, was bei den Israeliten übrigens auch noch üblich war, aber durch Jesus dann aufgehoben wurde. Sexuelle Vergehen wurden mit dem Tode bestraft, nicht nur die Homosexualität, es reihte schon, wenn man vor der Ehe mit einem anderen Mann schlief oder des Ehebruchs beschuldigt wurde. Aber dies wurde bei uns gesellschaftlich und auch unter Christen schon lange anerkannt. Leider. Auch die Homosexualität wird immer mehr anerkannt werden, weil der Teufel seine Spielchen auf dieser Erde noch viel weiter treiben wird. Nun entschiedet es sich, ob die Menschen die sich Christen nennen, bei Gott bleiben, oder ihre eigenen Wege gehen.

            • > Das ist hier ein christliches Portal und jeder der sich hier tummelt und angemeldet ist, sollte sich zumindest ansatzweise schon einmal mit den Inhalten der Bibel auseinandergesetzt haben.

              Habe ich. Ich gehe übrigens davon aus, dass sich auch die Leitung der EKD, die ja sogar teilweise kirchliche Hochzeiten von Homosexuellen erlauben, dieses getan haben.

              Aber ein wörtliches Verständnis der Bibel gehört nicht zum Christsein und ist deshalb auch kein Bestandteil des apostolischen Glaubensbekenntnisses, weshalb die Evangelikalen sich ja ein eigenes gemacht haben. Der Glaube an die Verbalinspiration ist übrigens gerade mal 300 Jahre alt. Kirchengeschichtlich also eher neu und ganz sicher nicht untrennbar mit dem Christentum verbunden.

              Der entschiedene Widersprich gegen gelebte Homosexualität kommt im christlichen nun mal fast nur noch von der sehr kleinen Gruppe der Evangelikalen und sehr Konservativen innerhalb der Landeskirchen. Das sich diese oft als die einzig wahren Christen begreifen, die allein die Bibel verstanden haben, nun ja …

              Es ist homophob und intolerant, Das mag Dir nicht passen, denn wer ist das schon gern. Aber es ist so.

              Und ja, früher wurde das mit den Tode bestraft. Und? Vieles war mit der Todesstrafe bedroht, wo man heute nur noch entsetzt dran denken kann. In der Bibel steht auch, dass eine vergewaltigte Frau ihren Vergewaltiger heiraten soll. Willst du das auch wieder einführen und die anderen ähnlichen Aussagen?

    • Darf man auch nicht um HEILUNG, im BIBLISCHEN Sinn , bei Minderjährigen, die Sünde bereuen, beten?
      Heilung oder Heil heißt in der HEILIGEN SCHRIFT – JESCHUA=
      JESUS.
      Ist das die “Freihei”t von GOTT?
      “Betrügt euch nicht,
      GOTT lässt SICH nicht spotten…”
      BIBEL

    • > Diese Gesetz ist wieder ein gutes Beispiel für den Sieg von Ideologie und Lobbyismus über Wissenschaft und Vernunft.

      Welche Wissenschaft und Vernunft soll denn hinter Konversions“therapien“ stecken? Das hat mit beiden nichts zu tun sondern ist seelischen und teilweise auch körperlicher Missbrauch. Und mit Wissenschaft hat es überhaupt nichts zu tun. Diese sog. Therapien haben Menschen in Krankheit, teilweise in den Tod getrieben.

      https://www.dw.com/de/usa-das-trauma-nach-der-homo-heilung-reparativtherapie-homosexualit%C3%A4t/a-45249614

      Und ich bin wirklich kein Fachmann in diesem Bereich, aber das man Homosexualität, Transgender, Intersexualität und viele andere Begriffe nicht gleichsetzen kann sondern stark unterscheiden muss, das weiß sogar ich. Insofern sind deine Begriffe wie ‚unsachgemäß‘ in diesem Zudammenhang schon absurd.

      Das Gesetz ist gut, aber es geht noch nicht weit genug. Jemand schrieb hier, dass nur Minderjährige betriffen sind. Das ist falsch. Werden Erwachsene hintergangen oder getäuscht (z.B. indem man eine Heilungsaussage gibt), ist das jetzt ebenfalls strafbar. Und das ist gut so.

      Ich hätte mir noch deutlich härtere Strafen gewünscht und ein gerelleres Verbot. Hätte einer Gemeinde,, die so etwas veranstaltet, gedroht, wegen hoher Strafen finanziell bankrott zu gehen, wäre der Spuk zu Ende gewesen.

      Auch in der Evangelikalenbewegung in den USA gibt es zum Glück teilweise ein Umdenken (noch viel zu wenig, aber immerhin). Manche entspechende Organisationen haben sich aufgelöst, führende frühere Aktivisten für das den Homosexuellen angetane Unrecht entschuldigt:
      https://www.sueddeutsche.de/panorama/exodus-international-homosexuellen-heiler-entschuldigen-sich-1.1701270

      • 1. Bezüglich Transsexualität („selbstempfundene geschlechtliche Identität“) und Homosexualität („sexuelle Orientierung): wie du sagst, kann man diese Begriffe nicht gleichsetzen sondern man muss hier stark unterscheiden. Dass das SOGISchutzG aber eben diese beiden Thematiken vermischt, ist eines der großen Probleme in diesem Gesetz. Das Gesetz verbietet eben nicht nur Behandlungen, mit denen die sexuelle Orientierung verändert werden soll, sondern auch „Behandlungen, die auf die Veränderung oder Unterdrückung […] der selbstempfundenen geschlechtlichen Identität gerichtet sind.“ (§1 Abs.1). Angenommen, ein 14-jähriges Mädchen, das sich als Junge empfindet, geht zu einem Kinder- und Jugendpsychotherapeuten und möchte Hormonbehandlungen, um „einem eher männlichen […] körperlichen Erscheinungsbild zu entsprechen“. Dies stellt ausdrücklich keine Konversionsbehandlung dar (§1 Abs. 3). Darf der Therapeut diese von dem Patienten geäußerte „selbstempfundene geschlechtliche Identität“ überhaupt noch in Frage stellen und dem minderjährigen Patienten die von ihm gewünschte Behandlung (in diesem Fall z.B. Testosteronbehandlung) verweigern, wenn er feststellt, dass der beabsichtigte Geschlechtswechsel eigentlich als Bewältigungsmechanismus für psychische oder soziale Probleme, die besser auf eine andere Weise gelöst werden sollten, fungiert, auch wenn dem Patienten in seinem jugendlichen Alter dafür der vielleicht der Einblick (noch) fehlt? Gemäß Wortlaut des SOGISchutzG wäre eine Therapie, die darauf gerichtet ist, den Patienten mit seinem Körper auszusöhnen, ja eine Straftat, da sie darauf abzielt, die „selbstempfundene geschlechtliche Identität“ zu verändern. Diese Kritik am SOGISchutz kommt übrigens nicht nur von christlich-konservativer Seite sondern auch von manchen Kinder- und Jugendpsychotherapeuten und sogar aus dem feministischen Lager: https://www.emma.de/artikel/trans-das-gesetz-ist-ein-desaster-337751 Wie und warum die „selbstempfundene geschlechtliche Identität“ ihren Weg in das Gesetz gefunden hat, das hat nun viel mit Ideologie und wenig mit Wissenschaft zu tun.
        2. Die Legaldefinition von „Konversionsbehandlung“ in §1 Abs. 1 schließt Behandlungen, die auf die „Unterdrückung der sexuellen Orientierung“ gerichtet ist, mit ein. Es geht also nicht nur um irgendwelche fragwürdigen Behandlungen, die eine Person „umpolen“ sollen. Wie ist es mit einem bisexuellen verheirateten Mann, der, um seine Ehe zu erhalten, seine homosexuellen Anteile nicht ausleben (und damit unterdrücken) möchte und sich deshalb in Seelsorge, psychologische Beratung etc. begibt um hier Hilfe zu bekommen? Findet der Betroffene noch eine Beratung, die ihm bei diesem seinem selbstgewählten Ziel behilflich ist? Bei einem generellen Verbot, wie von dir befürwortet, könnte auch dies einen Straftatbestand erfüllen. Aber auch nach der jetzigen Gesetzesformulierung ist fraglich: wie kann sich der Berater wirklich sicher sein, dass der Ratsuchende keinem Willensmangel unterliegt? Denn, wie du ja auch schreibst, sind „Konversionsbehandlungen“ an Erwachsenen unter bestimmten Bedingungen ebenfalls verboten, nämlich dann, wenn ein Willensmangel vorliegt.
        3. Der Teil der Legaldefinition von „Konversionsbehandlungen“ der Behandlungen umfasst, die auf die „Veränderung“ der sexuellen Orientierung gerichtet sind, steht in der Diskussion um dieses Thema meist im Vordergrund. Vorneweg: ich halte irgendwelche Behandlungen, die behaupten, die sexuelle Orientierung direkt und gezielt verändern zu können für unseriös und glaube auch, dass Menschen durch solche Behandlungen schaden nehmen können. Entweder durch die Behandlung selbst oder aufgrund falscher Hoffnungen, die geweckt werden. Und ja, ich sehe auch, dass es im evangelikalen Raum bezüglich Veränderung von Homosexualität manches Fragwürdige oder Unaufrichtige gegeben hat und vielleicht auch noch gibt. Aber: die sexuelle Orientierung ist eine hochkomplexe Sache. Gemäß Stand der Wissenschaft ist die sexuelle Orientierung nicht einfach angeboren sondern sich wohl aus einem komplexen Geflecht von Biologie, Psychologie und Sozialisation. Sie ist damit in die Entwicklung eines Menschen eingebunden, wodurch auch biografische und psychosoziale Konflikte Auswirkungen auf die sexuelle Orientierung haben können. Ebenfalls zeigen Studien bei jüngeren Menschen, dass deren sexuelle Orientierung manchmal noch im Fluss ist und sich mit zunehmendem Alter während der Adoleszenz deutlich häufiger von homo- zu heterosexuell als umgekehrt entwickelt. Es stellt sich die Frage, ob diese Komplexitäten und sich daraus ergebende Konsequenzen für Psychotherapie und psychologische Beratung von dem Gesetz angemessen berücksichtigt wurden, was ich bezweifle.

        • Sollte es Felder geben, wo seriöse Ärzte in ihrer anerkannten schulmedizinischen Behandlungsweise zum Schaden der Pazienten eingeschränkt werden, mus man das Gesetz anpassen. Da stimme ich mit Dir überein.

          Wenn Du dir hier die Kommentare ansiehst und auch die Zielrichtung dieses Gesetzes, dann geht es gegen glaubensmäßige Scharlatanerie und homophobe Verurteilungen mit der Folge von seelischer und körperlicher Misshandlung.

          Insofern ist das Gesetz erst Mal gut, dass es dem jetzt ein Ende bereitet.

          Eine zukünftige Überarbeitung darf hier keine Lücke wieder aufmachen. Schließlich gibt es auch evangelikale Ärzte mit entsprechender homophober Einstellung.

        • Laßt die Menschen doch so leben, wie sie sein möchten, und nicht so, wie sie sein sollen. Denn sie müssen glücklich sein und nicht die anderen!
          Und weniger Text, lacke 47, ist manchmal mehr.

  2. Herr Spahn ist als selbst Betroffener eigentlich zur Enthaltung verpflichtet, aber diese Feinheiten hat schon Konrad Adenauer in seiner „christlichen“ Partei nicht gekannt.
    Diese Abstimmung macht deutlich, dass die BRD kein christlicher Staat mehr ist, wenn sie es je gewesen ist, denn die Bibel sagt ganz klar, was Sünde ist und was Gott von seinen Leuten erwartet – nämlich durch und mit Jesu Beistand, die Sünde zu unterlassen(auch Homosexualität ist Sünde). Schade, aber das neue Heidentum nimmt zu.

    • Es geht um Liebe statt Moral in der Bibel

      Homosexualität ist keine Krankheit, daher auch nicht therapierbar und schon gar keine Sünde. Einem Menschen seine Geschlechtsidentität nicht zuzugestehen ist so, als wolle man ihn verstümmeln. Wie man als Christ zu solchen Überzeugungen kommen kann, wird sich mir wohl in diesem Leben nicht mehr erschließen. Ich habe immer gedacht, das Wort Gottes sei ein Gotteswort durch Menschenwort. Dies würde aber einschließen, daß wir nicht allwissend sind und unsere Heilige Schrift und Gott nicht für unsere eigene Ideologie herhalten dürfen. Die Bibel muss ausgelegt werden und ist keinesfalls vom Himmel gefallen. Moralische Auffassungen bzw. Bibelstellen, wenn sie denn überhaupt auf eine heute erforderliche verantwortlich gelebte Sexualität angewendet werden können, reflektieren kulturelle und moralische Vorstellungen des Altertums. Wer die Bibel im Sinne der Verbalinspiration für wortwörtliche Wahrheit hält, muss das eben auch mit der ganzen Bibel tun. Dann wäre die Welt in 6 Tagen erschaffen, eine Scheibe, Adam und Eva historische Persönlichkeiten und das Weib müsste in der Gemeinde schweigen (wenn Paulus das nicht anders gemeint hat). Die Bibel würde dann eine Erklärung für alles – eigentlich aber keine Erklärung – weil dann so gut wie alle Wissenschaften in die Mülltonne gehörten.

      Ich lasse mich lieber vom Heiligen Geist leiten, versuche aus der Vergebung zu leben und auf die Liebe und Barmherzigkeit Gottes zu vertrauen. Ich bin nämlich nicht vollkommen. Ich versuche jeden Menschen zu achten, weil jeder das Ebenbild und damit das persönliche Eigentum Gottes ist. Fremdes Eigentum, auch Menschen mit einer anderen sexuellen Orientierung, sollte man achten. Heißt es nicht so schön: „“Glaube, Hoffnung und Liebe – die Liebe ist aber die Größte unter ihnen“. Daran werden wir gemessen. Es geht nicht um Moral, sondern um Liebe. Die Liebe (‚Gottes) kann auch mit dem Tod nicht sterben, aber die gesellschaftlichen Ansichten hinsichtlich der Moral ändern sich seit Adam und Eva. Im übrigen kann nie ein Staat christlich sein, wie er auch nicht liebevoll ist und Emphatie besitzt. Das müssen wir schon selbst leben. In einem christlichen Staat möchte ist nicht leben – etwas unchristlicheres gibt es nämlich nicht. Darüber sollte man mal nachdenken. Ich würde auch unser Gemeinwesen nicht daran messen, ob es die Bergpredigt zu leben versucht. Bevor wir über unseren Mitmenschen, wenn sie etwas anders sind, den Stab brechen, sollten wir alle jeden Tag darum bermüht sein, die Balken aus unseren Augen zu ziehen. Denn nach Jesu Wort sollen wir nicht richten, weil wir dann von ihm nach den gleichen Maßstäben
      gerichtet werden. Mich wundert, daß viele die andere sexuelle Orientierung von Mitmenschen in Rage bringt, aber das vielfache Ertrinken der Flüchtlinge im Mittelmeer kaum einen Hund hinter dem Ofen hervorlockt. Dies ist das wirklich neue Heidentum.

      • Dem kann ich mich inhaltlich nur anschließen. Zwar steckt die Bibel natürlich voller Wahrheiten, aber eben im Sinne dessen welche Botschaften sie wirklich übermitteln will: Und da ist nun mal die uneingeschränkte (Nächsten)liebe ganz vorne dabei. Wie sich da so viele am Nebenschauplatz Homosexualität aufhängen ist mir ein Rätsel. Konsequenterweise müsste man sich dann auch um die Schließung sämtlicher Nordsee-Filialen bemühen, denn der Garnelencocktail ist lt. 3.Mose 11,9-12 unrein.

        • Bitte die Bibeltexte „“auslegen““!

          Liebe/r otter, die bringst es wirklich genial auf den Punkt, daß die Verbalinspiration -also die wortwörtliche Wahrheit der Bibel – an ihrer eigentlichen Botschaft vorbei geht. Das Garnelen unrein sind, würde heute auch niemand, der die Bibel für wörtlich wahr hält, wirklich behaupten. Dann müsste man auch glauben, die Welt sei an 6 Tagen erschaffen worden. Sexualität ist nicht ein Anhängsel und eine abschaltbare Zusatzmöglichkeit des Menschen, sondern sie gehört zu unserem Wesen. Vergessen wird dabei häufig, daß es unterschiedliche sexuelle Orientierungen gibt, die den Menschen in die Wiege gelegt werden. Es gibt Frauen die Frauen lieben, oder Männer die Männer lieben, Männer die Frauen lieben, Menschen die kein Geschlecht haben oder in unterschiedlichen Anteilen beide. Teilweise gibt es das auch bei unseren Mitgeschöpfen. Hat Gott sich da geirrt ?
          Heute geht es darum, daß man alle seine Sinne und Persönlichkeitsanteile verantwortungsvoll benutzen muss. Mit einem Messer kann man Brot schneiden, oder einen Menschen ermorden. Daß Sexualität eine Form der Kommunikation ist, scheint auch nicht jeder zu wissen. Auch Kommunikation kann unsäglich, kann Gewalt sein. Es geht nicht darum, wie man das im Altertum glaubte, um die Ausübung eines Triebes zur Unterhaltung oder Unterdrückung von Menschen, also um Orgien. Man sollte also bitte berücksichtigen, daß Gottes Wort immer Gottes Wort in Menschenwort ist. Etwa so wie eine Predigt, die ist zwar Gottes Wort ist, aber aus dem Munde eines Menschen. Sie enthält nicht nur absolute Wahrheit. Also bitte: Auslegung ist erwünscht. Leider nehmen auch Fundamentalisten aus unserer Heiligen Schrift das, was sie für absolute Wahrheit halten und anderes legen sie auch aus. Das ist eine äußerst effektive Rosenpickerei.
          Moralische Auffassungen sind immer ein schwieriges Thema, aber man muss darüber reden. Dazu braucht man auch die Toleranz, eine andere Auffassung zu respektieren.

    • Dieses Gesetz passt natürlich ganz in den aktuellen ideologischen Kampf, den die Grünen und Anhang offen führen. Ich bin dankbar dafür, dass es (vorerst) nur für Minderjährige gilt.

      Leider kenne ich Christen, die voller Überzeugung Grün wählen und meinen, den ideologischen Kampf gäbe es nicht. Dass die Grünen sich bei dieser Abstimmung enthielten, da sie das Maximalalter bei 26 sehen wollten, passt zu ihrer Gesinnung, nämlich Sodomie als Staatsdoktrin zu etablieren.
      Wer immer noch glaubt, die Grünen sei nur eine Ökopartei, der badet immer noch in der Lüge, der menschlichen Pest, die schlimmer ist, als jedes Dieselfahrzeug.
      Ihr oberstes Ziel ist es, die biblischen Werte zu verdrehen und auszurotten. Natürlich schön verpackt als “Offenheit“ und “Menschenfreundlichkeit“.

      • Die Grünen christlicherseits in Schutz nehmen

        Hallo Marie, ich bin kein Wähler der Grünen und (wert)konservativ. Und ich achte alle Menschen.
        Auch unter den Mitgliedern der grünen Partei gibt es mit Sicherheit genauso viele überzeugte und praktizierende Christinnen und Christen wie in den allermeisten anderen Parteien, in den Gewerkschaften oder gesellschaftlichen Insitutionen und Gemeinschaften. Auch Nichtchristen brauchen keine schlechten Menschen zu sein. Es gibt böse Christen, gute Niichtchristen und umgekehrt gilt das gleiche. Idiologien gibt es überall, denn das Wort leitet sich von „Idee“ ab. Es gibt gute oder nichtgute Ideen und auch solche, die nur vernünftig sind. Oder gegarter Unsinn.

        Den Rest – entschuldige bitte meine harsche Formulierung – „des Geschreibsel“ ist eine Mischung aus Hass und Lüge. Daß die Grünen die Sodomie zur Staatsdoktrien erheben wollen – wer will das??? – ist eine glasklare Verleumdung. Diese Formulierung ist eindeutig eine Grenzverletzung. Herzlichen Glückwunsch zur Erfindung einer neuen Verschwörungstheorie – falls es diese nicht schon in dieser Form gibt. Daß die menschliche Pest schlimmer ist als jedes Dieselfahrzeug grenzt an Gotteslästerung, denn Gott liebt jeden Menschen und ist für alle Menschen am Kreuz gestorben: Für jeden Grünen, oder aus einer anderen Partei, auch für jedes schwarze Schaf unsäglicher Ideen oder Äußerungen, sogar für die Aktivisten der AfD. Wir sollten also niemand in den Dreck treten, wenn uns die ganze Richtung nicht passt. Dann sollte man lieber intelligente Argumente finden und sich bemühen fair streiten. Ich wünsche in Netz keine Hasskommentare.
        Offenheit ist gut, Menschenfreundlichkeit ist gut, beides ist christlich und die Wölfe im Schafspelz
        kann man leider erst erkennen, wenn sie ihr Unheil verbreiten.

        Im übrigen halte ich das Verbot der Konversionstherapie für Minderjährige – die dazu sonst von den Eltern auch dazu gezwungen werden könnten – für eine grundgesetzlich notwendige Maßnahme, denn es gibt immer noch einen Rechtsanspruch auf körperliche Unversehrtheit und einen Schutz menschlicher Würde. Die Art der sexuellen Orientierung ist etwas, was sich niemand aussuchen kann und sie ist auch keine beliebig abschaltbare biologische Zusatzfunktion. Es hat auch niemand hat das Recht, das von Gott geschaffene Originalgeschöpf Mensch nach seiner Idiologie zu ändern. Das ist seelische Verstümmelung. Wer das nicht so sieht, ist jenseits von gut und böse oder lediglich völlig uninformiert.

        Es wäre gut – sollte die Schreiberin dies als eine christliche Äußerung betrachten – sich zu entschuldigen. Ein Gebot lautet „du sollst kein falsch Zeugnis ablegen gegen deinen Nächsten“.
        Das gilt auch für viele Nächste. Im übrigen nehme ich mir das Recht, Demokraten zu verteidigen, auch wen ich mit diesen politisch nicht dakor bin.

      • „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.“

        Das Gebot sollte dich mehr interessieren als Stellen über Homosexualität in der Bibel.

        Denn es betrifft Dich und eben nicht andere.

        • Wer ist gemeint

          Lieber Jörg, nicht jede Meinung ist „falsch Zeugnis reden“. Auch nicht, wenn die aus guten Grund geharnischt ist. Sollte die Kritik mir gelten, also ich sei mir selbst gegenüber unkritisch, dann ist das an dieser Stelle für mich nicht nachvollziehbar. Denn andere Menschen bzw. eine Partei bade in der Lüge als der Pest und wolle die Sodomie einführen, ist schon ein „dickes Ding“. Hinsichlich der Homosexualität ist der Konflikt, daß das so glasklar in der Bibel steht, gleichwohl aber moralische Vorstellungen von ganz früher reflektiert. Die Moral hat sich seit Adam und Eva immer wieder gewandelt. Wie wir heute leben und denken, auch als Christen, wäre wohl in den 1950er Jahren undenkbar gewesen. Ansonsten bin ich wie jeder irrend. Oder meinst du Marie ?

          • Nein, gemeint ist Marie und an ihren Beitrag ist das auch gehängt.

            „nämlich Sodomie als Staatsdoktrin “ ist eine Lüge. Wer einerseits Homosexualität als gegen die Bibel verurteilt, sich aber gleichzeitig selbst eines der 10 Gebote so offensichtlich missachtet, ist für mich nicht besonders glaubwürdig.

            Dein Beitrag ging ja genau in die gleiche Richtung.

    • Niemand ist zur Enthaltung verpflichtet.

      Und selbst wenn man Homosexualität als Sünde betrachtet: Das Ziel dieser Therapien ist nicht die Unterlassung der Sünde, sondern die Identitätsveränderung eines gesunden Menschen. Man geht also Bewusst das Risiko ein die Psyche eines gesunden Menschen zu schädigen, obwohl bekannt ist, dass kein homosexueller Mensch heterosexuell therapiert werden kann. Und das verstößt eindeutig gegen die Nächstenliebe und dem Gebot, dass man nicht Lügen soll (nichts anderes sind falsche Versprechen).

    • Die Bibel ist ein Märchenbuch! Das muss man leider so provokant sagen, wenn die Menschen scheinbar nicht in der Lage sind, Aussagen in die richtige Zeit und Beziehung zu übersetzen. Ein Hoch auf die ganzen Fundamentalisten. Wer frei von Schuld ist, der….!

  3. Darf man auch nicht um HEILUNG, im BIBLISCHEN Sinn , bei Minderjährigen, die Sünde bereuen, beten?
    Heilung oder Heil heißt in der HEILIGEN SCHRIFT – JESCHUA=
    JESUS.
    Ist das die “Freihei”t von GOTT?
    “Betrügt euch nicht,
    GOTT lässt SICH nicht spotten…”
    BIBEL

  4. Ich hätte gerne von den Verfechtern dieser Therapien belastbare Belege für deren Wirksamkeit.

  5. Ich schließe mich dieser Meinung an „Homosexualität ist keine Krankheit“ !

  6. Also, was hauptsächlich verboten wird, ist dass jemand der homosexuell empfindet, zur Heterosexualität „bekehrt“ werden soll.
    Umgekehrt wird doch alles dafür getan, dass „Homo“ das neue Hetero werden soll.
    Was, wenn sich ein junger Mann / eine junge Frau um die 15, homosexuell empfindend, nicht wohl damit fühlt, aus welchen Gründen auch immer.
    Darf dem/ihr nun gar nicht mehr geholfen werden und nimmt man lieber im schlimmsten Fall einen Suizid hin?

    Wenn sie doch alle ihre Kräfte genauso gegen die Kinderpornografie bündeln würden.
    Es ist eine Schande, was da weltweit geschieht und wie wer warum gedeckt wird.
    Ebenso ist es eine Schande wie Musikstars wie Madonna usw sich als Schlampen und Huren inszenieren und das als die neue Weiblichkeit gefeiert wird.
    Was soll daran Freiheit für die Frau sein?

    Das ist Kindesmissbrauch auf höchstem Niveau und worum gehts?
    Nur ums Geld.

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