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Der CDU-Politiker Thomas Rachel hat die evangelische Kirche ermahnt, mehr auf die Stimmen von konservativen Christen zu hören. „Dass die frommen und bürgerlichen Gemeindeglieder nicht heimatlos werden, wird vielleicht eine der größten Herausforderungen der evangelischen Kirche in den nächsten Jahren“, sagte der Staatssekretär im Bundesbildungsministerium in einem Interview mit der Zeit-Beilage „Christ und Welt“. Rachel ist auch Ratsmitglied der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Rachel: „In den Gemeinden vor Ort stellen diese Gläubigen oft die Mehrheit dar“. Zudem bestehe eine Diskrepanz zwischen der Basis und den Gremien, so Rachel. Er habe das Gefühl, dass Konservative von der evangelischen Kirche „vielleicht nicht immer genug“ gehört werden. Diejenigen, die sich in den Gemeinden aus einem frommen oder konservativen Weltbild heraus engagieren und kümmern, seien „wertvoll für unsere Kirche“. Sie dürften auf keinen Fall in eine Position der Rechtfertigung gedrängt werden.

Als einziges Mitglied im fünfzehnköpfigen EKD-Rat sprach sich Rachel offen gegen die „Ehe für alle“ aus. Der Hamburger Wochenzeitung sagte er: „Wenn ein evangelischer Pfarrer sich dazu entscheidet, homosexuelle Paare nicht zu trauen, dann sollte das als seine persönliche Gewissensentscheidung geachtet werden. Toleriert das Kirchenrecht eine solche Entscheidung nicht, drohen Gemeinden gespalten zu werden.“ Ebenso müssten sich diese bürgerlichen Gemeindeglieder und Pfarrer aber eben auch verstärkt einbringen.

An konservative Gemeindemitglieder appellierte der 1962 im nordrhein-westfälischen Düren geborene Rachel: „Engagiert euch in unserer Kirche, damit auch eure Art, den Glauben zu leben oder die Bibel in den Mittelpunkt zu stellen, in der evangelischen Kirche Gewicht erhält!“

Rachel ist seit 2005 Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesbildungsministerium. Er ist zudem Bundesvorsitzender des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU.

14 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Im Grunde hat Thomas Rachel schon recht. Konservativen wird es in der evangelischen Kirche immer schwerer gemacht, sich zuhause zu fühlen. Das ist die Praxis einer Kirche, den den größten Mitgliederschwund hat und schon merkwürdig.
    Aber auch wenn ich ihm zustimme, sollte die evangelische Kirche auf etwas anderes konzentrieren und zwar dem Kern, der ihre Existenz begründet. Das ist das Evangelium und das ist der Glaube. Steht das wirklich im Mittelpunkt, dann ist die Frage, wie konservativ, oder wie progressiv man sein sollte nicht mehr derart von Gewicht.

  2. Das Christentum ist konservativ. Die neuen PseudopriesterInnen sollten vielleicht mal die Bibel studieren?

    Wer auf andere hört, hat keinen eigenen Willen. Mitglieder verlieren ist leicht, sie zurück zu gewinnen, dauert Generationen.

  3. Die Evangelische Kirche muss mehr, viel mehr auf Jesus hören. Wieder zurück zum Wort Gottes in der Bibel. Nur Jesus kann die Kirche retten. Wer seine Hilfe in, und doch Welt sucht, wird durch die Welt gerichtet,und hat schon verloren. Wir müssen nicht der Welt gefallen, sondern Jesus, unserem Bräutigam. Nur IHM sind wir verpflichtet.

  4. Immer kurz vor Wahlen wird gerne von CDU-Leuten versucht die heimatlos gewordenen konservativen Christen irgendwie wieder zu beruhigen, damit sie nicht ihr Kreuz bei anderen Alternativen machen. Die Zusammensetzung der EKD zeigt doch deutlich, daß konservative Christen dort nahezu keinen Einfluss haben. Das ist in der CDU auch nicht anders. Nix für ungut, dass ist halt meine Meinung.

  5. Selbstverständlich ist Herrn Rachels Erkenntnis richtig.
    Ich verstehe auch nicht nach welchen Kriterien sich Kirchenmitglieder
    in eine so verantwortungsvolle und für ALLE Gläubige vertretende
    Kirchen-Gremien wählen lassen können.
    Die wirklichen erforderlichen Qualifikationen lassen sich klar in GOTTES Wort, dem 2. Teil der Bibel finden. Wir wagen es zu bezweifeln, das diese die tatsächlichen Richtlinien sind, nach denen die Stellvertreter, der Mitglieder vor Ort, sich überhaupt zur Wahl stellen dürfen.
    Ich fürchte, das die meisten dortigen Verantwortlichen, einfach gerne irgendwo „Macher“ sein wollen und gerne Macht ausüben.

  6. „Planmäßiger Abfall“

    Herr Rachel ist leider wohl nur ein einsamer Rufer in der Wüste. Der gegenwärtige Trend der „grenzenlosen Liberalisierung“ wird weiter anhalten. Ständig werden Grenzen traditioneller Werte und Normen weiter zurück verschoben und man feiert dies auch noch als große Errungenschaft der Humanität. Diese Liberalisierung macht auch an den Kirchenpforten der Großkirchen nicht halt. Da möchten doch heutzutage einige „Hirten“ tatsächlich auch schon mal mit dem antichristlichen Islam gemeinsame Gottesdienste feiern! Im Jubiläumsjahr Luthers hätte der große Reformator heute wieder genug Anlass zur großen Schelte! Was solls? Schon die prophetischen Schriftstellen der Bibel sagen ja den großen Abfall voraus, bevor das Chaos dann seine letzte Vollendung finden wird. Und abfallen kann man ja doch wohl nur dort, wozu man früher gehört hat.

  7. Geht es wirklich um die konservativen, neo-konservativen, liberal-konservativen, liberalen Christen etc.?
    Worum geht es denn wirklich im Christentum?! Geht es nicht um die Evangelien, geht es nicht um Jesus, der für uns ans Kreuz sich hat nageln lassen, gestorben ist, begraben wurde, wiederauferstanden ist und nun zur Rechten des Vaters im Himmel sitzt. Durch ihn allein kommen wir zum Gott Vater, der uns aus Gnade ein Leben im Neuen Bund geschenkt hat. Und als seinen „Stellvertreter“ hat Jesus uns den Heiligen Geist gesandt.
    Wer bin ich also als Christ?
    Römer 8 (Elberfelder 1905): 14 Denn so viele durch den Geist Gottes geleitet werden, diese sind Söhne Gottes. 15 Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, wiederum zur Furcht, sondern einen Geist der Sohnschaft habt ihr empfangen, in welchem wir rufen: Abba, Vater! (Galater 4.5-6) (2. Timotheus 1.7) 16 Der Geist selbst zeugt mit unserem Geiste, dass wir Kinder Gottes sind. (2. Korinther 1.22) 17 Wenn aber Kinder, so auch Erben, – Erben Gottes und Miterben Christi, wenn wir anders mitleiden, auf dass wir auch mitverherrlicht werden. (Galater 4.7) (Offenbarung 21.7).
    Epheser 1: 11 in welchem wir auch ein Erbteil erlangt haben, die wir zuvor bestimmt sind nach dem Vorsatz dessen, der alles wirkt nach dem Rate seines Willens, (Kolosser 1.12) 12 damit wir zum Preise seiner Herrlichkeit seien, die wir zuvor auf den Christus gehofft haben; 13 auf welchen auch ihr gehofft, nachdem ihr gehört habt das Wort der Wahrheit, das Evangelium eures Heils, in welchem ihr auch, nachdem ihr geglaubt habt, versiegelt worden seid mit dem Heiligen Geiste der Verheißung, (Epheser 4.30) 14 welcher das Unterpfand unseres Erbes ist, zur Erlösung des erworbenen Besitzes, zum Preise seiner Herrlichkeit. (2. Korinther 1.22) (2. Korinther 5.5)
    1. Korinther 3: 16 Wisset ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? (1. Korinther 6.19) (2. Korinther 6.16)
    Was heißt das jetzt für mich? Wenn ich also Miterbe Christi bin, habe ich alles das geerbt, was Jesus vom Vater geerbt hat. Halleluja. Ich will also diese Wahrheit nicht nur mit dem Verstand annehmen, sondern auch mit meinem Herzen, dass mein Geist sich ausrichtet auf die Herrlichkeit Gottes und ich die Dinge fortsetze, die Jesus vor über 2000 Jahren begonnen hatte, nämlich große Werke im Namen des Herrn tuen (hierzu zählen auch Heilungen und Wunderwerke) und seine Kirche mit bauen. Dazu bin ich als Christ berufen.
    Ich sehe daher einen enormen Reformations-/Erneuerungsbedarf sowohl bei der Katholischen Kirche, den evangelischen Landeskirchen, den Freikirchen als auch den zahlreichen Denominationen: weg von den Gesetzlichkeiten und den von Menschenhand Hinzugefügtem hinein in die Wahrheit und Freiheit des neuen Bundes zwischen Gott und den vom Heiligen Geist erfüllten Christen. Ich sehe keinerlei Erneuerungs- oder Anpassungsbedarf um sich auszurichten/anzubiedern an irgendwelche Modeerscheinungen, Gender Mainstream, unbiblischen Ideologien etc.
    Ebenfalls sehe ich sehr großen Nachholbedarf bei den Christen (nicht nur in Deutschland) darin, ihren Glauben öffentlich zu vertreten, sichtbar zu sein als Christ, Stellung zu beziehen, Jesus zu bekennen. Stellt Euch mal vor, welche Wirkungen dies nach sich ziehen wird, in der natürlichen wie der übernatürlichen Welt.

  8. Mit konservativen Christen scheint er Christen mit konservativen politischen (bürgerlichen) Ansichten zu meinen. Das ist nicht dasselbe wie fromm. Er scheint beides jedoch zu verwechseln oder gleichzusetzen:

    >>die frommen und bürgerlichen Gemeindeglieder<<

    Wer bürgerlich ist, ist aber noch lange nicht frömmer oder gottgefälliger als jemand, der nicht zum CDU-Klientel gehört.

  9. Der/die PfarrerIn erkennt oft aus dem täglichen Umgang mit der Bibel, dass wir unsere Lebensweise zum Teil radikal ändern müssen – um des Nächsten willen, um der Gerechtigkeit willen, um des Friedens willen.
    Es ist die Frage, ob er seine (Gottesdienst-)Gemeinde dabei auch über Jahre mitnimmt.
    Konservative Gemeindeglieder sind ja nicht blöd oder unbeweglich! Eine Gemeinde um die Bibel ist immer auf dem Weg der Veränderung, der Umkehr.
    Meine Erfahrung ist, dass Menschen, die selten oder nie die Kirche besuchen, stehen bleiben bei überholten und traditionellen, aber oft unbiblischen Vorstellungen. Auch viele Mitglieder der Parteien einschließlich der CDU haben solche Distanz zu ihrer Gemeinde – und klagen dann über „Linkslastigkeit“ der Kirche.
    Das gilt ausdrücklich für Herrn Rachel nicht!
    Ich stimme ihm insofern zu, dass die PfarrerInnen ihren Gemeindegliedern nicht zu stark voran eilen dürfen.
    Andererseits müssen sich konservative Gemeindeglieder für ihre Meinungen einsetzen und Diskurs aushalten.
    Und die Christlich Demokratische Union muss sich immer wieder klar machen, wofür sie steht: Für eine christlich soziale Politik – oder für eine wirtschaftsliberale oder gar machtorientierte!

  10. Ich wünsche mir dass sich homosexuelle Paare mehr öffnen und über sich erzählen wie es zu ihrer Entwicklung kam
    Ich als Christ nehme homosexuelle Menschen ernst
    Aber manche Art und Weise wie sie zu ihren Rechten sich vorkämpfen
    Verstehe ich überhaupt nicht Stichwort Christopher day
    Wie da alles dargestellt wird
    ich wundere mich nicht dass deshalb dieses Thema oft belächelt wird
    Ich würde mir sachliche Diskussion mehr wünschen und mehr Offenheit für dieses Thema
    Meine Erfahrung
    viele homosexuelle Menschen sind sehr sehr verschlossen
    Schade
    Das sollte sich ändern! !!!!!!!

  11. Die meisten Gremienmitglieder, EKD-Räte etc. sind wohl der Meinung, dass ein klares und alternativloses „JAIN“ zu jedem und allem die effektivste Haltung ist, um so viele Mitglieder wie möglich zu halten. Jemand mit einer klaren Ja- oder nein-Position eckt in solchen Gremien wohl eher an. Gal. 1,10: „Geht es mir denn um die Zustimmung der Menschen, oder geht es mir um Gott? Suche ich etwa Menschen zu gefallen? Wollte ich noch den Menschen gefallen, dann wäre ich kein Knecht Christi.“

  12. Die Entstehung von Gemeinde hing nicht von Menschen ab, sie ist ein Werk Gottes.
    Die Erdenbewohner konnten zum Fundament nichts beisteuern. Das gilt nicht nur für den Beginn, sondern auch für das Bestehen der Kirche Gottes.
    Unsere Verantwortung ist jedoch, und die nimmt uns keiner weg, die Einheit des Geistes in dem Bestand des Friedens zu bewahren (Eph. 4,3).
    Wenn die Existenz der christlichen Gemeinden von uns abhingen, würden sie nicht mehr existieren.

  13. Wer entscheidet denn, ob Konservatives oder Modernes richtig ist? Den Konservativen sei gesagt, daß Jesus ein Revolutionär war und er das heute noch wäre. Davon bin ich jedenfalls überzeugt.
    Das was heute von den einen als richtig erscheint, weil sie es in den letzten 50 oder mehr Jahren so für sich als richtig erkannt haben, ist doch auch schon eine Weiterentwicklung der Zeiten zuvor gewesen. Sonst wären wir heute noch bei Ansichten des Mittelalters, die sicher keiner mehr zurücksehnt.
    Außerdem, wenn erst heute in der Gesellschaft Homosexuelle oder sonstige vom Hetero-Mann-Frau-Bild abweichende Lebensformen toleriert werden, wieviel mehr sollten wir dem Herrn nacheifern, der jeden angenommen hat, wie er ist.
    Nun kommt mir in diesem Zusammenhang bitte nicht mit Sünde: das, was anderen keinen Schaden zufügt, das ist nicht deshalb falsch, weil man selbst es nicht versteht oder sich das nicht vorstellen kann oder weil’s nicht in der Schrift explizit erwähnt ist.
    Das ist doch die Supersache unseres Glaubens, daß er offen ist und frei und voller Liebe für den Nächsten und toleriert, daß andere Menschen einen anderen Zugang zu Gott finden als man selbst. Alles andere und auch die vielen erhobenen Zeigefinger empfinde ich als Sünde – jeder möge das für sich mit dem Herrn ausmachen und großherzig bleiben werden.
    Lernt Gelassenheit und Großmut!
    Und ja, wo seid Ihr alle im Alltag, wer erkennt Euch als Kinder Gottes? Und daß Ihr die Geschwister so sein laßt, wie sie sind. Das ist viel wichtiger als das Rechthabenwollen, egal ob aus Reformgedanken heraus oder Bewahren des bisher Bewährten.

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