Symbolfoto: Pixabay
Die Anglikanische Kirche in England gilt vielen als Vorzeigemodell im Hinblick auf neue Modelle von Kirche. Dessen ungeachtet schrumpft ihre Mitgliederzahl mit großer Geschwindigkeit. Und sie erreicht offensichtlich die jungen Menschen nicht (mehr).

Bei der jährlichen Befragung des National Centre for Social Research gaben im Vorjahr nur noch 15 Prozent der Briten an, Mitglieder der „Church of England“ sind. Aufschlussreich ist ein Blick auf die Verteilung in den verschiedenen Altersgruppen. Während 40 Prozent der über 75-Jährigen angaben, zur Anglikanischen Kirche zu gehören, waren es in der Gruppe der 18 bis 25-Jährigen lediglich 3 Prozent (5 Prozent Katholiken). Und dieser Rückgang stellt einen langfristigen Trend dar.

Dazu passt, dass sich 2016 erstmals mehr als die Hälfte der Befragten als „religionslos“ bezeichnete (53 Prozent). Auch hier wieder ein Blick auf die Altersgruppen: Besonders hoch ist der Anteil der nicht religiös gebundenen Briten bei den 18 bis 25-Jährigen (71 Prozent). Dies ist ein Anstieg von fast zehn Prozent innerhalb von nur zwei Jahren. Bei den über 75-Jährigen liegt der Anteil der Religionslosen dagegen nur bei 27 Prozent.

Der britische Humanistenverband nahm die jüngsten Erhebungen zum Anlass, die staatliche Unterstützung der Kirchen – vor allem der Church of England –  in Frage zu stellen. So betreibt die Anglikanische Kirche rund 20 Prozent aller staatlichen Schulen in England. „Wie kann das richtig sein, wenn 97 Prozent der jungen Menschen nicht der Kirche angehören“, kritisiert Andrew Copson, Geschäftsführer der Humanists UK.

Link: Die Ergebnisse als Tabelle (Englisch)

1 DIREKT-KOMMENTAR

  1. Die Frage ist, ob und wie der christliche Glaube in den Schulen (und Kirchen) den Menschen nahe gebracht wird. Was die Frage angeht, dürfte das Gleiche auch für Deutschland gelten.

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