Die Nachfrage für Seelsorge an Schulen hat sich während der Corona-Pandemie drastisch erhöht. Dabei werden alternative Formen immer wichtiger.

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Laut eines Pressegesprächs der Evangelischen Kirche im Rheinland zum Thema „Corona und Seelsorge“ haben sich die Anfragen bei der Schulseelsorge explosionsartig um etwa ein Drittel erhöht. Im Fokus des Gesprächs standen besonders die Pandemiefolgen für junge Menschen. Die ca. hundert zu Schulseelsorgern fortgebildeten Religionslehrkräfte und etwa 310 Pfarrerinnen und -pfarrer an den staatlichen Schulen mussten laut des Berichts neue und kreative Wege für Gespräche finden, um die Corona-Maßnahmen zu berücksichtigen. So hätten einige Seelsorger „Walk to talk“-Spaziergänge, Gespräche auf digitalen Plattformen bis hin zu Podcasts und Videos angeboten. An einer Realschule solle in Zukunft sogar ein Seelsorgehund eingesetzt werden. Gerade die digitalen Formate hätten auch schüchterneren Kindern und Jugendlichen einen Zugang zu Seelsorge ermöglicht, die eine direkt Begegnung sonst eher scheuen würden.

Die zuständige Landespfarrerin Sabine Lindemeyer zeigte sich erschrocken über die wachsende Bedeutung von Suizid während der Pandemie. Einsamkeit und mangelnde Kontakte würden zu psychischen Schwierigkeiten führen, die durch die Schulseelsorge aufgefangen werden müssten. Daher rechnet Lindemeyer auch nach der Pandemie noch mit einem großen Andrang and Anfragen. Als Unterstützung für Schulen ohne eigene Seelsorgekräfte soll ab dem 1. Oktober ein schulübergreifendes Chatangebot starten. Interessierte Lehrkräfte können sich außerdem seelsorgerlich fortbilden.

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