Mangelnde Kräfteeinteilung, fehlende Vorbereitung und Voraussicht: Das sind 3 von 12 schlechten Gewohnheiten, die Pastoren und Gemeindeleiter laut dem amerikanischen Pastor Karl Vaters während der Pandemie fallen lassen mussten. Er empfiehlt, sie auch nicht mehr aufzugreifen. Lothar Krauss schreibt in seinem Blog darüber, wie das gelingen kann.

„Wir halten an fruchtlosen Diensten fest. Gibt es Dienste in deiner Gemeinde, die du aufgrund der Pandemie einstellen musstest?“

Weiterlesen in Der Leiterblog

Werbung

2 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Was können wir in Zukunft als Kirche (nicht) lassen

    Wenn mich die Corona-Pandemie eines lehrt, dann dieses: Erstens ist nicht alles selbstverständlich und zweitens können alle meine/unsere Pläne als Mensch, Kirche und Menschheit infrage gestellt werden. Gerne bin ich mit dem Autor einig, dass wir zum Wesentlichen von Kirche – und damit zu den Quellen – zurückkommen. Was aber nicht bedeutet, dass wir wie immer auch unsere christliche Gemeinschaft oder Kirche organisiert ist, uns keinen Engblick zulegen. Jesus selbst hatte keinen engen Horizont wie die Pharisäer und Schriftgelehrten, die ja Theoretiker von Gottesfrömmigkeit waren, aber selbst nicht lebten was sie glaubten und daher nie auch nur annähernd in Augenhöhe der Menschen waren. Ich denke da an das, was auch prägend ist für die Botschaft Jesu ist, nämlich seine Bergpredigt. Dort spricht er von dem, was jeder Mensch jedem anderen Menschen schuldig ist. Diese Bergrede ist wie das Gegenstück zu den 10 Geboten,, aber kein Gegenteil sondern positiv bejahend das Gesetz der Liebe zu/für alle Menschen. Zugleich ist die Bergpredigt die politische Seite der Botschaft.

    Mich wundert, dass hier die Predigt ausgelassen wird. Dort aber soll ja das, was uns eigentlich unbedingt angeht, konkret, in Einfachheit aber nicht in Banalität und keinesfalls in frommen Worthülsen, die wir leider oft gewohnt sind, zur Sprache kommen. Einfach ist hierbei nicht banal, sondern ohne die vielen Nebengedanken, die dem Prediger oder Predigerin bei der Vorbereitung einfallen, die nur verwirren oder gar die ganze Angelegenheit langweilig und zur Überlänge machen. Das Evangelium als die atemberaubenste Botschaft im Universum muss auch so formuliert werden. Eigentlich ist die Ansprache in der Kirche so zu gestaltet, wie wir auch im Alltag miteinander reden. Kirche und Glaube sind keine abseitige Paralellwelt.

    Vielleicht wird uns die Zukunft eine Einheit in der Vielfalt bringen, eine wirkliche ökumenische Kirche, vielleicht eine solche die arm ist an Gebäuden und Geld, möglicherweise aber eine Kirche der ganz vielen Gruppen glaubender Menschen, die das möglichst gemeinsam leben was sie glauben. Dann braucht man kaum Gebäude, wenig Bürokratie, könnte aber wirklich Salz der Erde und Licht der Welt werden – jedenfalls mehr als heutzutage. Dazu müsste dann aber sehr viel Dogmatismus und Fundamentalismus abgelegt werden. Eine persönliche Beziehung zu Gott wäre wunderbares Ziel und mit der Möglichkeit Jesus in seinem Herzen zu begegnen und Wunder zu erleben. Es sollte auch die Toleranz und Achtsamkeit größer werden für Menschen, die eine andere Frömmigkeitstradition haben, theologisch anders gestrickt oder eine andere sexuelle Orientierung besitzen. Beim Glauben geht es weniger um Wissen, Gesetz oder die Fähigkeit an der Stelle des Schöpfers zu wissen was gut ist. Es geht um ein festes Vertrauen in Gott, Wenn wir andere richten, richten wir uns zumeist auch selbst.

    Dazu müssten die meisten Christinnen und Christen in dieser Zukunft so gesinnt sein wie derjenige, der vor allem Grund für unseren Glauben ist. Der ging an die Hecken und Zäune, lebte mit den Menschen, hat mit den Ausgestoßenen gegessen, war der Freund der Sünder und Zöllner oder der Ehebrecherin, weil er fromme Selbstgerechtigkeit verwarf. Vor dem alle Wirklichkeit umfassenden Gott steht jeder Mensch mit leeren Händen und seine Liebe – und Jesu Erlösung durch das Kreuz – ist immer ein unverdientes Geschenk. Wir Christen sollten deshalb Gott nicht aus Pflicht, sondern Liebe und Dankbarkeit dienen. Die Kirche und das Christentum der Zukunft muss vor allem dienend und emanzipatorisch: Gott will uns befreien.

    Nicht nur die Kirchengebäude im Blick zu haben ist heutzutage wichtig. Allerdings sind sie auch ein Gut, ebenso wie die Finanzen, das es zu bewahren gilt. Ich habe im Innenhof einer großen Kirchengemeinde gestanden, die 100 Jahre ihre Gebäude nicht renovierte. Grausam. Allerdings muss man solche Aufgaben in die Hände von Fachleuten deligieren. Vor dem Traditionsabbruch in den Kirchen, auch den Freikirchen, kann niemand nicht hinsehen oder dies unwichtig empfinden. Auch die Vermehrung derjenigen, die gerne zur Gemeinde kommen und bleiben, ist wichtig. Die Mathematik gilt auch im kirchlichen Bereich: Wenn die Gemeinde (Kerngemeinde) immer mehr schrumpft, kann sie auch immer weniger tun.

  2. Ich vermisse in dem Artikel die Worte Gott und Jesus. Es ist Aufgabe der Kirche, die Menschen in Kontakt zu bringen mit der liebenden, heilenden und befreienden Erfahrung der Gegenwart Gottes und dem Missionsbefehl Jesu (Zitat Dr. Hartl).

    Viele Grüß aus Detmold
    Sigrid Koester

HINTERLASSE EINEN KOMMENTAR

Please enter your comment!
Bitte gib deinen Namen ein