Drei Wochen lang verzichtet die Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Straubenzell im Gottesdienst schon auf ihre Predigt. Stattdessen versucht sie sich im Mai an Mitmachformaten. Das Tagblatt war beim Experiment zu Besuch.

„Hier wird nicht gepredigt!“, steht an der Kanzel der Kirche Bruggen. Dieses Statement setzt die Kirchengemeinde auch eisern durch. Einen Monat lang gibt es gemeinsame Aktionen statt dem Wort zum Sonntag. Der Auslöser war ein Artikel aus der Zeitschrift „Bref“. In dem rief eine Theologin das Ende der Predigt aus. Sie sei nicht mehr zeitgemäß. Ob das stimmt, will auch das Schraubenzeller Pfarrteam ausprobieren. Statt das Wort von der Kanzel zu hören, tauschen sich die Kirchbesucher aus: Sie können über einen Bibeltext reden oder fünf Stationen zum Thema „Glück“ besuchen und beispielsweise einen Glücks-Anstecker basteln.

Bei den Gottesdienstbesuchern kommt das Format unterschiedlich an: Viele sind offen für das einmonatige Experiment. Aber manch einer wünscht sich auch die traditionelle Predigt zurück.

LINK: Der dritte Sonntag ohne Predigt

5 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Der Glaube kommt aus der Predigt, die ist also eigendlich für die Ungläubigen. Gemeinsam über einen Bibeltext zu sprechen ist eine gute Idee, aber einen Glücks Anstecker basteln? Au weia.

  2. Glücksanstecker basteln… Ganz davon abgesehen, dass hier ganz unverholen zum Götzendienst aufgerufen wird, braucht man man für solche Aktivitäten, selbst wenn Bibelgriffregister gebastelt würden, einen derart aufgeblähten Apparat wie die evangelische Kirche?

    Wenn ein Funktionär eines Schachvereins sich für Schach nicht mehr interessiert, sollte er zurücktreten und nicht den Mitgliedern erzählen, sie sollten nun nicht mehr Schach spielen, sondern Kaninchen züchten.

  3. Großartig! Endlich werden die Gläubigen nicht mehr zu passiven Konsumenten erzogen, sondern dürfen gemäß dem biblischen Vorbild jeder etwas beitragen, sei es ein Psalm, ein Lied, ein Zeugnis, oder was immer Jesus und die Beziehung zu ihm in den Fokus rückt. Ich wünsche mir, dass mehr Pastoren dem endlich folgen und nicht länger als Entertainer des Sonntagmorgens betrachtet werden.

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